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Marcel Caforio hört den Gästen gerne zu – deshalb war gehobene Gastronomie seit Beginn sein Ziel

Der gelernte Koch Marcel Caforio serviert schon seit zehn Jahren in der Dietiker «Krone».

Marcel Caforio ist mit Herzblut Gastgeber. Wer gelegentlich in der Taverne zur Krone in Dietikon essen geht, der wurde bestimmt schon von ihm bedient. Seine Arbeit beschreibt er als ein Feuerwerk an Emotionen. «Wenn die Gäste am Ende zufrieden aufstehen und ich ihre Freude spüre, dann kann ich nachher gut schlafen», sagt er.

Die Leidenschaft fürs Gastgeben hat Caforio schon als Kind entdeckt: «Ich habe gerne den Tisch gedeckt und mich um die Dekoration gekümmert.» So habe er seiner Mutter geholfen und Gastgeber gespielt. Auch heute sei ihm ein guter Service wichtig. «Ich mag es, wenn es schön ist», sagt er. Das gelte auch für sein Privatleben.

Aufgewachsen ist Caforio in Dietikon. Heute ist er in Würenlos zu Hause. Seine Lehre als Koch und im Service absolvierte er im «Witschi’s Restaurant und Bar» in Unterengstringen. Daran erinnert er sich gerne. «Ich hatte es immer gut und blieb oft mehrere Jahre an einem Ort», sagt er. Die gehobene Gastronomie war von Anfang an sein Ziel.

Sein Weg führte ihn nach Adelboden und ins Tessin. Stets in Gaststuben, die einen hohen Genussstandard bieten. Zudem war er in Zürich Höngg im «Wine and Dine» tätig. Für ihn sei rasch klar gewesen, dass er im Service und nicht in der Küche zu Hause sei. Einen längeren Aufenthalt im Ausland oder auf einem Kreuzfahrtschiff sei für ihn nie ein Thema gewesen. Vielmehr schätze er ein familiäres Umfeld.

Im Service taucht man in das Leben der Gäste ein

Die Stelle in der Taverne zur Krone habe er durch Zufall gefunden. «Es hat sich so ergeben», sagt er. «Ich habe damals auf einer Tafel gesehen, dass ein Mitarbeiter im Service gesucht wird.» Das war 2010, direkt nach dem Umbau des Gebäudes. Aus der Bewerbung wurden zehn Jahre Mitarbeit. «Es stimmt für mich alles. Und wenn es mir gefällt, dann bin ich ein treuer Mensch», sagt Caforio. Er schätze es, dass er mit dem Team etwas aufbauen konnte.

Das Schöne im Service und an der langen Mitarbeit sei es, dass man einen kleinen Einblick in das Leben der Gäste erhält. «Wir haben zum Beispiel junge Gäste, die bereits mit ihren Eltern zum Essen kamen», sagt er. Wenn diese dann ein paar Jahre später in Begleitung einen Tisch reservieren würden, dann freue ihn das. Auch den Gästen, die im Berufsleben standen und mittlerweile pensioniert seien, höre er gerne zu. Es sei auch schon vorgekommen, dass in der «Krone» ein Heiratsantrag gemacht wurde. Ein Teil von solchen emotionalen Momenten im Leben eines Gastes zu werden, das gefalle ihm. Wenn das Paar wenig später einen Kinderwagen schiebe, dann freue ihn das.

Mit dem Tischdecken beginne man immer wieder von neuem damit, Gästen solche Momente zu ermöglichen. «Die Gastronomie vereint alles, was mir gefällt. Jeder Tag ist anders», sagt er. Man wisse nie, was einen erwarte. Das Flair zur Kreativität zeigt er auch, wenn er die an die Saison angepasste Dekoration mitgestaltet.

Caforio ist die Ruhe in Person. Stress macht ihm nichts aus. Im Gegenteil. Er findet Service-Stress schön. «Es gibt Momente, da sage ich mir, so jetzt setze ich mich für zwei Stunden in einen Ferrari und gebe Vollgas», sagt er und lacht. Er habe in den Jahren viel gesät und ernte mit seiner Tätigkeit in der «Krone» die Früchte.

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