Urdorf

Livestream der Harmonie Urdorf aus der reformierten Kirche – mehr als 100 Zuschauer schalteten ein

Carmen Fantasy (Georges Bizet, arr. Eiji Suzuki)

Carmen Fantasy (Georges Bizet, arr. Eiji Suzuki)

Die Harmonie Urdorf spielte in der neuen reformierten Kirche eine Abendmusik unter besonderen Umständen.

Es war ein besonderer Anlass für den Musikverein Harmonie Urdorf. Denn in der neuen reformierten Urdorfer Kirche hatte es an diesem Sonntagabend wegen Corona nur für rund siebzig Personen Platz. Es galt Maskenpflicht. Einlass gab es nur mit einer Registration. Darum übertrug man die Abendmusik mit einem Livestream, den über hundert Personen verfolgten. «Es wäre uns viel lieber gewesen, wir hätten vor einem grossen Livepublikum spielen können», sagte Dirigent Christian Bachmann.

Malojawind (Ueli Mooser, arr. Christoph Walter)

Malojawind (Ueli Mooser, arr. Christoph Walter)

Den Auftakt in die Abendmusik, die unter dem Motto «Volkstänze» stand, machte «Mazedonia» von Mario Bürki. Eher zufällig stiess der Berner Blasmusikkomponist auf die traditionelle mazedonische Musik. Darauf folgten zwei traditionelle Volkslieder. Beim russischen «Kalinka» wurden Beeren mit einem schönen Mädchen verglichen, die anschliessende vierteilige Suite «Rikudim» bestand aus Tänzen, die von jüdischer Musik inspiriert wurden. Das traditionelle japanische Volkslied «Sakura» stellte die Jahreszeit der Kirschblüten dar. Die musikalische Reise ging mit «Ashokan Farewell» nach Amerika und mit «Calling Cornwell» nach England weiter. Halt machte die Harmonie mit einem Folksong auch in Portugal, ehe das Blasorchester mit Melodien der «Carmen Fantasy» von Georges Bizet brillierte. Der musikalische Streifzug endete schliesslich in heimatlichen Gefilden mit dem urchigen Ländler-Hit «Malojawind».

Trotz der speziellen Umstände – auch die Musiker mussten die Abstandsregeln einhalten – liess sich die Urdorfer Harmonie nicht aus dem Konzept bringen und spielte äusserst präzis und hervorragend intoniert. Es war ein echter Genuss zum Zuhören. Schade war es also, dass nicht mehr Zuhörer zugelassen werden konnten. «Es waren coronabedingt sehr spezielle Umstände mit den grossen Abständen, unter denen wir spielen mussten. Doch ich bin sehr zufrieden mit dem Konzert. Die Musikerinnen und Musiker haben sehr konzentriert gespielt. Er war für uns ein Privileg, nochmals zu musizieren», sagte Dirigent Christian Bachmann. Leider habe das Jahreskonzert im Januar 2021 abgesagt werden müssen. «Wir sind jetzt am Überlegen, was im kommenden Jahr in einem kleineren Rahmen mit einer Kleinformation möglich ist», sagte Bachmann.

Urs Dannenmann, Präsident des Musikvereins Harmonie Urdorf, sagte nach der aussergewöhnlichen Abendmusik: «Wir sind überglücklich, konnten wir das Konzert mit den wunderbaren Melodien aus aller Welt durchführen. Ein Dank gebührt dem Publikum und allen Musikern, dass sie sich vorbildlich an die Schutzmassnahmen gehalten haben.» Eine Premiere sei für den Musikverein die Übertragung des Konzerts via Livestream gewesen. «Damit konnten wir sicherlich vielen Leuten eine kleine Abwechslung und Freude im Corona-Alltag bieten», sagte Klarinettist Dannenmann.

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