Spital Limmattal
«Limmi»-Neubau muss vor allem funktional sein

Drei Monate nach Einführung des neuen Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetzes blickt Thomas Brack, Direktor des Spitals Limmattal, auch in finanzieller Hinsicht zuversichtlich auf das geplante Neubauprojekt.

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Für dessen Finanzierung wird das Spital grösstenteils auf Fremdkapital angewiesen sein, muss sich aber seit Anfang dieses Jahres auch Eigenkapital aufbauen. Dies ist mit den Fallpauschalen vorgesehen: Sie decken sowohl den Betrieb des Spitals als auch die zukünftigen Investitionen über einen prozentualen Zuschlag.

Budget: Auf gutem Weg

Diesbezüglich sei man auf gutem Weg, sagt Brack auf Anfrage: «Es gibt nichts, was dagegen spricht, dass wir unser Budget für dieses Jahr einhalten können. Wir haben jedoch grundsätzlich auch ziemlich konservativ budgetiert.» Für eine detaillierte Analyse der finanziellen Entwicklung sei es jedoch noch zu früh, so Brack. Dies hängt auch damit zusammen, dass die ersten Rechnungen in diesem Jahr aufgrund technischer Probleme erst Anfang März verschickt werden konnten.

Auch inhaltlich sei man mit dem Spitalneubau «gut auf Kurs», sagt Brack. Noch diesen Monat wird die Fragerunde durchgeführt. Dabei wird jeder der vier vorqualifizierten Totalunternehmer rund vier Stunden Zeit haben, um erste Projektideen zu präsentieren und Fragen zu stellen.

Im September steht mit der Vorprüfung der eingereichten Angebote dann eine besonders intensive Phase an. Nicht weniger als 26 Teams von Fachexperten werden die Projekte auf Herz und Nieren untersuchen und ihre Resultate dem Beurteilungsgremium als zusammenfassende Berichte vorlegen. «Dies alles findet innerhalb von zwei Wochen statt», erklärt der Spitaldirektor.

Funktionalität vor Design

Ende September wird das Beurteilungsgremium des Spitals – es besteht aus 12 Fachpersonen aus allen relevanten Bereichen – dann der Baukommission eines der vier Projekte empfehlen. Das letzte Wort hat jedoch die Baukommission.

Er sei sehr gespannt auf die Vorschläge der vier Totalunternehmer, sagt Brack. Besonders spannend ist die Ausgangslage, da sich das «Limmi» als zurzeit einziges Spital der Schweiz für eine funktionale Ausschreibung entschieden hat. Dabei sind die Planer viel freier als bei einer herkömmlichen Ausschreibung: Statt eines detaillierten Leistungskatalogs wurden unter anderem Anforderungen an Prozesse, Abläufe und Räume formuliert, welche Spielraum für innovative Lösungen lassen.

«Viele Leute wollen primär wissen, wie das neue Spital aussehen wird», sagt Brack. Dies sei für ihn nicht zentral: «Das Spital muss optimale Arbeitsbedingungen bieten und einen aus ökonomischer Sicht optimierten Betrieb zulassen.» Zudem müsse es sich zukünftigem Wandel anpassen können. «Gute Architektur ist bei einem Spital vor allem funktional», sagt Brack. «Mit dem Neubau stellen wir die Weichen für die Zukunft.»

Die Volksabstimmung über den Neubau wird im Juni 2013 stattfinden, Baustart könnte im Jahr 2014 sein. Im Idealfall sollte das neue Spital 2018 bezugsbereit sein.(BHI)