Im Voranschlag 2014 betrug er noch rund 28 Millionen Franken. An der Präsentation des Voranschlags 2015 (siehe Box) begründete Finanzvorstand Thomas Hächler (FDP) diesen Rückgang damit, dass diverse natürliche und juristische Personen die Gemeinde verlassen hätten. Eine davon ist die Lufttechnikfirma Helios. Sie wechselte ihren Standort just vergangene Woche. Das Unternehmen zog auf die andere Seite des Altbergs nach Otelfingen. Der Grund für den Umzug war akuter Platzmangel.

Grund zur Sorge bereitet diese Entwicklung Thomas Hächler derweil nicht. Laut seinen Prognosen in Bezug auf die Steuern wird der Ertrag bereits im übernächsten Jahr die 28-Millionen-Grenze wieder knacken. Bis ins Jahr 2018 sollen es gar über 30 Millionen werden. Zusätzlich erhält Urdorf Beiträge aus dem kantonalen Ressourcenausgleich. Dazu wurde das kantonale Steuerkraft-Mittel unter den Gemeinden verglichen, die Unterdurchschnittlichen erhalten Ausgleichszahlungen. So werde die politische Gemeinde Urdorf im Gegensatz zum leichten Minus von nächstem Jahr bis im 2018 eine ausgeglichene Laufende Rechnung vorweisen können. Erst dann könnten die Schulden der Gemeinde in den Fokus rücken.

Dass solvente Steuerzahler die Gemeinde verlassen, scheint kein Trend, sondern eher eine Durststrecke zu sein. Die Gemeinde hat dafür vorgesorgt, dass nicht noch mehr Unternehmen ihr den Rücken zukehren. Speziell am Herzen liegt ihr dabei das Traditionsunternehmen Brütsch/Rüegger. Das Familienunternehmen stellt in der Gemeinde rund 280 Stellen und handelt mit Werkzeugen aus den Bereichen Mess-, Fertigungs- und Montagetechnik. Auch für Brütsch/Rüegger wurde der Platz in Urdorf eng.

«Bergermoos 2» für 2,3 Millionen

Die Gemeinde kaufte um die Jahrtausendwende rund 20 000 Quadratmeter Land im «Bergermoos». Eine Parzelle verkaufte sie dem Unternehmen, worauf diese vor vier Jahren ein Logistikzentrum erstellte. Nun wird auch die zweite Parzelle, deren Bebauung einem Gestaltungsplan unterstellt ist, in den Besitz des Urdorfer Unternehmens übergehen. Brütsch/Rüegger hat ein Kaufrecht für dieses Land. Bis Ende 2015 hat das Unternehmen die Möglichkeit, die Parzelle «Bergermoos 2» für 2,3 Millionen Franken zu erwerben. Nebst dem, dass der Gemeinde dieses Geld mehr als gelegen kommt, stellt sie somit langfristig sicher, dass das Unternehmen in der Gemeinde bleibt. Brütsch/Rüegger hat mit dem Land noch keine konkreten Pläne. CEO Christian Rüegger sagt auf Anfrage, dass es sich um den Erwerb einer strategischen Baulandreserve handle. Die Mietverträge mit dem auf dem Land ansässigen Unternehmen werden weitergeführt, so Rüegger.