Nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass der Bruno-Weber-Park einen neuen Stiftungsrat hat, verkündete die Künstlerwitwe Maria Anna Weber tags darauf eine weitere Neuigkeit: «In einer ersten Phase werde ich das neue Gremium mit meiner 40-jährigen Erfahrung und meinem Netzwerk unterstützen. In einer zweiten Phase will ich mich vom Skulpturenpark zurückziehen», sagte sie auf Anfrage.

Dies sei nun möglich, da sie dem neuen dreiköpfigen Stiftungsrat das Werk ihres 2011 verstorbenen Mannes voll und ganz anvertraue, so Weber weiter. Dieses Vorgehen sei in Absprache mit den neuen Stiftungsräten entschieden worden, es bestehe aber noch kein Zeithorizont, in welchem der Rückzug vom Bruno-Weber-Park vollzogen werden soll, so Maria Anna Weber.

Zum weiteren Vorgehen bei der Rettung des von finanziellen Engpässen geplagten Parks wollten aber weder das dreiköpfige Gremium noch Maria Anna Weber genauere Angaben machen. Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart (siehe Box) will informieren, wenn genaue Pläne vorliegen.

Konkrete Neuigkeiten gibt es hingegen vom Komitee zur Rettung des Bruno-Weber-Parks. Via Medienmitteilung verkündete dieses nämlich die vorläufige Einstellung all seiner Tätigkeiten. Das Komitee sammelte im Rahmen einer Petition bis Anfang Oktober 11 300 Unterschriften für die Rettung des Parks, die der Staatskanzlei des Kantons Aargau übergeben wurden. Seither konnten rund 4300 weitere Unterschriften gesammelt werden, die bald nachgereicht werden sollen.

Der Aargauer SP-Grossrat und Komiteepräsident Martin Christen schreibt in der Mitteilung weiter, dass trotz der Einstellung der Aktivitäten das Spendenkonto weiterhin bestehen bleiben wird. Dieses weise derzeit einen Stand von 3765 Franken auf und werde nach der allfälligen Wiedereröffnung des Parks zweckgebunden der Bruno-Weber-Stiftung übergeben, heisst es weiter.

Finanzielles Polster vorhanden

Dass der Skulpturenpark noch immer in einer finanziellen Bredouille steckt, darauf verweist Brigitte Bitterli. Die als kommissarische Stiftungsrätin verpflichtete Bitterli zeigt sich nach der Einsetzung des neuen Gremiums zwar erleichtert. Auf Anfrage der Limmattaler Zeitung sagt sie, dass mit diesem Schritt gar die Liquidation der Bruno-Weber-Stiftung abgewendet werden konnte. «Die Millionen, die es für eine Sanierung der Werke von Bruno Weber braucht, fehlen aber nach wie vor.»

Dem neuen Stiftungsrat hinterlässt Bitterli aber eine Stiftung, die finanziell besser gebettet ist, als sie sie selbst vorgefunden habe. «Im vergangenen Frühling, als ich das kommissarische Stiftungspräsidium übernommen habe, war die finanzielle Lage viel desolater als jetzt. Inzwischen verfügt die Stiftung über ein, wenn auch kleines, finanzielles Polster», so Bitterli.

Wie gross dieses ist, will sie nicht beziffern, sie sagt aber, dass es unter anderem dank des grossen Besucherandrangs der letzten Monate und der guten Arbeit des Teams im Park zustande gekommen sei.

Bitterli setzt viel Hoffnung in den neuen Stiftungsrat, da sich dieser mit Isabelle Cart, Roland Kuhn und Barbara Wiegand aus einer Kunsthistorikerin, einem Rechtsanwalt und einer Ökonomin zusammensetzt. «Es sind allesamt Persönlichkeiten, die sich auf ihrem Fachgebiet bestens auskennen und Wissen mitbringen, wie es für die Lösung der Probleme der Stiftung notwendig ist», so Bitterli.

Akzeptanz ist wichtig

Die neue Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart kennt Maria Anna Weber bereits seit Mitte der 1990er-Jahre und war auch dem Künstler selber bekannt. Dass es in Anbetracht der Differenzen zwischen der Künstlerwitwe und ehemaligen Stiftungsräten sinnvoller gewesen wäre, eine Persönlichkeit einzusetzen, zu der Maria Anna Weber keine persönliche Beziehung hat, sprich ein rein geschäftlicher Austausch möglich ist, glaubt Bitterli nicht. Sie erachtet es nicht als Hindernis, dass die neue Stiftungsratspräsidentin einen guten Draht zu Maria Anna Weber hat.

«Zwischen Maria Anna Weber und dem Stiftungsrat besteht ein Abhängigkeitsverhältnis, bei dem beide aufeinander zugehen müssen», so Bitterli. Dass sich beide Seiten kompromissbereit zeigen, sei umso wichtiger, da noch keine befriedigenden Nutzungs- und Eigentumsverhältnisse vereinbart wurden, sagt sie weiter. «Daher ist es vorteilhafter, dass jemand im Stiftungsrat Einsitz hat, der die Situation von Maria Anna Weber versteht und von ihr akzeptiert wird», sagt Bitterli.

Bruno Weber Park: Tele M1

Bruno Weber Park: Tele M1