Urdorf
Man will bereit sein für zukünftige Probleme

Der Gemeinderat will sich für die Anforderungen der Zukunft rüsten. Er lässt bis März 2014 ein Gemeinde- und Standortentwicklungskonzept erarbeiten.

Flavio Fuoli
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Auch die Entwicklung des Verkehrs ist Bestandteil des neuen Konzepts.Flavio Fuoli/archiv

Auch die Entwicklung des Verkehrs ist Bestandteil des neuen Konzepts.Flavio Fuoli/archiv

«Der Ursprung dieses Konzepts ist der Entwicklungsdruck im Limmattal, den wir spüren», erklärt Rebecca Bauder, Bereichsleiterin Planung, Bau und Umwelt auf der Verwaltung gegenüber der Limmattaler Zeitung. Die zu behandelnden Themenfelder beinhalten hauptsächlich die Siedlungs-, Landschafts- und Verkehrsentwicklung und in diesem Zusammenhang auch die beiden Urdorfer Wirtschaftsräume Nord und Bergermoos.

Leitbild konkretisieren

Das Konzept soll dazu dienen, die Qualität des Standorts Urdorf zu erhalten und zu verbessern, teilt der Gemeinderat mit. Das Konzept werde verschiedene, insbesondere raumplanerische Massnahmen aus dem Leitbild des Gemeinderats, «Urdorf 2010+», konkretisieren. «Das schlussendliche Produkt wird abgestimmt sein auf die Vorgaben von Bund, Kanton und Region und verschiedene Handlungsoptionen aufzeigen», so der Gemeinderat weiter. Das Gemeinde- und Standortentwicklungskonzept sei nur für die Gemeinde behördenverbindlich. «Wichtig ist zu wissen, dass das Konzept am Schluss ein Planungs- und Strategieinstrument sein wird für den Gemeinderat und die Verwaltung», präzisiert Rebecca Bauder.

Man brauche eine Strategie, wie man mit der Entwicklung umgehen soll. Dies sei eine komplexe Materie, weshalb die Gemeinde auch das Planungsunternehmen Basler & Hofmann AG als fachliche Unterstützung beigezogen habe.

Auslöser Limmattalbahn

Der Auslöser für die Erarbeitung des Gemeinde- und Standortentwicklungskonzepts sei auch die sich in Planung befindende Limmattalbahn, erklärt Rebecca Bauder weiter. «Sie ist ein wichtiger Indikator für das Konzept.» Sie sei für die Entwicklungsfrage, insbesondere im Wirtschaftsraum Nord, sehr relevant.

Der Gemeinderat hat für die Erarbeitung des Konzepts sechs Themenfelder deklariert: Siedlung und Landschaft, Entwicklung der Wirtschaftsräume Bergermoos und Nord, Verkehr, Infrastrukturanlagen der Gemeinde, Energie sowie Entwicklung des Gemeindehaushalts.

Was heisst das konkret? Rebecca Bauder erklärt: «Für den Bereich Siedlung und Landschaft bedeutet es zum Beispiel die Frage, welches Einwohnerpotenzial besitzen wir mit unserer heutigen Fläche. Wie und wo soll sich Wohnraum entwickeln und was hat das für Auswirkungen auf die gesamte Gemeindeentwicklung?»

Die Gemeinde spüre den Siedlungsdruck der Agglomeration Zürich. Vermutlich werde man einmal mehr Einwohner als heute zählen. Die Tendenz sei jedenfalls steigend. «Der Gemeinderat will sich auf die Entwicklung, die von der Agglomeration kommt, vorbereiten», so Bauder.

Beim Thema Wirtschaftsräume will der Gemeinderat unter anderem herauszufinden, was die Limmattalbahn auslöst, ob man mit zusätzlichen Investoren konfrontiert werde. «Ende März 2014 wollen wir Handlungsfelder kennen und wissen, wo Handlungsbedarf besteht, damit wir ihn angehen können», sagt Bauder.

Vielleicht Teilrevision der BZO

Möglich, dass aus diesem Projekt ein kommunaler Gesamtrichtplan erarbeitet werde und der heutige Prozess als Vorbereitung für eine mögliche Teilrevision der Bau- und Zonenordnung dienen könnte, erklärte Bauder.

Ab März 2014 können die weiteren Schritte und Aufgaben vielleicht für die nächsten fünf Jahre entstehen, der konkrete Prozess sei noch offen.