Adventsaktion
Mailänderli, Brunsli und Zimtsterne: In Uitikon sind die Guetzli Vatersache

Die reformierte Kirche lud in der Bäckerei Bode zum Vater-Kind-Backen ein.

Daniel Diriwächter
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Thomas Kaiser und seine Elisa
14 Bilder
Vater-Kind Guetzle
Mit der Schwester geht's besser
Lars Ihme mit Dorothea und Henri
Jasmin und ihre Zimtsterne
Jasmin erweist sich als wahres Talent im Guetzlen
Immer schön lachen für das Familienalbum
Grosser Spass am Vater-Kind-Guetzlen in Uitikon
Die beliebte Ausrollmaschine
Für Elisa geht es auch ohne die Ausrollmaschine
Auch André Bode hilft tatkrakräftig mit.
Arbeiten mit der Ausrollmaschine_bearbeitet-1
André Bode erklärt zu Beginn die Ausrollmaschine
18 Sterne für Nicholas

Thomas Kaiser und seine Elisa

Daniel Diriwächter

Reges Treiben herrscht um neun Uhr morgens vor der Bäckerei Bode in Uitikon. Schliesslich steht der Samichlaus-Tag vor der Tür und eine Armada an köstlichen Grittibänzen wartet auf dankbare Kundschaft. Draussen versammeln sich indes zehn Väter mit ihrem Nachwuchs: Sie alle beachten die Zopfteigmännlein nicht, denn sie haben andere Pläne.
Die reformierte Kirche organisiert an diesem Samstagvormittag ein Vater-Kind-Guetzlen in der Bäckerei.

Federführend dabei ist Pfarrer Vincent Chaignat, auf dessen Initiative der Anlass entstand: «Seit 2008 führen wir das Guetzlen durch und es war jedes Mal ein Erfolg», so der Pfarrer. Er musste auch in diesem Jahr interessierte Familien auf nächstes Jahr vertrösten. Der Anlass ist längst Tradition in Uitikon und der Platz ist begrenzt.

Die magische Ausrollmaschine

Elf Väter und 22 Kinder schicken sich nun an, die besten Guetzli von Uitikon hinzuzaubern. André Bode, Inhaber der Bäckerei, erklärt kurz den Ablauf, besonders aber die Ausrollmaschinen, denn ein Wallholz bräuchte hier eigentlich niemand mehr. Leuchtende Augen schielen bereits zu den zwei «magischen» Ungetümen, die bald pro Kind 750 Gramm Teig platt walzen. Drei Sorten erhalten sie alle: Mailänderli-, Brunsli- und Zimtsternenteig.

Da viele schon mehrmals dabei waren, sind weitere Erklärungen unnötig. Nach dem Händewaschen gehts sofort los – das Tempo der jungen Bäckerinnen und Bäcker ist atemberaubend. Des Vaters helfende Hand wird meist nur für besonders knifflige Teigfiguren benötigt. Ab und zu fällt auch mal ein Stück Teig von der Ausrollmaschine, aber bald sind dennoch überall die ersten erfolgreich hergestellten Weihnachts-Guetzli zu sehen.

«Hinter den Kulissen»

Die kleine Jasmin etwa gibt sich besondere Mühe bei den Zimtsternen: Mit viel Konzentration formt sie ihren Teig. Ebenfalls Elisa, die mit ihrem Vater Thomas Kaiser bedacht ans Werk geht. Von der Ausrollmaschine hält sie nicht viel und pflegt die Tradition mit einem Wallholz. Die Jüngsten im Raum, Dorothea und Henri, kreieren derweil unter den wachsamen Augen ihres Vaters Lars begeistert ihre Leckereien.

André Bode freut sich ob des Trubels, obwohl neben dem Guetzlen auch das Geschäft weiterhin seinen Lauf nimmt. «Wir können so den Kindern auch den Betrieb einer Bäckerei näherbringen», erklärt er. Auf die Frage, ob er bereits angehende Talente erspäht, meint er diplomatisch. «Man kann schon sehen, welche Kinder etwas vertrauter an das Backen herangehen.»

Nach der «Arbeit» gehts zum Hot-dog-Schmaus, wo sich die Väter austauschen und die Kinder rumtollen dürfen. Denn die Guetzli aus Uitikon müssen gebacken und danach noch hübsch verpackt werden: Die Süssigkeiten werden schliesslich selten selbst verspeist, sondern meist verschenkt.