Dietikon
«Man wusste schon 2007, dass etwas gehen muss»: Chef der Limmattaler Post verabschiedet sich

Nach 16 Jahren nimmt Rolf Schilliger den Hut und verabschiedet sich als Chef der Limmattaler Post. Alessandro Suppa wird seinen Platz einnehmen.

Alex Rudolf
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Rolf Schilliger (links) geht, Alessandro Suppa kommt: Bereits vor rund 10 Jahren war Suppa in der Dietiker Postfiliale tätig.

Rolf Schilliger (links) geht, Alessandro Suppa kommt: Bereits vor rund 10 Jahren war Suppa in der Dietiker Postfiliale tätig.

Limmattaler Zeitung

2002 kamen Sie als neuer Filialleiter der Dietiker Post beim Bahnhof erstmals in die Stadt. Was war Ihr erster Eindruck?

Rolf Schilliger: Noch bevor ich die Stelle antrat, machte ich einen Ausflug nach Dietikon und stellte fest, dass der Zugang zur Post damals durch den Coop Pronto führte – das irritierte mich stark. Es war schon speziell, dass eine derart grosse Filiale wie Dietikon 1 über keinen eigenen Kundeneingang verfügt. Mit dem Umbau im Jahr 2009, der einen temporären Umzug in ein Provisorium neben dem Bahnhofgebäude nötig machte, konnten wir dieses Manko zum Glück beheben.

Nur kurze Zeit nach Ihrem Stellenantritt testeten Sie in der Silbern bereits ein schweizweites Novum.

Etwa drei Wochen nach meinem Start hier in Dietikon erhielt ich Besuch von Vertretern des Gewerbes, die unter anderem ein postalisches Angebot in der Silbern wünschten. Wir erkämpften uns den Pilotbetrieb eines bedienten Schalters für Geschäftskunden, der zwischen 16 und 18 Uhr geöffnet und bei einem anderen Unternehmen eingemietet ist. Damals ein völliges Novum in der Post-Landschaft. Der richtige Schritt, wie sich schnell zeigte. Die Filiale besteht noch immer in ihrer damaligen Form.

Vor elf Jahren wurden Sie dann zum Leiter des Filialgebiets Dietikon, bestehend aus 12 Poststellen. Zeichneten sich die Schliessungen und Umstrukturierungen von Filialen ab 2010 bereits zu diesem Zeitpunkt ab?

Man wusste schon damals, dass das Netz im Wandel ist und etwas gehen muss. Man fragte sich, ob es noch sinnvoll ist, eine kleine Filiale mit reduzierten Öffnungszeiten und täglich 50 bis 70 Kunden zu betreiben. Konkrete Massnahmen wurden aber erst nach und nach bekannt.

Wie stark wurde das Poststellennetz in der Region eingedämpft?

Das lässt sich nicht eins zu eins sagen. Anfang 2018 fusionierten die beiden Filialgebiete Schlieren und Dietikon zu einer neuen, grösseren Region. Beide starteten 2007 mit jeweils 12 Filialen. Ab 2010 folgten zahlreiche Schliessungen oder Umwandlungen zu Agenturen mit Partnern wie etwa Volg. Nun nach der Fusion verfügt das neue Filialgebiet wieder über 12 Standorte mit etwa ebenso vielen Partnerfilialen.

Was heisst das bezüglich der Anzahl Angestellter?

2007 beschäftigten wir im Gebiet Dietikon, zu welchem neben den fünf Filialen im Bezirk Dietikon auch deren sieben im Kanton Aargau gehörten, zwischen 75 und 80 Personen. Durch die Umstrukturierung senkte sich dies bis auf zwischen 50 und 55 Personen. Mit der Fusion mit dem Filialgebiet Schlieren kommen wir wieder auf rund 75 Angestellte.

Welche Reaktionen kamen aus der Bevölkerung auf Sie als Regionalleiter zu, als die Umstrukturierungen bekannt wurden?

Ich war bei den meisten Informationsveranstaltungen dabei und merkte, dass einige Kunden nicht zufrieden waren. Besonders jene, die sich über lange Jahre an die Postfiliale und an das Schalterpersonal gewöhnt hatten.

Und wie reagierten die Mitarbeiter?

Solche Umstrukturierungsentscheide kommen nicht von heute auf morgen. Daher war es wichtig, die Weichen früh zu stellen, damit Mitarbeiter im Unternehmen behalten werden können. In diesem Bereich haben wir uns sehr viel Mühe gegeben. Heute lässt sich sagen, dass uns das auch sehr gut gelungen ist.

Mit den Umwälzungen ist es noch nicht vorbei. Was kommt weiter auf den Limmattaler Post-Kunden zu?

Mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft muss auch die Post schritthalten. Ein Paradebeispiel hierfür ist etwa der MyPost24-Automat, den es bereits an 130 Standorten in der Schweiz gibt – unter anderem in Spreitenbach. Ein solcher wird voraussichtlich noch dieses Jahr beim Eingang der Dietiker Filiale eröffnet und gibt den Kunden die Möglichkeit, rund um die Uhr Pakete zu versenden und zu empfangen.

Sie bleiben der Post auch weiterhin treu und befassen sich künftig mit der Innovation des gelben Riesen.

Genau. Ich wechsle in den Bereich Netzsupport und widme mich der Umsetzung verschiedener postalischer Formate in der Ostschweiz. Eine Aufgabe, die mich sehr reizt.

Zur Person: Rolf Schilliger

Der 50-jährige Rolf Schilliger ist noch bis Ende Juli Leiter der Filiale 1 beim Bahnhofplatz in Dietikon und des Filialgebiets Dietikon. Dieses verfügt aktuell über 12 Filialen zwischen Birmensdorf und Spreitenbach sowie über ebenso viele Partnerfilialen. Seine Nachfolge tritt Alessandro Suppa an, der aktuell ein Filialgebiet in der Stadt Zürich leitet. Schilliger ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und wohnt in Hedingen.