Dietikon

Lukas Casciaro ist vorerst der einzige Richter-Anwärter

Casciaro

Casciaro

Ob der Stadtzürcher FDP-Kandidat in Stiller Wahl zum Bezirksrichter wird, ist offen

Nachdem am 24. September die parteilose Dietikerin Fabienne Moser-Frei zur neuen Bezirksrichterin gewählt wurde, folgt am 4. März bereits der nächste Urnengang, bei dem eine Richterstelle besetzt wird. Dabei geht es um die Nachfolge von Stephan Mazan (FDP, Urdorf), der seit Mitte Oktober als Oberrichter arbeitet. In das Amt wurde er im vergangenen Sommer vom Kantonsrat gewählt. Sein Posten muss also für den Rest der Amtsdauer bis 2020 neu besetzt werden, am vergangenen Freitag endete die erste Bewerbungsfrist. Nur ein Kandidat meldete sich an, wie Statthalter Simon Hofmann auf Anfrage sagt. Dabei handelt es sich um den Freisinnigen Lukas Casciaro. Er wurde bereits Anfang Oktober von der FDP-Bezirkspartei auf den Schild gehoben, nachdem ihn die von Peter Voser präsidierte Findungskommission aus mehreren Kandidaten ausgesucht hatte.

Mit dem Velo in der Region

Der 33-jährige Casciaro ist in Zürich Höngg aufgewachsen und lebt heute in Wipkingen. «Er ist seit je häufig mit dem Velo, bei Freunden und beim Einkauf im Limmattal anzutreffen», heisst es in der Medienmitteilung der FDP-Bezirkspartei. Er studierte an der Universität Zürich und erwarb im Anschluss das Anwaltspatent. Zudem verfüge er über mehrjährige Erfahrung als Gerichtsschreiber und Ersatzrichter an verschiedenen Bezirksgerichten. Aktuell arbeitet er als vollamtlicher Ersatzbezirksrichter in Bülach und ist Vorstandsmitglied der FDP des Zürcher Stadtkreises 1. Den schweizerisch-italienischen Doppelbürger interessiere an diesem Amt die Vielseitigkeit, lässt er sich zitieren. «Zum einen geht es darum, ein faires Verfahren nach den Regeln der Prozessordnung zu führen und rechtlich korrekte Entscheide zu treffen», schreibt er. Und zum anderen sei für ihn die menschliche Seite sehr wichtig. «Jeder Rechtssuchende – egal ob er einen Prozess gewonnen oder verloren hat – soll zweierlei aus dem Gerichtssaal mitnehmen: Das Gefühl, vom Richter verstanden worden zu sein, und ein Urteil, das er versteht», so Casciaro weiter.

IPK steht hinter Casciaro

Die interparteiliche Konferenz (IPK) des Bezirks Dietikon steht hinter Casciaro. Der Präsident des Gremiums, Rolf Steiner (SP), verweist auf die fachliche Kompetenz des FDP-Kandidaten. «Bei einem persönlichen Gespräch hat er uns zudem auch von seiner menschlichen Seite überzeugt», so Steiner. Ist Steiner in Anbetracht der Kampfwahl vom vergangenen September überrascht, dass sich bislang nur der offizielle Kandidat zur Wahl aufstellen liess? «Nein. Bereits in der Vergangenheit kam es öfters zu einer Stillen Wahl bei Richterämtern», so Steiner. «Doch habe ich Hinweise, dass sich noch weitere Personen für das Amt interessieren.» Ob sich tatsächlich noch jemand aufstellen lässt, zeigt sich am 10. November. Dann endet nämlich die zweite Bewerbungsfrist für das Bezirksrichteramt und das Kandidatenfeld für den 4. März ist komplett.

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