Birmensdorf

«Man kann mit sehr wenig, so viel für die Natur verbessern»: Jubiläumsfeier des Natur- und Vogelschutzvereins

Naturfreunde auf der Suche nach Artenvielfalt im Raum Birmensdorf.

Naturfreunde auf der Suche nach Artenvielfalt im Raum Birmensdorf.

Zum 80-Jahr-Jubiläum des Natur- und Vogelschutzvereins gab es Exkursionen in der Region, die früher mehr Artenreichtum aufwies.

Erst bei genauem Hinsehen fallen einem die unzähligen Bienen, Käferarten und Schmetterlinge auf, die in einem kleinen Naturparadies mitten in Birmensdorf um die Wette fliegen. Das gesamte Biotop beim Risliquartier und ein eigens für Wildbienen eingerichtetes Häuschen wird vom Natur- und Vogelschutzverein Birmensdorf bewirtschaftet. «Man kann mit sehr wenig, so viel für die Natur verbessern», sagte Josef Senn, Biologe und Vizepräsident des Vereins, beim Rundgang hinauf zum Feuerhügel, wo sich ein Ausblick über das Dorf bot.

Mit vierzig Nistkästchen habe 1938 alles angefangen, heute seien es deren achthundert, erzählte Vereinspräsident Bruno Stadler zur Feier des 80-Jahre-Jubiläums, das im kleinen Rahmen im Gemeindezentrum Brüelmatt gefeiert wurde. Geboten wurde an diesem Samstagnachmittag neben diversen Exkursionen – es galt die Natur in Birmensdorf zu entdecken – auch ein Apéro, um das Gemeinschaftliche zu pflegen und anzustossen.

«Was nicht mehr da ist, ist nicht mehr da und fehlt auch nicht, könnte man meinen», fasste Naturschützer Walter Zuber die Situation zusammen. Man solle doch nur die Schmetterlinge, die einem bei einem Spaziergang begegnen, zählen. Der drastische Rückgang sei erst in den letzten Jahrzehnten in diesem Gebiet erfolgt. «Zu meiner Schulzeit war etwa die Feldlerche kein Thema, und heute findet die Art keinen Raum mehr, um zu brüten, und ist deshalb aus Birmensdorf verschwunden», ergänzte auch Josef Senn und plädierte für die Vielfalt in Wohngebieten und in den Wäldern, für ein Mosaik aus offenen und dichter bebauten Gebieten.

Blumen als Erinnerungsstützen

Ein anderer Schauplatz bot sich an diesem Nachmittag bei der Jugendgruppe unter der Leitung von Anne Semadeni und Evelyn Schulle, die die Exkursion mit einer kleinen Aufgabe verknüpften. «Wir mussten nach Blumen suchen, die uns an etwas erinnern; bei mir war dies Löwenzahn, wegen meinen Haustieren, und eine Pflanze mit vielen Blätter, weil jedes Blatt mich an etwas erinnert, was ich an meiner Freundin mag», sagte die elfjährige Viviane. Nina (15) gefielen die jungen Enten, die sie gesehen habe, während Giulia (9) sagte, dass ihr alles an diesem Nachmittag sehr gut gefallen habe.

Es sind aber auch Anekdoten, die zum Jubiläum ausgetauscht wurden: «Das waren noch Zeiten, als es für jeden getroffenen Spatzen noch fünf Rappen Lohn gab», erzählte Peter Bretscher vom Naturschutzverein Aesch; so stehe es in alten Protokollen. Unterstützung findet der Verein von Pierre Armin Béguin, der seit über zwanzig Jahren in Birmensdorf zu Hause ist. In der Gemeinde etwas Sinnvolles zu leisten und sich einzusetzen, dies seien Gründe für seine Mitgliedschaft. «Wir bleiben jung und dynamisch», fasste Bruno Stadler zusammen; mit 380 Mitgliedern kann der Verein weiter in die Zukunft blicken.

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