Spital Limmattal
Markus Bärtschinger: «Vertrauen und Sicherheit sind nun grösser»

Alle Verbandsgemeinden des Spitals Limmattal haben die neuen Spitalstatuten angenommen. Präsident Bärtschiger erklärt, warum die versprochene Überprüfung der Rechtsform noch etwas warten muss.

Bettina Hamilton-Irvine
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So kann der Eingangsbereich des neuen Spitals aussehen. Die Statuten ermöglichen nun die Finanzierung.

So kann der Eingangsbereich des neuen Spitals aussehen. Die Statuten ermöglichen nun die Finanzierung.

Zur Verfügung gestellt

Herr Bärtschiger, nun haben alle Verbandsgemeinden die neuen Spitalstatuten angenommen. Einstimmigkeit war auch nötig, damit sie in Kraft treten können. Wie gross ist die Erleichterung bei Ihnen?

Markus Bärtschiger: Weil die Arbeit und teilweise auch der Krampf und Kampf relativ gross waren, ist auch die Erleichterung gross. Andererseits geht es nun sofort weiter im gleichen Takt. Das Neubauprojekt liegt auf dem Tisch und es gibt viel zu tun. Die erste Abstimmung ist bereits terminiert.

Was bedeutet die Annahme der Statuten nun konkret für das Spital Limmattal?

Das Wichtigste für uns ist, dass wir einen eigenen Finanzhaushalt führen können. Wir haben immer gesagt, der Neubau, so wie wir ihn geplant haben, ist anders nicht möglich. Wir müssen Eigenkapital aufbauen.

Das ist zentral, damit Sie Fremdkapital aufnehmen können. Steht der Finanzierung des Neubaus nun also nichts mehr im Weg?

Jetzt müssen natürlich noch die Geldgeber mitmachen. Das ist noch ein Stück Arbeit. Die Unternehmen waren bisher noch zurückhaltend, da sie nicht wussten, ob das Projekt wirklich kommt, wie es aussieht, ob es funktioniert, ob ein Totalunternehmer ein Angebot macht. Jetzt, wo wir das Angebot haben, geht es darum, diese Leute davon zu überzeugen, dass auch der Businessplan langfristig mit dem neuen Projekt funktioniert.

Kann man also davon ausgehen, dass nun das Vertrauen der Investoren steigen wird?

Das Vertrauen und die Sicherheit sind nun grösser.

Welche Option der Finanzierung steht zurzeit im Vordergrund?

Einerseits eine Bankenlösung, andererseits eine Lösung über institutionelle Investoren, das heisst, Versicherungen oder Pensionskassen.

Sind Sie zuversichtlich, dass man die richtige Lösung finden wird?

Wir müssen zuversichtlich sein und wir sind es auch. Alles andere wäre seltsam, nachdem wir so hart für die neuen Statuten und den Neubau gearbeitet haben.

Aus Angst, die Statuten könnten nicht angenommen werden, haben Sie den Kritikern im September das Angebot gemacht, Sie würden die Rechtsform Zweckverband innert zwei Jahren vertieft analysieren. Wann gehen Sie dieses Projekt an?

Es ist jetzt vordringlich, dass wir die Finanzierung regeln und dass wir die Volksabstimmung nächstes Jahr erfolgreich über die Bühne bringen. Zudem müssen wir bis im nächsten Jahr mit dem Totalunternehmer nochmals einzelne Details des Neubauprojekts anschauen und optimieren. 2014 haben wir dann wieder etwas mehr Luft, um uns mit dem Thema Rechtsform zu befassen.

Ist es nur eine Frage der Kapazität oder gibt es noch andere Gründe, wieso Sie sich des Themas jetzt noch nicht annehmen wollen?

Es geht einerseits um die Ressourcen. Andererseits wollen wir aber im Moment auch keine zusätzliche Unruhe stiften. Wenn wir jetzt zu forsch an dieses Thema herangehen, verunsichern wir die Geldgeber. Sie brauchen jetzt Sicherheit. Wir sind offen, das Thema zu diskutieren und die Auslegeordnung zu machen. Aber wir müssen auch bedenken, was ein Wechsel der Rechtsform im Moment auslösen würde.

Die Statuten sind angenommen, aber unterdessen haben fünf der sieben Furttaler Trägergemeinden den Austritt beschlossen. Ein Wermutstropfen für Sie?

Nicht nur ein Tropfen, sondern ein ganzes Glas Wermut. Es ist ausgesprochen schade. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das Spital Zukunft hat und eine Mitgliedschaft im Verband für die Gemeinden Vorteile bringt. Aber der Schritt ist für uns auch nachvollziehbar, da die Furttaler Gemeinden einerseits vor zehn Jahren zwangsverpflichtet wurden und andererseits geografisch weit weg sind. Es ist für uns somit einsehbar, dass sie mit weniger Herzblut dabei sind. Es kommt bei uns dann zur grossen Beunruhigung, wenn Limmattaler Gemeinden austreten. Das würde wirklich zum Problem.

Nach dem doch sehr eindeutigen Verdikt Urdorfs für das Spital im Sommer deutet zurzeit aber auch nichts darauf hin, dass Limmattaler Gemeinden austreten könnten.

Das ist richtig. Im Limmattal sieht die Bevölkerung das Spital nach wie vor als ihr Spital. Es gibt ältere Leute, die noch beim Bau beteiligt waren; viele haben dort ihre Kinder zur Welt gebracht und haben eine grosse emotionale Bindung zum Spital.

Dann können Sie sich nun mit einem guten Gefühl an die Umsetzung des Neubauprojekts machen?

Ja, wir hoffen, dass wir den Schwung mitnehmen können. Der Rückhalt in der Bevölkerung ist überwältigend. Abgesehen von vereinzelten kritischen Stimmen, war die Befürwortung der Statuten letztlich kaum ein Thema. Solche Abstimmungsresultate findet man sonst ja fast nur in Diktaturen.