Urdorf

Marcella Nocco ist Vize-Weltmeisterin im Haare schneiden

Marcella Nocco ist Coiffeur-Vizeweltmeisterin und schneidet die ausgefallensten Frisuren. «Die Kunden haben dank meines Titels noch viel mehr Vertrauen. Sie lassen sich gerne beraten und von mir die Haare schneiden», erzählt die Urdorferin.

Marcella Nocco sitzt gerade noch selbst im Coiffeur Stuhl und lässt sich Volumen in ihr schwarzrot gefärbtes Haar föhnen. Gestylt wird sie vom Chef des «art coiffure kaiser» in Zürich persönlich und geniesst es, ausnahmsweise selbst verwöhnt zu werden. Denn seit die 21-jährige Jung-Coiffeuse aus Urdorf in diesem Monat zur Vize-Weltmeisterin im Haare schneiden gekürt worden ist, bleibt ihr den Tag durch im Salon kaum mehr Zeit zum Verschnaufen. «Die Kunden haben dank meines Titels noch viel mehr Vertrauen. Sie lassen sich gerne beraten und von mir die Haare schneiden», erzählt die Urdorferin.

Die Atmosphäre im Coiffeur Salon ist familiär und gelassen. «Genau das gefällt mir hier, es ist wie eine WG», so Nocco. Es sei immer ihr Wunsch gewesen im «art coiffure kaiser», das direkt neben dem Zürcher Hauptbahnhof gelegen ist, Haare zu schneiden.

Bunte und freche Haarschnitte

Seit dem März 2011 ist Nocco fester Bestandteil des Teams und empfängt täglich mehrere Kunden. Schon als Kind träumte sie davon, Coiffeuse zu werden. Den Gedanken, einmal bei den Coiffeur-Weltmeisterschaften dabei zu sein, hatte sie nie: «Ich brauche aber die Herausforderung. Nachdem ich die Lehre gemacht und alle Prüfungen bestanden habe, fragte ich mich: Was kommt als Nächstes.»

Bevor Nocco aber Vizeweltmeisterin wurde, gewann sie bereits den Titel der Juniorenmeisterin der Schweiz. An Wettbewerben habe sie die Möglichkeit, Frisuren zu kreieren, die sie im Alltag nicht umsetzten kann. «Eine solch ausgefallene Kombination von Farbe und Schnitt wünscht selten jemand», so Nocco.

Trotzdem gebe es durchaus immer wieder Kunden, die eine totale Typveränderung wünschen. Dabei sei es wichtig, die Person zu beraten. «Es kommt auf das Gesamtpaket an. Die Frisur muss auf die Gesichtsform und den Kleidungsstil des Kunden angepasst werden», erklärt die Coiffeuse. Momentan in Mode seien Kurzhaarschnitte für Frauen und für Mutige sind auch farbige Hairtattoos wieder angesagt.

Hinter den Laufstegen frisieren

Sie selbst lässt ihre Frisur auch andauernd verändern. «Lang oder kurz, rot oder blond», sagt die Friseurin und lacht. Ihr Traum ist es, in den Modestädten Mailand, Paris und London Fuss zu fassen und professionell Models für den Laufsteg zu frisieren. «Bis dahin ist es ein langer Weg», weiss Saloninhaber Alexander Kaiser. Denn als Coiffeur seien die Aufstiegsmöglichkeiten gering. Ihm liegen die Träume seiner Mitarbeiter am Herzen und er unterstützt die Jung-Coiffeure so gut, wie es geht. «Marcella hat die besten Voraussetzungen erfolgreich zu werden», sagt Kaiser.

Übungsköpfe mit Hairtattoos

Ein extra eingerichteter Übungsraum, bietet den Lehrlingen und Coiffeuren die Möglichkeit, an Modellköpfen Frisuren zu üben. Übungsköpfe mit den unglaublichsten Hairtattoos und Frisuren dekorieren das kreative Chaos des Raumes. «Hier habe ich Stunden verbracht und Frisuren geübt», erinnert sich Nocco.

Bald steht die Europameisterschaft an und Marcella Nocco spielt bereits mit dem Gedanken, am Wettkampf teilzunehmen. Dann wird sie sich weiter kreativ an den Puppenköpfen im Übungsraum versuchen und die ausgefallensten Frisuren schneiden.

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