Dietikon

Lucas Neff kandiert wieder für den Stadtrat

Am 4. März 2018 finden die Parlaments- und Stadtratswahlen statt. (Symbolbild)

Am 4. März 2018 finden die Parlaments- und Stadtratswahlen statt. (Symbolbild)

Dem Dietiker Grünen hatten bei der letzten Wahl im Jahr 2014 nur wenige Stimmen zum Stadtratssitz gefehlt. Die SP hält sich mit Namen noch zurück.

Die Grünen sind die erste Partei, die einen Namen nennt. Spätestens nachdem vor einer Woche Stadtrat Jean-Pierre Balbiani (SVP) seinen Rückzug erklärt und Stadtpräsident Otto Müller (FDP) es ihm Anfang dieser Woche gleich getan hatte, begannen die Sondierungen in den Parteien für die am 4. März 2018 anstehenden Parlaments- und Stadtratswahlen. Auf Nachfrage bestätigte die SVP zwar, dass sie wieder mit drei Stadtratskandidaten antreten wird; und die FDP wird mindestens einen aufstellen.

Namen fielen aber bei beiden Parteien noch keine – weder, was den Stadtrat noch was das Präsidium anbelangt. Vor internen Abklärungen und auch Gesprächen mit den anderen bürgerlichen Parteien will sich SVP nicht einmal dazu äussern, ob überhaupt ein SVP-Kandidat fürs Präsidium aufgestellt wird. Ein solcher hätte allerdings wohl freie Bahn, denn die FDP würden ihn auf jeden Fall unterstützen und keinen eigenen Kandidaten für das Präsidium aufstellen. Einzige Bedingung: er müsse «geeignet» sein.

Gute Chancen für Sitz

Die Dietiker Grünen haben nun in einer Medienmitteilung bekannt gegeben, dass Lucas Neff, seit zehn Jahren Gemeinderat in Dietikon, als Stadtratskandidat «zur Verfügung» steht. Schliesslich habe er die Wahl beim letzten Mal im Jahr 2014 nur äusserst knapp um 113 Stimmen verpasst, heisst es darin. «Die Chancen für einen Sitz im Stadtrat sind damit gut, speziell, weil sich diverse Wechsel ankünden», so die Mitteilung. Zur Erklärung: Das Mittelinks-Lager mit Grünen, SP, Grünliberalen und der Alternativen Liste verfügt zwar lediglich über einen Stimmenanteil von 28 Prozent gegenüber dem Stimmenanteil der Bürgerlichen mit SVP, FDP, CVP und EVP von 66 Prozent. Mit dem einen Stadtratssitz von Esther Tonini (SP) sind die Mittelinks- Parteien mit ihrem Anteil von über einem Viertel dennoch derzeit in der Exekutive untervertreten.

Auf Nachfrage erläuterte Andreas Wolf, Präsident der Grünen in Dietikon, dass an einer Wahlsitzung am 15. Juni seine Kandidatur von den Mitgliedern auch schon bestätigt worden sei. Was eine Kandidatur für den frei werdenden Posten des Stadtpräsidenten anbelangt, meinte Neff, er habe zwar nicht definitiv Nein gesagt, habe aber derzeit ein wichtiges und interessantes berufliches Projekt am Laufen. Lucas Neff hat ein Architekturbüro in Dietikon. «Daher ist das Amt derzeit für mich nicht erstrebenswert.» Über die Nachfolge von Otto Müller meint er: «Wir Grünen haben die Hoffnung, dass sich ein guter Kandidat, eine selbstständige, verlässliche Persönlichkeit, zur Verfügung stellen wird. Dann können wir ihn allenfalls sogar unterstützen.»

In der Grünen-Medienmitteilung heisst es dazu, dass sich mit dem Rücktritt von Müller «mit grosser Wahrscheinlichkeit» eine eigene Kandidatur fürs Präsidium erübrige. Nun bestehe die Chance zur Wahl einer Persönlichkeit, «die es nicht nur allen recht machen will, sondern auch das Potenzial von Dietikon sieht und eigene Ideen zugunsten von Dietikon entwickelt, und diese auch umsetzt.»

SP rechnete nicht mit Rücktritt

Die SP hält es wie die bürgerlichen Parteien und lässt sich noch nicht in der Kandidaten-Karten schauen. Esther Tonini gab lediglich bekannt, dass «die Pläne gemacht, aber noch nicht spruchreif sind». Manuel Peer, der Präsident der Ortspartei, bestätigt, dass weitere Gespräche über das Exekutivamt geführt, derzeit aber noch keine Namen präsentiert werden. Mit der Neubesetzung des Präsidiums konnte man sich in der SP noch nicht konkret auseinandersetzen. Peer: «Wir hatten tendenziell eher damit gerechnet, dass Otto Müller noch einmal antritt. Und ihn anzugreifen, stand nicht zur Diskussion.»

Noch müsse die Partei klären, wie sie auf die Situation reagieren wird. Am kommenden Mittwoch gibt es eine Wahlausschusssitzung, an der besprochen werden soll, was noch im Laufe der Sommerferien erledigt werden muss. Es gehe dabei auch um die Gemeinderatsliste, so Peer. Im Ausschuss sitzen unter anderen: Manuel Peer, Catherine Peer, Martin Steiner, Rosmarie Joss, Sven Koller, Esther Tonini und alt Kantonsrat Rolf Steiner. Peer bekräftigt, dass es wie üblich auch mit allen Mittelinks-Parteien Gespräche geben werde.

«Gesprächsbereitschaft besteht unsererseits aber grundsätzlich mit allen Parteien», so Peer. Es komme auch darauf an, welchen Kandidaten die SVP aufstellt. Bevor aber ein in den Augen der SP inakzeptabler Kandidat angegriffen würde, gäbe es sicher eine Absprache mit den anderen Parteien. «Wir würden das nicht im Alleingang machen.»

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