Spital Limmattal
Markus Bärtschiger:«Das finanzielle Risiko für die Gemeinden ist klein und abschätzbar»

Spital Limmattal Präsident Markus Bärtschiger sagt, wie es mit dem Neubauprojekt weitergeht. Nach dem Ja der Delegierten vom Mittwochabend sieht er der Volksabstimmung gelassen entgegen und ist optimistisch.

Bettina Hamilton-Irvine
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Markus Bärtschiger ist VR-Präsident des Limmi

Markus Bärtschiger ist VR-Präsident des Limmi

Jürg Krebs

Herr Bärtschiger, Ihnen gelingt im Moment alles: Dem Spital geht es finanziell ausgezeichnet, das Neubauprojekt steht und nun haben Sie auch noch in kürzester Zeit mehr als 200 Millionen Franken Fremdfinanzierung aufgetrieben. Wie machen Sie das?

Markus Bärtschiger: Es läuft tatsächlich sehr gut. Dahinter steckt aber viel harte Arbeit. Zudem haben wir ein ausgezeichnetes Team, das nicht mehr, wie dies vielleicht früher teilweise der Fall war, gegeneinander arbeitet, sondern miteinander.

Am Mittwochabend haben die Delegierten Ja gesagt zur Finanzierung für den Spitalneubau. Welche Bedeutung hat dieser Entscheid?

Wir wollten auf keinen Fall mit dem Neubau vors Volk gehen, bevor wir nicht wissen, dass wir das Projekt finanziell stemmen können. Es war uns daher wichtig, zuerst den Delegierten klarmachen zu können, dass die Risiken sehr gering sind. Deshalb haben wir den aussergewöhnlichen Weg gewählt, bei dem wir zuerst die Finanzierung sichergestellt haben, bevor wir über das Projekt abstimmen lassen. Im Normalfall ist das umgekehrt.

Das Neubauprojekt steht grösstenteils, die Finanzierung in groben Zügen. Wie hätten Sie auf ein Nein der Delegierten reagiert?

Ein kategorisches Nein hätte uns schon Probleme bereitet. Hätten die Delegierten aber bloss Aspekte des Projekts abgelehnt, hätte man Änderungen vornehmen müssen.

Am 22. September wird die Stimmbevölkerung an der Urne über das Neubauprojekt befinden. Worüber können sie genau entscheiden?

Sie entscheiden über einen Verpflichtungskredit von 270 Millionen Franken. Es ist kein reiner Baukredit, denn mit eingerechnet sind auch noch 35 Millionen Franken für medizinisch-technische Einrichtungen. Speziell ist aber natürlich, dass der Steuerzahler nicht direkt mit dem Kredit belastet wird. Wir finanzieren das Projekt über unseren Gewinn sowie über Fremdkapital, das wir über die Jahre zurückzahlen.

Das Spital ist finanziell ausgezeichnet unterwegs, hat letztes Jahr 4 Millionen Gewinn gemacht. Trotzdem: Wie sehr könnte Sie eine markante Senkung der Fallpauschalen noch ins Schleudern bringen?

Das könnte uns sehr wohl ins Schleudern bringen. Die Frage ist natürlich, wie viel Prozent tiefer der Tarif wäre. Wir haben im Businessplan einen Spielraum nach unten eingeplant. Auch muss man festhalten, dass wir immer noch eines der günstigsten Spitäler im Kanton sind. Die meisten anderen würden viel früher ins Schleudern kommen als wir.

Was Ihnen auch nicht unbedingt viel nützen würde.

Klar. Aber das Gesundheitswesen erträgt eine markante Senkung der Fallpauschalen mittelfristig nicht. Diverse Spitäler würden dann Richtung Konkurs gehen, was wiederum massiven politischen Widerstand auslösen würde. So wie ich das einschätze, kann das nicht im Interesse der Allgemeinheit sein und der Regierungsrat wäre zum Handeln gezwungen.

Wie gross ist nun das finanzielle Risiko für die Gemeinden des Zweckverbands im Zusammenhang mit dem Neubau?

Es ist klein und abschätzbar. Wir haben versucht, aufzuzeigen, was geschehen könnte, wenn alle Stricke reissen würden. Wir haben festgestellt: Es gibt immer wieder Ausstiegsszenarien. Diese Szenarien sehen für die Gemeinden nicht schlecht aus. Sie müssten kaum oder gar keine finanzielle Unterstützung leisten. Eher würden sie sogar noch Gewinn machen. Es ist durchwegs so, dass momentan Spitäler verkauft werden können. Zudem sind auch die Landflächen, die wir besitzen, begehrt. Es gäbe also durchwegs Möglichkeiten, unsere Assets zu verkaufen und so auch die Schulden zu decken.

Gibt es also kein Horrorszenario?

Es gibt immer ein Risiko, bei jeder Handlung. Aber es ist in unserem Fall sehr gut kalkulierbar und klein.

Wie geht es nun weiter?

Mit dem Ja der Delegierten sind wir sozusagen im Viertelfinal. Sagt das Volk im September Ja, stehen wir im Halbfinal. Der Final findet voraussichtlich am 31. Mai 2018 statt, wenn wir ins neue Gebäude einziehen.

Es gibt schon ein exaktes Datum für den Bezug des Neubaus?

Gemäss aktuellem Zeitplan, Ja. Doch dann folgt schon das nächste Kapitel: Wir müssen entscheiden, ob das Pflegezentrum umgebaut oder neu gebaut wird. Das Thema Bauen wird uns noch eine Weile beschäftigen.