Pontoniersport
«Man geht im Geist die Linie durch, die man fahren wird»: Sie setzen auf die Strömung der Aare

Nuri Schmed und Nicola Keller wollen an der Schweizer Meisterschaft einen Podestplatz holen.

Michel Sutter
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Nuri Schmed (vorne) und Nicola Keller bereiten sich auf die SM vor.

Nuri Schmed (vorne) und Nicola Keller bereiten sich auf die SM vor.

Michel Sutter

Montagabend, am Ufer der Limmat auf der Höhe vom Pontonierhaus Dietikon. Nuri Schmed und Nicola Keller steigen gemeinsam ins Boot und beginnen ihr Training. Es ist das letzte gemeinsame vor der Schweizer Meisterschaft der Jungpontoniere, die am Wochenende in Olten stattfindet. «Wir üben heute vielleicht noch ein paar schnelle Wendungen», sagt Keller.

Er wird am Mittwoch nochmals trainieren, Schmed dagegen verzichtet auf weitere Einheiten.
Dafür werden die beiden schauen, was die Konkurrenz so macht. Die 17-Jährigen reisen nämlich schon am Samstag nach Olten, um den ersten Teil der Schweizer Meisterschaft mitzuverfolgen – obwohl sie erst am Sonntag im Einsatz stehen. «Das ist unsere Hauptvorbereitung», erklärt Schmed. «Wir können bei den anderen Paaren sehen, wie sie fahren, und schauen, ob wir an dieser oder jener Stelle besser wären.» «Es ist wie im Skifahren», ergänzt Keller. «Man geht im Geist die Linie durch, die man fahren wird. Denn wenn wir auf dem Wasser sind, müssen wir bereit sein.» Die Vorbereitung ist wichtig für Schmed und Keller. Schliesslich sei die Schweizer Meisterschaft für sie der Höhepunkt des Jahres, sagt Schmed. Keller ergänzt: «Gleich nach dem Glanzenburg-Cup.»

Beim Glanzenburg-Cup haben die beiden den Sieg geholt. «Das war eine schöne Bestätigung unserer Leistung», meint Schmed. «Aber der Druck war riesig.» Nicht nur, weil die Dietiker Jungpontoniere an sich selbst hohe Anforderungen stellen, sondern auch, weil sie amtierende Schweizer Meister bei den Jungpontonieren sind. «Da wollen die anderen etwas sehen», so Schmed.

Vorteil Strömungen?

So wird es wohl auch in Olten sein. Allerdings wird die Aare dort andere Verhältnisse bieten als die Limmat. «Wir haben uns den Parcours schon angesehen», sagt Keller. «Es gibt verschiedene Strömungen.» Das könnte den beiden entgegenkommen. Denn rein stille Gewässer mögen Schmed und Keller nicht. «Bei langsamen Flüssen braucht man viel Kraft», erklärt Schmed. «Wir sind jedoch eher technisch stark und weniger physisch.»

Schmed und Keller haben noch einen weiteren Vorteil. Sie starten nämlich schon am Sonntagmorgen. «Wir fahren lieber am Morgen», sagt Keller. «Aber das ist von Fahrerpaar zu Fahrerpaar verschieden.» Günstige Vorzeichen also – ein gutes Omen für die Meisterschaft? Mit Prognosen bleiben Schmed und Keller vorsichtig. «Das ist schwer abzuschätzen, denn es gibt auch Fahrerpaare, die gleich stark sind wie wir», sagt Keller. «Zudem sind wir in einer anderen Kategorie und haben eine stärkere Konkurrenz», fügt Schmed hinzu. Trotzdem möchten die beiden zumindest aufs Podest. «Und dafür werden wir unser Bestes geben», verspricht Keller.

Und wenn sie die oberste Stufe des Podests erklimmen, also ihren Titel verteidigen? «Das wäre natürlich ein Riesenerfolg», schwärmt Keller. «Wenn wir das schaffen, werden wir es auch gebührend feiern.»