«Die Leute reagieren eben auf das Wetter», sagt der Sicherheitsangestellte, der auf einem Parkplatz im Dietiker Silbern-Quartier gemütlich auf und ab geht. Das schlechte Wetter am Montag habe viele Weihnachtsshopper hierher getrieben, heute sei es wieder ruhig. Hinter ihm reiht sich der Moosmattstrasse entlang ein Elektronik-Laden nach dem andern – sie sind weitgehend leer.

«Jeder Tag ist anders. Kurz vor Weihnachten werden bestimmt noch einmal viele Leute kommen», sagt Roger Oldani, Leiter der «Data Quest»-Filiale. Grundsätzlich spüre er aber, dass die Leute viel mehr im Internet einkaufen, seit «Data Quest» 2007 die Filiale im Silbern-Quartier eröffnet habe. «Zur gleichen Zeit vor fünf Jahren wäre dieser Laden voll gewesen», so Oldani.

Was ihm besonders aufgefallen ist: «Seit der neue ‹Star Wars› im Kino läuft, verkaufen wir enorm viele dieser ferngesteuerten BB-8-Roboter.» BB-8 ist der heimliche Star des vergangene Woche angelaufenen Films. Oldani geht zu einem der Regale und will das Produkt vorführen – BB-8 ist aber bereits wieder ausverkauft.

Die Kauffreude beim diesjährigen Weihnachtsverkauf wird überregional als verhalten beurteilt. Besonders der Detailhandel leide weiterhin unter dem starken Franken und der damit verbundenen Angst, dass die Arbeitslosigkeit weiter steigen könnte, schreibt die Konjunkturforschungsstelle der ETH in ihrem Dezember-Bulletin.

Eine Umfrage bei Zürcher Detailhändlern des «Tages-Anzeigers» stützt diese Prognose: Geschäfte wie Franz Carl Weber oder Manor, wo typischerweise viele Weihnachtsgeschenke gekauft werden, geben leicht tiefere Umsätze als im letzten Jahr an. Neben dem starken Franken nennen sie auch das warme Wetter als Grund für das zurückhaltende Konsumverhalten.

Auch im Dietiker Silbern-Quartier ist das auffallende Wetter zu spüren. Das Verkaufspersonal bestätigen, dass der trübe Montag ein guter Verkaufstag war. «Der beste Tag ist aber jedes Jahr der 23.», sagt der Sicherheitsangestellte auf dem Parkplatz.

In einem grossen Gebäude an der Moosmattstrasse, in dem einige Outletshops für Kleider eingemietet sind, gehen ein paar Kunden durch die Gänge, Weihnachtsshopper sind hier aber nicht zu finden. «Das erledigen wir erst vor dem 7. Februar», sagt eine Frau, während sie ihre Kinderwagen dem Ausgang entgegen schiebt. Dann feiern die Serben nämlich ihr orthodoxes Weihnachtsfest.

Vor dem Parkplatz des «Media Markts» bilden einige Autos eine kleine Schlange. Auch drinnen im Laden herrscht mehr Betrieb als an der Mossmattstrasse – und es werden auch Geschenke gekauft. Eine Frau aus Bremgarten läuft zügig aus dem Geschäft, hinter ihr Mann und Tochter, in der Hand eine «Play Station 4» und ein Videospiel.

«Das ist das Weihnachtsgeschenk für meinen Mann», sagt sie. «Weil er sich sowieso eine Spielkonsole gewünscht hat, musste ich sie auch nicht verpacken.» Drinnen steht ein Mann vor einem Gestell und begutachtet die prominent ausgestellte «iWatch». Er überlege sich, sie seiner Frau auf Weihnachten zu schenken, sei aber noch nicht sicher.

Verhaltener Tag im «Media Markt»

«Heute läuft der Verkauf eher verhalten», sagt «Media Markt»-Filialleiter Reto Steffen. Kurz vor Weihnachten erwarte er noch einen letzten Ansturm – und dann wieder nach den Festtagen. «Dann gehen die Leute wieder shoppen, weil sie denken, dass die Produkte billiger sind.» Wie Steffen vorausgesagt hat, kommen am späteren Nachmittag noch einige Kunden in den Laden.

Draussen auf dem Parkplatz dreht ein Kantonspolizist in Zivil mit einer Begleiterin seine Runden und kontrolliert verdächtige Personen. «In der Weihnachtszeit sind nicht nur Menschen mit guten Absichten unterwegs», sagt er und gibt den Ausweis zurück. Heuer werde aber nicht mehr gestohlen als in früheren Jahren.