«Wir haben uns auf Facebook kennengelernt», erklärt eine wolkenförmige Sprechblase über einem Händchen haltenden Pärchen. Ihre beiden Gesichter sind aufgeschlagene Bücher. Es ist der Erste von 40 Cartoons in Marco Eberlis neuem Buch «Alltägliches in Schräglage».

Amüsante Aspekte sieht der Dietiker Illustrator in alltäglichen Situationen immer wieder. Sie seien die Inspiration für seine Cartoons, die von «niedlich bis hoppla» und von «himmlisch bis höllisch» reichen, sagt Eberli. «Die gute Mischung macht es aus.» Ab Mitte des Buches werden die Witze immer zugespitzter. «Es darf durchaus Seitenhiebe geben, solange sie nicht zu böse und primitiv sind», verteidigt sich der gelernte Bühnenmaler. Die Welt sei schliesslich grau genug.

Der «Thon» macht die Musik

Erst im vergangenen Sommer hat Eberli begonnen, seine Ideen zu skizzieren. «Bis sich 40 Stück angesammelt haben.» Zuerst habe er gar nicht gewusst, was er mit der Sammlung anfangen sollte. «Aber es ist wie bei losen Fotos, die machen sich in einem Album auch besser.» Er fasste den Entschluss, ein gebundenes Buch aus seinen Cartoons zu fertigen.

Es ist bereits das zweite Buch, das Eberli herausgibt. Vor elf Jahren veröffentlichte er sein erstes Werk «C'est le thon qui fait la musique» mit Cartoons zum Thema Musik.

Ein Cartoon mit demselben Namen findet sich auch im neuen Werk wieder. Das Instrument des gezeichneten Musikers ist aber keine normale Trompete, sondern eine geöffnete Thon-Büchse, aus der Musik ertönt. «Thonangebend» seien heute andere Konserven wie CD und MP3, so der ergänzende Kommentar zur Zeichnung. Seine Ideen holt sich Eberli auch aus Zeitungen. Immer wieder ist das aktuelle Zeitgeschehen Anstoss für einen neuen Cartoon. «War überall die Rede von Kinderarbeit, überlegte ich mir eben einen Witz dazu», so Eberli.

Auf die Schippe nimmt er in Anlehnung an Lance Armstrongs Dopinggeständnis auch den Radsport. Der Cartoon zeigt eine Wespe, die einem Radprofi hinterher jagt und versucht ihm in den Hintern zu stechen. «Noch 200 Meter», ruft sie mit ausgefahrenem Stachel. Der Cartoon sei sozusagen der Beweis, dass es auch ohne Doping gehe, sagt Eberli und schmunzelt.

Schon in seiner Schulzeit war Eberli derjenige, der einen Sechser im Zeichnen bekam. «Allerdings war es der Einzige», fügt er an. Als Startphase des Daseins als Cartoonist bezeichnet Eberli die Zeit des Zweiten Weltkriegs. «Früher habe ich politische Karikaturen aus der Weltwoche abgezeichnet.» Nach der Lehre als Bühnenmaler entwarf Eberli als Grafikdesigner Prospekte und Plakate für verschiedene Produkte Zuletzt war er als Fotograf tätig. Heute widmet er sich voll und Ganz den Cartoons und will vielleicht schon bald für eine Fortsetzung sorgen.