Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis zeichnete von dem aus Antigua und Barbuda stammenden Beschuldigten das Bild eines dreisten Betrügers, Herzensbrechers und Gewalttäters. Die Anklageschrift setzte im März 2012 an, als der attraktive dunkelhäutige Chauffeur an seinem Arbeitsplatz eine Sicherheitsangestellte kennenlernte und mit ihr eine intime Beziehung einging. Laut Anklage stellte der Beschuldigte seiner Geliebten schon nach wenigen Tagen die Heirat und ein gemeinsames Leben in Aussicht.

Er bot ihr auch an, dass sie zu ihm in sein Haus im Kanton Schaffhausen einziehen könnte. Der Schönheitsfehler war dabei, dass die Hälfte der fraglichen Liegenschaft einer anderen Freundin und Verlobten gehörte.

Der Heiratsschwindler erklärte der Geschädigten, dass er in Zürich für die gemeinsame Zukunft einen Barbetrieb kaufen wolle und bat sie deshalb um hohe Geldbeträge. Die verliebte Sicherheitsbeamtin überwies dem Beschuldigten in den nächsten Wochen mehrere hohe Geldbeträge von insgesamt über 165 000 Franken.

Mit intimen Nacktbildern erpresst

Der Beschuldigte nahm die beachtlichen Summen dankend entgegen und finanzierte damit den Trauring und die Heirat mit seiner zweiten, Schaffhauser Freundin. Zudem für einen Landkauf in seiner Heimat. Schon am 5. Mai 2012 läuteten die Hochzeitsglocken für die Freundin Nummer 2.

Als Freundin Nummer 1 Ende Mai dann den Schwindel bemerkte, war es bereits zu spät. Als sie enttäuscht von ihrem Ex-Liebhaber das Geld zurückforderte, zeigte er eine andere Seite. Er drohte, dass er sie beruflich und privat zerstören werde. Er werde intime Nacktbilder, die er von ihr erstellt hatte, bei ihrem Arbeitgeber in Umlauf bringen, erklärte er der abgezockten Geschädigten.

Am Rheinfall den Tod angedroht

Die Ehe mit Freundin Nummer 2 stand indessen unter einem schlechten Stern. Die Anklage berichtet, wie sich die Eheleute Ende Mai 2014 massiv zerstritten und sie ihn verlassen wollte – worauf er sie am Rheinfall nicht nur mit dem Tod bedroht haben, sondern auch im gemeinsamen Haus mit beiden Händen so stark gewürgt haben, dass sie keine Luft mehr bekam.

Kurze Zeit später nahm die Polizei den Beschuldigten fest. Er sitzt seither im Bezirksgefängnis Dietikon und muss sich seit letzter Woche nicht nur wegen mehrfachen Betrugs, Veruntreuung, versuchter Erpressung, Körperverletzung und Drohung, sondern auch wegen Vergewaltigung vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten.

Der Vergewaltigungsvorwurf steht in Zusammenhang mit einer weiteren Freundin – Nummer 3 – aus Dietikon. Mit ihr unterhielt der Beschuldigte zwischen Mitte 2011 und Sommer 2013 ein regelmässiges sexuelles Verhältnis. Also während eines Zeitraumes, in dem er auch mit den beiden anderen Geschädigten intim verkehrte.

Als die Ungarin am 19. Juni 2013 die Beziehung zu ihrem Liebhaber beenden wollte, ging er laut Anklage in ihrer Dietiker Wohnung zum Angriff über und erzwang gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr. Bei anderen Übergriffen soll er die Geschädigte geschlagen und gewürgt haben.

Angeklagter beteuert Unschuld

Vor dem Gericht beteuerte der Beschuldigte seine Unschuld und behauptete, dass Freundin Nummer 1 über die Hochzeit mit Freundin Nummer 2 schon bald im Bilde gewesen sei. «Ich bin kein Heiratsschwindler», hielt er trotzig fest.

Während die Staatsanwältin für den Chauffeur eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahre verlangte, setzte sich die Verteidigung für Freisprüche und die sofortige Haftentlassung ihres Klienten ein.

Der Prozess am Bezirksgericht Dietikon ist bisher noch nicht beendet. Das Urteil soll im Verlauf dieser Woche eröffnet werden.