Limmattal
Littering: «Nun muss der Stadtrat aktiv werden»

Der Kirchenpflegepräsident Dietikons fordert strengere Betriebskonzepte. Zum wiederholten Mal traf der Präsident der katholischen Kirchenpflege am Sonntagmorgen in der öffentlichen Tiefgarage auf frei deponierte Abfallhaufen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Limmattaler Zeitung

Karl Geiger ist genervt. Zum wiederholten Mal traf der Präsident der katholischen Kirchenpflege Dietikon am vergangenen Sonntagmorgen in der öffentlichen Tiefgarage beim Restaurant Bären auf ein Bild, das er selber als «Sauerei» beschreibt. Der Boden war übersät mit Plastikbechern, Zigarettenstummeln, Bierdosen, PET-Flaschen und Verpackungsmaterial. Sogar eine leere Rumflasche stand da.

«Keine Zustände»

«Es ist ärgerlich», sagt Geiger, «dass sich die Leute, die am Sonntag in die Kirche gehen und ihr Auto in der Tiefgarage parkieren, diese Verwüstung ansehen müssen.» Noch ärgerlicher sei es, wenn die Stadt oder die Kirche selber ständig Ressourcen aufwenden müssten, um solchen Dreck wegzuputzen, sagt Geiger: «Das sind einfach keine Zustände.»

Da die katholische Kirche schon länger unter dem Littering rund um das Pfarrhaus, die Kirche und den «Bären» kämpfe, habe man sich bereits vor einiger Zeit per Brief an den Stadtrat gewendet, um die Situation zu schildern, so Geiger. Denn ein Teil des Problems sei, dass der Stadtrat immer wieder Betriebsbewilligungen für Take-aways und Läden gewähre, welche diesen erlaube, bis spät in die Nacht offen zu bleiben. «Für unser Anliegen hat der Stadtrat zwar Verständnis gezeigt, uns aber ohne konkreten Lösungsansatz vertröstet», sagt der Kirchenpflegepräsident.

Für Geiger hat der jüngste Vorfall aber das Fass zum Überlaufen gebracht. «Die Leute haben die Nase voll», sagt er. Und da man, wie er sagt, die «Jugend offensichtlich nicht umerziehen» könne, müsse das Problem anders gelöst werden. «Nun muss der Stadtrat aktiv werden», sagt Geiger: «Ich verlange vom Stadtrat, dass Betriebsbewilligungen für Take-aways mit der Auflage verbunden werden, dass die Verkaufslokale innerhalb von einem gewissen Umkreis selber aufräumen müssen.» Die Kirchenpflege wäre dabei bereits zufrieden, so Geiger, wenn die entsprechenden Verkaufslokale am Wochenende, wenn die Situation am schlimmsten sei, für mehr Sauberkeit besorgt wären. Davon betroffen wären wohl vor allem der Coop Pronto und der Swiss Corner am Bahnhofplatz und der Take-away beim Bahnhof – wobei gemäss Geiger ein Grossteil des liegen gelassenen Abfalls aus dem Sortiment des Coops zu stammen scheint.

Wer profitiert, soll bezahlen

Dass diese Methode funktioniere, sehe man an der Stadt Zürich, wo gewisse Betriebsbewilligungen nur noch unter dieser Voraussetzung vergeben würden, sagt Geiger. In seinen Augen mache dieses Konzept grossen Sinn: «Diejenigen, die finanziell von den langen Öffnungszeiten profitieren, sollen auch für die Probleme bezahlen, die dadurch entstehen», ist Geiger überzeugt.

Sowieso betrachte er es als «unnötig», sagt der Kirchenpflegepräsident, dass die Läden so lange offen seien – Coop Pronto ist täglich, der Swiss Corner am Wochenende bis 23Uhr offen. «Aber es ist wohl müssig, darüber zu diskutieren.»