Schlieren
Lösung im Streit um geplanten Skatepark nicht absehbar

Die Fronten zwischen der Stadt und den Anwohnern des geplanten Skateparks im Zelgliquartier scheinen sich nicht aufzulockern. «Wir fühlen uns nicht ernst genommen», so der Vertreter der Anwohner zu einem Schreiben des Stadtrates.

Florian Niedermann
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Auf diesem Gelände will die Stadt seit 2010 einen Skatepark realisieren.

Auf diesem Gelände will die Stadt seit 2010 einen Skatepark realisieren.

Nicole Emmenegger

Ein Briefwechsel, der als Diskussionsbasis für weitere Verhandlungen dienen sollte, führte nun eher zu einer Verschärfung der Situation: Im Juni sistierten die Quartierbewohner ihren zweiten Baurekurs und sandten ein Schreiben an die Behörden, in dem sie ihre reduzierten Forderungen formulierten, um Entgegenkommen zu signalisieren. Vor zwei Tagen erhielten sie die Antwort der Stadt.

Kurze Mail statt Betriebskonzept

In einer E-Mail habe Stadtrat Christian Meier (SVP) ihnen mitgeteilt, dass zwei ihrer Forderungen entsprochen werden könne, sagt Jean-Marc Fischer, der Vertreter der Anwohner. Zum einen handelt es sich dabei um die Bedingung, dass ein Betriebsreglement erstellt wird und zum Andern, dass dieses ausgeschildert wird. Für die Zelglibewohner bilde aber vor allem die Betriebszeitenregelung den Knackpunkt, und in diesem Punkt sei die Stadt ihnen kaum entgegen gekommen.

«Grundsätzlich fühlen wir uns angesichts dieses Schreibens nicht ernst genommen», so Fischer. Man habe erwartet, dass die Behörden ein ernst zu nehmendes Betriebskonzept erarbeiten würden, auf dessen Grundlage man weiter diskutieren könne. Stattdessen habe Meier den Anwohnern mitgeteilt, dass er schriftlich nicht mehr antworten würde, sondern in der Folge mündliche Gespräche anstrebe.

Der Werkvorstand sagte auf Anfrage, dass der Ball nun bei den Anwohnern liege: «Wir hoffen, dass die Rekurrenten auf unser Angebot eingehen und Bereitschaft zeigen, über die Bedingungen zu diskutieren.» Falls die Vorstellungen der beiden Parteien aber zu weit auseinanderliegen würden, müsse man die Angelegenheit aber wohl auf dem rechtlichen Weg klären.

Derzeit steht für die Anwohner noch nicht fest, wie man weiter verfahren wird. Fischer erklärt aber, eine Antwort, wie man sie von der Stadt erhalten habe, bilde grundsätzlich eine schwierige Diskussionsbasis. «Wir wollen den Skatepark nach wie vor nicht verhindern», erklärt er. «Ich werde mit den Betroffenen beraten müssen, wie wir weiter verfahren.» Der Baurekurs sei derzeit noch sistiert. Angesichts der Reaktion der Stadt müsse man aber auch in Erwägung ziehen, die Sistierung aufzuheben.

Bei ihren Forderungen bleiben die Anwohner zum jetzigen Zeitpunkt noch hart: Sie wollen, dass der Skatepark unter der Woche bereits um 19 Uhr und nicht erst um 22 Uhr geschlossen wird. Ausserdem soll es den Skatern während der Mittagszeit nicht gestattet werden, die Anlage zu nutzen. An den Sonn- und Feiertagen soll der Park ganz geschlossen bleiben. Gemäss Fischer sind die Anwohner weiter konsensbereit: «Nun sind die Behörden am Zug. Wir erwarten nach wie vor ein schriftliches Betriebskonzept, das auf die Bedürfnisse des Quartiers eingeht.» Sobald dieses vorliege, könne man über Verhandlungen diskutieren.

Konflikt dauert schon seit 2010

Die Geschichte um den Schlieremer Skatepark zieht sich nun schon 32 Monate hin. Im April 2010 sprach das Parlament einen Kredit von 350 000 Franken für die Erstellung eines Skateparks. Dies, nachdem eine Skateanlage an der Wiesenstrasse der Überbauung am Rietpark weichen musste.

Kurz, nachdem der Kredit gesprochen worden war, regte sich im Zelgliquartier Widerstand: Rund 60 Anwohner stellten sich gegen das Projekt, weil sie Lärmimmissionen befürchteten. Nach mehreren Aussprachen ohne Einigung beschritten die Anwohner den Rechtsweg: Sie legten Rekurs gegen die Baubewilligung ein. Das Baurekursgericht gab ihnen teilweise recht, indem es das Lärmgutachten als unzulässig erklärte. Nachdem die Stadt das Gutachten überarbeitet hatte, wurde die Bewilligung wieder erteilt. Im vergangenen April legten die Gegner erneut Rekurs ein, um die Durchsetzung ihrer Forderungen zu erreichen. Dieser ist derzeit zwar sistiert. Es reiche allerdings ein Anruf, um die Sistierung aufzuheben, sagt Fischer.