Jetzt heisst es, das Antibiotikum Co-Amoxicillin beispielsweise sei in den Schweizer Apotheken nur dank Vorräten im Armeelager erhältlich (die «Nordwestschweiz» vom Montag und heute).

Nicht betroffen von diesen Antibiotika-Engpässen ist das Spital Limmattal: Zwar sei das Antibiotikum kontingentiert, so Marion Wild, Leiterin des Instituts für Spitalpharmazie.

«Da das Spital Limmattal dieses aber bei einem anderen Hersteller bezieht, erhalten wir Co-Amoxicillin im normalen Rhythmus, in den normalen Mengen und zum vereinbarten Preis.» Die Firma beuge Hamstereinkäufen vor, damit sie auch den vom Engpass betroffenen Kunden bestmöglichst aushelfen kann.

«Ausweichen» lautet die Devise

Trotzdem: «Die Lage ist nach wie vor kritisch – welches Produkt das nächstbetroffene sein wird, ist immer offen», so Wild. Die Verfügbarkeit sei aber in aller Regel gegeben.

Um Engpässe abzufedern, weiche das Spital Limmattal auf andere Anbieter oder Wirkstoffe mit ähnlichem Wirkprofil aus. Weiter helfen laut Wild der gute Austausch und die Solidarität unter den Spitalapothekern, indem bei kurzfristigen Engpässen Medikamente ausgeliehen würden.

Das Problem dabei: Das Koordinieren dieser Einkäufe und das Recherchieren neuer Quellen kosten Zeit – «Arbeitszeit, die für andere Aufgaben nicht mehr zur Verfügung steht», so Wild.

Genügend Medikamente im «Limmi»

Trotzdem setzt das Spital Limmattal alles daran, dass alle Patienten jederzeit mit den notwendigen und den Qualitätsansprüchen genügenden Medikamenten versorgt werden können.

Die Gründe für die Lieferengpässe liegen bei der Pharmaindustrie: Qualitätsprobleme bei der Herstellung, zu kleine Lagerbestände von Medikamenten.

Im Falle des Antibiotikums Co-Amoxicillin konnte die Schweizer Armee aushelfen – sie hält Antibiotika auf Vorrat. Weil die Lieferschwierigkeiten immer häufiger auftreten und immer mehr Medikamente betreffen, hat sich auch Bundesbern eingeschaltet:

Einerseits schafft eine Arbeitsgruppe seit Frühjahr 2012 Vorschläge aus, anderseits steht die Politik mit Vertretern von Spitalapotheken und den Pharmafirmen in Kontakt.