Seit Mitte 2007 sitzt er für die Grünen im Dietiker Gemeinderat, nun will er einen Schritt weiter: Lucas Neff bringt sich jetzt schon als Kandidat für die Stadtratswahlen vom Februar 2014 in Position, wie seine Partei gestern mitteilte. Er eröffnet damit den Wahlkampf, denn bisher haben sich weder die aktuellen Stadträte noch neue Kandidaten öffentlich zu ihren Ambitionen für die kommende Legislatur geäussert.

«Wohlgereifte Entscheidung»

Sein Entscheid, bei den Stadtratswahlen anzutreten, sei «wohlgereift», sagt Neff auf Anfrage. Da er bereits seit 1991 seine eigene Planungs- und Bauleitungsfirma betreibe sowie langjährige Erfahrung als Militärkommandant habe, bringe er die nötigen Führungsqualifikationen mit, ist der 52-Jährige überzeugt.

«Ich habe Freude am Führen, Entwickeln und Planen.» Zudem beweise er mit seinen diversen ehrenamtlichen Tätigkeiten, dass er bereit sei, sich für die Gemeinschaft einzusetzen, sagt Neff.

Er ist unter anderem Präsident des Stadtvereins Dietikon, Vorstandsmitglied der Siedlungsgenossenschaft Eigengrund und engagiert sich beim Schweizerischen Alpenclub SAC als Tourenleiter.

Die nebenberuflichen Tätigkeiten müsste er zugunsten des Stadtratsmandats wohl etwas einschränken, räumt Neff ein.

Mit dem Beruf würde sich die neue Aufgabe jedoch gut vereinbaren lassen, glaubt er: «Effizientes Zeitmanagement ist eine meiner Stärken.» Zudem seien seine drei Kinder unterdessen alle erwachsen, was ihm mehr Flexibilität gebe, um neue Aufgaben anzupacken. Für das Stadtpräsidium, das ein Vollamt ist, will er aber nicht kandidieren.

Dass er als Grüner im Stadtrat in der Minderheit wäre – heute sind sechs der sieben Stadträte bürgerlich, nur Stadträtin Esther Tonini gehört der SP an –, würde Neff nicht stören.

Genauer: Es sei für ihn gar kein Thema, sagt er: «Ich bin es gewohnt, meine Ideen zu vertreten und auch umzusetzen.

Das hat nichts mit links und rechts zu tun, sondern mit konstruktiver Arbeit.» Im Stadtrat würde er unter anderem Schwerpunkte bei der Limmattalbahn, dem Niderfeld und den Finanzen setzen – und versuchen, den Gemeinderat aktiver in die politischen Prozesse mit einzubeziehen.

Spahn scheiterte 2010 knapp

Die Grünen waren bereits 2010 mit Gemeinderat Samuel Spahn bei den Stadtratswahlen angetreten. Spahn übertraf damals das absolute Mehr zwar deutlich, schied aber trotzdem als Überzähliger aus. Die Grünen sind seit den letzten Wahlen mit drei Gemeinderäten im Parlament vertreten und bilden seither eine eigene Fraktion, deren Chef Neff ist.