Spital Limmattal
«Limmi»-Spitaldirektor und Spitalpräsident sagen: «Ja, ich will»

Der Präsident und der Direktor des Spitals Limmattal warben am Dienstagabend in Urdorf für den 270 Millionen Franken schweren Neubau. Sie liessen ein überzeugtes Publikum zurück.

Bettina Hamilton-Irvine
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Über das neue Spital wird am 22. September abgestimmt.

Über das neue Spital wird am 22. September abgestimmt.

«Ja, ich will.» Ganz am Schluss der Präsentation legten Spitalpräsident Markus Bärtschiger und Spitaldirektor Thomas Brack dem Publikum am Dienstagaend nahe, was dieses zum geplanten Neubau des Spitals Limmattal sagen soll. Klar: Dass die Veranstaltung im gut gefüllten Urdorfer Embrisaal – es war der erste von insgesamt sechs Informationsanlässen im Vorfeld der Abstimmung vom 22. September – Werbung für das neue Spital war, war nicht zu übersehen.

Doch: Abgesehen von den gelegentlich eingeflochtenen Bitten ans Publikum, doch im Herbst ein Ja in die Urne zu legen, blieben Brack und Bärtschiger sachlich und unaufgeregt. Oder: bodenständig. Das zumindest war das Wort, dass Bärtschiger brauchte, um die Strategie des Spitals zusammenzufassen. Es gehe nicht um Luxus, doch man wolle den Patienten weiterhin beste Betreuung und Infrastruktur bieten, sagte der Spitalpräsident.

Um dies zu ermöglichen, sei ein Neubau unumgänglich, erklärte Brack. Zwar sehe das gut 40 Jahre alte «Limmi» im Moment noch nicht so aus, als ob man es ersetzen müsse. Doch: «Vieles, was sein Lebensende erreicht hat, steckt im Hintergrund und im Untergrund.» Auch Infrastruktur und Raumstruktur entsprächen nicht mehr den Bedürfnissen der modernen Medizin. Zudem hätten sich die Ansprüche der Patienten geändert. Daher sei es «klar, dass der Weg, den wir gehen, sehr viel Sinn macht», sagte Brack.

Sinn mache auch, dass das neue Spital mit 200 Betten kaum grösser werde als das aktuelle, so Brack. Denn die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sinke: Die Planung berücksichtige somit die demografische wie auch medizinische Entwicklung. Zudem könne das Spital problemlos erweitert werden, falls nötig.

Brack erklärte, dass das neue Spital um das alte Spital herum gebaut wird, bevor das alte Gebäude abgerissen wird. Nicht neu gebaut wird zurzeit das Pflegezentrum.

Kosten wird das neue «Limmi» 270 Millionen Franken, inklusive Ausstattungen, Bauherrenleistungen und Rückbau. Für das Geld bekomme man viel, so Brack: «Das ist ein Generationenprojekt, eine Investition für die nächsten 40 Jahre.»

Bezahlt werde dies alles vom Spital selber, sagte Brack. Postfinance organisiert eine langfristige Basisfinanzierung, die das aktuelle Darlehen des Kantons ablöst. Die mittelfristige Grundfinanzierung geschieht durch eine Anleihe der UBS, die flexible Finanzierung über einen Bankkredit. Die Zinsen sind abgesichert. Die komplexe Finanzierung sei nötig, da sich der Kapitalbedarf über die Jahre verändere, so Brack: «Wir haben eine sichere, flexible Finanzierung, die funktioniert.» Das Risiko sei minimal: Berechnungen zeigten, dass weder der Kanton noch die Trägergemeinden finanzielle Verpflichtungen übernehmen müssen. Gemäss Businessplan soll das Spital schon 2032 wieder schuldenfrei sein.

Das Urdorfer Publikum zeigte sich interessiert und bereits gut informiert. Angriffige Fragen kamen keine. «Sind Solarpanel vorgesehen?», fragte ein Zuhörer. Es sei möglich, auf dem Dach Photovoltaikanlagen zu installieren, konkrete Pläne gäbe es aber nicht, sagte Brack, der auf den Minergie Plus Standard verwies.

Ein Mann wollte wissen, ob man keine Bedenken habe, dass Patienten während der Bauarbeiten andere Spitäler wählen könnten. Man rechne während der Bauzeit mit leicht tieferen Patientenzahlen, sagte Brack, dafür danach mit etwas höheren.Von welcher Entwicklung der Fallpauschale man ausgehe, wollte ein Herr wissen. Man rechne nicht damit, dass diese steige, sagte Bärtschiger. Man könne aber auch mit einer etwas tieferen Pauschale noch gut überleben.

Brack und Bärtschiger liessen, wie es schien, ein überzeugtes Publikum zurück. Gut möglich, dass dieses am 22. September sagt: «Ja, ich will.»