Schlieren

Markus Bärtschiger ist neuer Stadtpräsident

Die Sieger der Wahlen in Schlieren

Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) gratuliert seinem Nachfolger Markus Bärtschiger (SP).

Die Sieger der Wahlen in Schlieren

Das Stimmvolk wählte den SP-Bauvorstand mit 805 Stimmen.

«Sie sind nicht wegen meiner Ansprache hierher gekommen», sagte Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) als er bemerkte, dass die versammelte Menge in der Eingangshalle des Schlieremer Stadthauses während seiner Rede gestern Nachmittag langsam unruhig wurde. Und so spannte er die Politiker und Kandidierenden nicht mehr länger auf die Folter. «Es wird kein weiterer Wahlgang nötig. Alle Behörden sind besetzt. Am 9. Juli kann in die neue Amtsperiode gestartet werden», sagte er und blickte zu seinem Parteikollegen Markus Bärtschiger. Der Bauvorstand erhielt im zweiten Wahlgang um das Stadtpräsidium 805 Stimmen und ist somit neuer Stadtpräsident von Schlieren. Überraschend kam der Sieg nicht. Nachdem sich Kontrahentin Manuela Stiefel (FDP) aufgrund zu wenig Unterstützung aus dem bürgerlichen Lager völlig unerwartet und trotz gutem Ergebnis im ersten Wahlgang – Stiefel erreichte am 4. März 977 und Bärtschiger 817 Stimmen – aus dem Rennen zurückzog, blieb er als einziger Anwärter aufs Amt zurück.

Es war kein Selbstläufer

Trotz dieser Ausgangslage wähnte sich der SP-Politiker nicht in Gewissheit. «Auch wenn ich der einzige Kandidat war, habe ich immer gesagt, dass die Wahl kein Selbstläufer ist.» Die Tatsache, dass nicht nur er, sondern auch andere Stadtratsmitglieder Stimmen erhalten hätten, zeuge davon. Und auch wenn das Ergebnis deutlich für ihn spricht, so erreichte Manuela Stiefel achtungsvolle 548 Stimmen. Sozialvorstand Christian Meier (SVP) erhielt 42, Werkvorsteher Stefano Kunz (CVP) 30 Stimmen. Dem neu in den Stadtrat gewählten Andreas Kriesi (GLP) trauten 25 Stimmbürger das Präsidium zu, 22 Personen sahen Schulpflegepräsidentin Beatrice Krebs (FDP) im Amt und drei Stimmen gingen an den neu in den Stadtrat gewählten Pascal Leuchtmann (SP).

Vortritt gelassen

Auch wenn sie mit ihrem Verzicht auf die erneute Kandidatur ihrem Kollegen den Vortritt gelassen hatte, freute sich Manuela Stiefel über ihr gutes Abschneiden. «Es zeigt, dass die Schlieremer Vertrauen und Hoffnung in mich setzen. Ich möchte diesen Ansprüchen gerecht werden.» Markus Bärtschiger habe keine leichte Aufgabe. «Er muss mich nun führen», sagte sie und lachte. Sie wünsche ihm alles Gute und werde ihn unterstützen. «Letztendlich geht es uns beiden um unsere Stadt.»

Für Markus Bärtschiger ist der Wahlsieg die Krönung seiner bisherigen Karriere in der Schlieremer Politik. 20 Jahre lang wirkte er als Gemeinderat im Parlament, das er zwei mal präsidierte. «Ich freue mich nun nach acht Jahren als Stadtrat auf die neue Herausforderung.» Weniger erfreut sei er über die tiefe Stimmbeteiligung. Sie lag bei rund 21,4 Prozent. «Das ist enttäuschend. Die Parteien haben einen guten Wahlkampf gemacht.» Daran liege es nicht. «Schlieren hat ein Defizit in Sachen direkter Demokratie. Daran müssen wir arbeiten.»

Die neue Aufgabe bringt für Bärtschiger Veränderungen mit sich. Als Ressortvorsteher Planung und Bau habe er klar definierte Aufgabenbereiche und Ziele gehabt. «Das Präsidiale ist eher wie ein Gemischtwarenladen. Es gibt diverse Themen, die behandelt werden müssen. Es ist daher schwieriger, Ziele zu definieren.» Wichtig sei ihm, dass sich Schlieren nicht selbst kleinrede, sondern ihre Vorzüge als aufstrebende Stadt erkenne.

Alle sozialen Schichten

Ein Anliegen ist Bärtschiger zudem, dass Schlieren für alle sozialen Schichten ein attraktiver Ort bleibt. «Für eine funktionierende Stadt brauchen wir nicht nur Ingenieure und Ärzte, sondern auch einfache Arbeiter.» Ein Schwerpunkt seiner Arbeit als Stadtpräsident wird zudem die Kommunikation sein. «Die Frage ist, wie wir neue und vor allem junge Leute ansprechen können. Als Kommunikationsmittel ist die lokale Presse für uns wichtig. Das Problem ist aber, dass diese vorwiegend eine ältere Leserschaft hat.»

Einen Tipp wollte der Noch-Stadtpräsident seinem Nachfolger nicht auf den Weg geben. «Es ist ein heiliges politisches Gesetz, dass man das eben nicht tut», sagte Brühlmann-Jecklin. Er liess es sich aber nicht nehmen, Bärtschiger zu beglückwünschen: «Viel Freude und Erfolg im neuen Amt. Ich hoffe, dass es dir gelingt, Schlieren weiterzubringen.»

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