Das heutige Hochhaus wird abgebrochen. Baukommissionspräsident Max Walter drückt sich pathetisch aus, wenn er über den Neubau sagt: «Wir wollen den Wind der Veränderung im Gesundheitswesen aufnehmen.»

Tatsächlich muss das Spital Limmattal bei unsicherer Wetterlage Segel setzen. Seit 2012 gilt das neue Spitalplanungs- und -Finanzierungsgesetz. Das «Limmi» ist das erste Spital im Kanton, das unter diesen neuen Bedingungen gebaut und finanziert werden soll. Die Finanzierung erfolgt anders als früher unabhängig von den Gemeinden. Das ist eine ungewohnte Situation, mit der auf der anderen Seite aber auch die Kapitalgeber klarkommen müssen.

Es ist viel Geld im Spiel. 210,5 Millionen Franken wird der Neubau kosten. Zusammen mit dem Interieur wird mit einer Gesamtinvestition von gegen 270 Millionen gerechnet. Das nun vorliegende, baubewilligungsfähige Projekt des Totalunternehmers LosingerMarazzi ist nicht die günstigste der vier eingereichten Lösungen – und dennoch die richtige. Warum? Das Projekt hat die Spitalverantwortlichen durch optimale Betriebsabläufe überzeugt. Das ist Gold wert und wird sich rasch auszahlen. Wir erinnern uns: Die schlecht optimierbaren Abläufe im heutigen Hochhaus sind mit ein Grund, warum neu gebaut wird.

Das Projekt von LosingerMarazzi ist bereits das zweite für ein neues «Limmi». Über dasjenige der Firma Metron AG haben die 17 Trägergemeinden 2007 abgestimmt. Knapp 150 Millionen hätte es kosten sollen. Doch dann wurde es von der Zürcher Gesundheitsdirektion gestoppt. Neue Bedingungen und Berechnungen liessen die Kosten auf 270 Millionen hochschnellen. Das alte Projekt war am Ende. Ärgerlich, aber nicht zu ändern.

Bis zur Eröffnung des neuen «Limmi» sind weitere Klippen zu umschiffen, wie die Finanzierung oder die Abstimmungen. Doch nach stürmischen Zeiten (etwa Bauprojektstopp, Privatisierungsstrategie, Statutenrevision) gibt LimmiViva den Spitalverantwortlichen wieder Halt. Und eröffnet die einmalige Chance, das Spital betrieblich völlig auf die Bedürfnisse des neuen Gesundheitssystems auszurichten. Das wäre ein echter Wettbewerbsvorteil.

Mit der Wahl des Siegerprojekts endet auch die Zeit von Baukommissionspräsident Max Walter. Seine Kommission wird aufgelöst. Walter stand zwischenzeitlich in der Kritik, weil er Regensdorf als Präsident aus dem Spitalverband geführt hatte, gleichzeitig aber in der Baukommission blieb und somit weiter über das «Limmi» mitbestimmte. Sein Versprechen, erst zu gehen, wenn seine Arbeit getan ist, hat er aber eingelöst.