Jolanda Meier

«Malerische Leidenschaft ist eine Sucht, die manchmal das Leiden sucht»

«Bei dieser Art von Malerei muss man auch mit Rückschlägen umgehen können», sagt Aquarellistin Jolanda Meier.

«Bei dieser Art von Malerei muss man auch mit Rückschlägen umgehen können», sagt Aquarellistin Jolanda Meier.

Alle zwei Jahre, unmittelbar vor dem ersten Advent, öffnet Aquarellistin Jolanda Meier die Pforten ihrer Galerie in Schlieren. Sie präsentiert ihre neuesten Werke.

«Aquarelle malen ist ein ständiges Suchen nach der Grenze – eher noch etwas mehr», sagt Jolanda Meier über ihre Kunst, die sie seit über 15 Jahren ständig verbessert und stetig fördert. Alle zwei Jahre, kurz vor dem ersten Advent, öffnet die gebürtige Aargauerin die Pforte ihrer Galerie Indigo in Schlieren. «Die malerische Leidenschaft ist eine Sucht, die manchmal das Leiden sucht», gibt Meier zu. Es brauche den nötigen Respekt vor dem Original, aber dennoch den Mut zur Improvisation, erklärt sie weiter.

Für Jolanda Meier gibt es zwei Vorgehensweisen, wie neue Kunst entsteht: «Meistens bin ich mit einer Digitalkamera bewaffnet unterwegs und sehe da und dort ein Sujet, ein Objekt oder eine Begebenheit, die ich im Bild festhalte. Aus solchen Schnappschüssen kann später ein neues Bild entstehen», sagt Meier.

Harmonisches Farbenspiel

Wesentlich beschwerlicher jedoch ist es, wenn Jolanda Meier bis zu zehn Kilo Material an den Ort ihres Begehrens mitnimmt. Selbst wenn Stuhl, Staffelei, Farben und Pinsel einsatzbereit sind, kann es passieren, dass Blickwinkel oder Licht nicht stimmen. Gut möglich also, dass der Standort dann geändert werden muss. Auf jeden Fall erfolgt auch da der Griff zur Kamera, damit das «Objekt der Begierde» verewigt werden kann. «Sehr gute Bilder passieren einem ohnehin so, dass man sich dessen kaum bewusst ist», präzisiert Meier.

Jolanda Meier will dem Betrachter ihre Bilder in einer Weise näherbringen, dass er sich angesprochen, dass er sich wohlfühlt, bei dem, was er auf Papier oder Leinwand sieht. «Das Farbenspiel und die daraus entstehenden Tiefen sind sehr harmonisch. Die Winterlandschaft – mein persönlicher Favorit – vermittelt hohe künstlerische Elemente», meint Ruth Brändli aus Rapperswil. Bis zu zehn Schichten Farbe verarbeitet Jolanda Meier in ihren Aquarellbildern. Damit wird eine gewisse Leuchtkraft erzielt.

Richtige Wahl des Papiers

Auch die Wahl des richtigen Papiers ist entscheidend. «Auf einem weichen kann man mit Farben spielen, sie fliessen besser. Das Bild wird zarter und greifbarer», weiss die 54-jährige Künstlerin. Ein satiniertes hingegen entwickle mehr Leuchtkraft, sei gleichzeitig aber auch die höchste Herausforderung für Aquarellmalerei, so Meier weiter.

Seit 2003 gibt Jolanda Meier selber Kurse in Aquarellmalerei. Kommende Woche wird sie in der Ostschweiz ihr Wissen weitervermitteln. «Bei dieser Art von Malerei muss man das Herz in beide Hände nehmen und auch mit Rückschlägen umgehen können – nicht gleich die Flinte ins Korn werfen», sagt Meier.

Heute Sonntag ist die Ausstellung «Passionata» – Im Rausch der Farben in der Galerie Indigo an der Sägestrasse 11 in Schlieren von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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