Schlieren
Markus Bärtschiger:«Der Polizist ist per sofort freigestellt»

Nachdem das Bezirksgericht Dietikon das Urteil im Strafverfahren gegen die beiden Schlieremer Stadtpolizisten eröffnet hat, reagiert nun die Stadt mit einer Freistellung.

Florian Niedermann
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«Eine Genugtuungsforderung müsse gegenüber der Stadt erst gestellt werden», meint der Sicherheitsvorstand Schlierens Markus Bärtschiger jk

«Eine Genugtuungsforderung müsse gegenüber der Stadt erst gestellt werden», meint der Sicherheitsvorstand Schlierens Markus Bärtschiger jk

Limmattaler Zeitung

Sicherheitsvorstand Markus Bärtschiger (SP) sagt, Fällen wie dem der zwei prügelnden Polizisten, vorzubeugen, sei sehr schwierig.

Herr Bärtschiger, das Bezirksgericht Dietikon gab dem Kläger gegen die beiden Schlieremer Stadtpolizisten recht. Wie reagiert die Stadt auf dieses Urteil?

Markus Bärtschiger: Der eine Stadtpolizist, der bis heute noch bei uns angestellt war, ist per sofort freigestellt.

Wie wird man solchen Fällen in Zukunft vorbeugen?

Das ist schwierig zu beantworten, weil es sich hier um einen seltenen und sehr speziellen Fall handelt. Vonseiten der Stadt kann man die Beamten über Ausbildungen in den Verhaltensregeln schulen. Dazu spielt auch die Auswahl der Angestellten eine wichtige Rolle.

Sind die Beamten bereits im Vorfeld der Tat negativ aufgefallen?

Aus personalrechtlichen Überlegungen können wir zum jetzigen Zeitpunkt hierzu keine Auskunft geben.

Der Kläger forderte 8 Millionen Schadenersatz. Das Bezirksgericht erklärte, dass er eine Staatshaftungsklage gegen die Gemeinde einreichen müsse. Wie wird man mit einer solchen Forderung umgehen?

Ich habe im Gerichtssaal erstmals die Meinung vernommen, dass für eine allfällige Genugtuung die Gemeinde aufkommen müsste. Eine solche Forderung müsste also gegenüber der Stadt erst gestellt werden. Wir werden die Lage analysieren, sobald die Polizisten rechtsgültig verurteilt sind. Das vorliegende Urteil ist erstinstanzlich. Wir müssen erst abwarten, ob die Verurteilten es weiterziehen und wie der Entscheid des Obergerichts ausfallen wird. Natürlich kommt es auch auf die Höhe des Betrages an. Bei acht Millionen wird man nicht einfach einwilligen.

Das heisst, sie würden seinen Anspruch anfechten?

Das kann ich jetzt noch nicht beantworten. Wir warten vorerst sicher das rechtsgültige Urteil ab.