Marcel Weber, zuletzt machten Sie von sich reden, als Ihnen im November nur 55 Stimmen zum Einzug in die Urdorfer Schulpflege fehlten. Haben Sie die Niederlage gut verkraftet?

Marcel Weber: Ich hatte nichts zu verkraften, sondern war damals eher positiv überrascht, dass es so knapp wurde. Hätte ich mit mehreren hundert Stimmen Unterschied verloren, wäre es das gewesen mit meinen politischen Ambitionen.

Im Umkehrschluss heisst das: Die vielen Stimmen waren für Sie ein Ansporn, bei den Gesamterneuerungswahlen im März 2018 anzutreten?

Ich habe fest im Sinn, für die Schulpflege zu kandidieren. Es braucht dort auch Leute, die selber schulpflichtige Kinder haben. Ich will mich aktiv einbringen und finde es schade, dass zum Beispiel an der Gemeindeversammlung so wenig Junge da sind. In der Politik steht schliesslich immer unsere Zukunft auf dem Spiel.

Werden Sie bald einer Ortspartei beitreten? Das würde womöglich Ihre Wahlchancen erhöhen.

Nein. Ich stehe auch als Versicherungsberater in der Öffentlichkeit. Darum möchte ich lieber unabhängig bleiben und mich nicht parteipolitisch positionieren. Für später kann ich es mir aber vorstellen.

Weniger ernst wird es am 9. September, wenn Sie in der Urdorfer Zentrumshalle die erste Schlagernacht durchführen. Woher kam die Idee?

Freunde von mir wollten ursprünglich ein Open Air im Reppischtal organisieren. Am Freitag Rock, am Samstag Schlager, die schöne Umgebung – das würde wohl gut ankommen. Aber die Vorgaben von Naturschutz und Militär erschweren einen Anlass dort im Reppischtal. So kamen wir auf die Idee, kleiner anzufangen, in der Zentrumshalle, und uns auf Schlager zu beschränken.

Die Idee ist offenbar nicht schlecht: Das Parterre war schon Mitte Juli ausverkauft, auf der Tribüne gibt es noch Plätze. Wie viele Tickets haben Sie bisher insgesamt abgesetzt?

Knapp 700 von 860. Die meisten verkaufen wir selbst, einen kleinen Teil setzen wir zudem über Ticketcorner ab. Wir werden diverse Gäste aus Bern, Basel, St. Gallen und anderen Schweizer Orten begrüssen dürfen. Die Paldauer aus Österreich und der Schweizer Stefan Roos haben eine grosse Anziehungskraft, ganz egal, wo sie spielen. Das merken wir beim Ticketverkauf.

Auf Facebook – die Schlagernacht hat dort schon fast 600 Likes – warnen Sie davor, die Tickets woanders als bei Ihnen oder bei Ticketcorner zu kaufen. Haben die Ticketbetrüger-Banden bereits vom Anlass Wind bekommen?

Leider ja. Bei uns hat sich eine Person gemeldet, die das Ticket auf einer solchen Plattform kaufte, wo es zu überhöhten Preisen angeboten wird. Wir können nur davor warnen.

Am Tag der Schlagernacht findet gleichzeitig die Schlieremer Wiesn-Gaudi statt, die seit acht Jahren fest zur Limmattaler Fest-Agenda gehört. Ist das nicht etwas ungeschickt?

Wird sind keine Konkurrenz. Oktoberfeste ziehen ein anderes Zielpublikum an als Schlagerpartys. Zudem haben wir viele ausserkantonale Gäste an der Schlagernacht. Die beiden Anlässe haben nicht die gleiche Zielgruppe.

20 Tage nach der Schlagernacht findet in Urdorf die 40. Chilbi statt, auch das ein grosses Fest. In der Beiz der Clique Schäflibach tritt dann ebenfalls Stefan Roos auf. Kann man sich das Schlagernacht-Billett also sparen?

Dann verpasst man nicht nur die grösste Limmattaler Schlagerparty, sondern auch die Paldauer. Wer gerne Schlager hört, kommt an den Paldauern nicht vorbei. Und Stefan Roos als erfolgreichsten Schweizer Stimmungssänger kann man sehr gut mehrmals hören. Wie die Paldauer hat auch er ein grosses Repertoire. Darunter sind viele Lieder, die einfach jede und jeder kennt.

Sie sind bereits auf Expansionskurs: An der Schlagernacht 2018 sollen dann schon vier Künstler auftreten. Werden dann auch die Tickets teurer?

Die Preise werden dann leicht steigen. Dafür erhält man aber mehr geboten. Zudem wird es dann auch Künstler darunter haben, die ein jüngeres Publikum anziehen.

So freuen sich Die Paldauer auf die Urdorfer Schlagernacht

So freuen sich Die Paldauer auf die Urdorfer Schlagernacht

Haben Sie genug Parkplätze für Gäste, die mit dem Auto kommen?

Wir haben eine Vereinbarung, dass die Besucher der Schlagernacht ab 19 Uhr das Spitzacker-Parkhaus benutzen dürfen. Sollte sich zeigen, dass das Parkhaus und weitere öffentliche Parkplätze nicht ausreichen, müssten wir uns dann für 2018 etwas anderes überlegen.

Und wie stehts mit der Festwirtschaft?

Da haben wir uns von einer Schlager-Party in Bad Ragaz inspirieren lassen. Ein fünfköpfiges Team aus Österreich nimmt nur die Bestellungen auf, die dann elektronisch an die Tresen weitergeleitet werden, von wo aus die Urdorfer Guggemusig Stiereschränzer dann servieren wird. So muss niemand lange warten. In der Küche steht die Urdorfer Fega Service GmbH. Nach den Auftritten läuft dann der Barbetrieb mit DJ bis 2 oder 3 Uhr weiter.

Sie organisieren ein Fest nach dem anderen. Was treibt Sie an?

Mein Hauptantrieb ist, etwas im Dorf zu bewegen. Und wenn die Gäste zufrieden sind, ist das eine grosse Freude. Als Versicherungsberater schadet es zudem nicht, wenn die Leute einen kennen.