Weiningen

Limmattalerin setzt sich für benachteiligte Tiere ein

Brigitte Post mit ihren beiden Hunden Micky (links) und Luna

Brigitte Post mit ihren beiden Hunden Micky (links) und Luna

Mithilfe der Homepage Tierbotschafter.ch will die Bevölkerung sensibilisieren. Mit der Stiftung will die Gründerin vor allem kleine Projekte unterstützen, die sonst keine Hilfe erfahren.

Lautes Gebell hallt aus dem Haus der Tierbotschafter. Die ehemalige Strassenhündin Luna verteidigt ihr Revier mit Nachdruck. Sie lässt wohl nicht jeden in «ihr» Reich.

Ihre Besitzerin und Gründerin der Stiftung Tierbotschafter.ch Brigitte Post streicht dem Tier besänftigend über den Kopf. Vielleicht hat Luna die Skepsis von ihrer Zeit auf der Strasse mitgenommen.

Nun ziert Lunas Auge das Logo von Tierbotschafter.ch und übernimmt damit auch selbst die Rolle einer Botschafterin. Nicht alle Tiere haben so viel Glück wie sie. Sie wurde von ihrem Streunerleben in Italien gerettet und in die Schweiz gebracht, sagt Post. Aus diesem Grund hat sie die Stiftung ins Leben gerufen, um benachteiligte Tiere zu helfen.

Geld für Einzelkämpfer vor Ort

Mit der Stiftung will Post vor allem kleine Projekte unterstützen, die sonst keine Hilfe erfahren. Es sind mehrheitlich Einzelkämpfer, sie sich seit Jahren für die Rechte und Bedürfnisse von Tieren einsetzen, sagt Post. Momentan fliesst das Stiftungsgeld in Projekte in Spanien, Bulgarien und Marokko. Eine Kontaktperson vor Ort orientiert die Stiftung über die Fortschritte, die mit dem gesammelten Geld erreicht werden. «Es ist wichtig, dass wir den Tieren nachhaltig helfen», so Post. Einfach nur Futter zu kaufen bringe langfristig nichts. Deshalb investieren wir in Kastrationsaktionen und Aufklärungsarbeit, sagt sie.

Mehrere Stiftungsziele

Post sei sich bewusst, dass es bereits viele Tierschutzorganisationen gibt. Trotzdem gebe es vor allem in Süd- und Osteuropa noch viel Handlungsbedarf. «Ich weiss, dass ich nicht alle Probleme von benachteiligten Tieren lösen kann. Aber man muss irgendwo anfangen», gibt sie sich kämpferisch.

Die Stiftung Tierbotschafter.ch soll zwei Hauptzwecke erfüllen. Einerseits sollen die gesammelten Stiftungsgelder an ausgewählte Projekte verteilt werden, die den benachteiligten Tieren helfen. Andererseits gibt es die sogenannten Tierbotschafter, die den respektvollen Umgang mit Tieren propagieren sollen.

Die Tierbotschafter sind alles Menschen, die sich für Tiere einsetzen und dies auch kommunizieren möchten, so Post. Sie treten mit ihrer Botschaft auf der Stiftungswebseite auf und betreiben so Aufklärungsarbeit. «Den Menschen muss bewusst werden, dass Tiere kein Wegwerfartikel sind und dass man sie anständig behandeln muss», sagt sie mit bewegter Stimme.

Es ist offensichtlich, dass die Stiftungspräsidentin, die eine eigene PR-Agentur leitet, sehr viel Herzblut in die Stiftung steckt.

Keine kommerziellen Ziele

«Tierbotschafter.ch verfolgt keine kommerziellen Ziele und wir arbeiten alle ehrenamtlich», sagt sie. Ihr Antrieb ist ihr Gerechtigkeitssinn. «Wenn man einmal hingeschaut hat, kann man die Augen vor dem Elend der Tiere nicht mehr verschliessen», sagt Post. Und die Tiere würden schliesslich auch ein bisschen Respekt verdienen.

Sie sehe sich selber aber nicht unbedingt als Gutmensch, sagt Post. Aber ihr selbst gehe es so gut, da wolle sie etwas davon an die bedürftigen Tiere zurückgeben, sagt sie.

Auf die Frage, warum sie sich für Tiere und nicht etwa für benachteiligte Menschen einsetze, antwortet sie schlicht: «Die Tiere liegen mir am Herzen.»

Die Umstände vor Ort seien teilweise katastrophal, sagt die Tierschützerin. Sie selbst sei zu sensibel um sich vor Ort um die misshandelten Tiere zu kümmern. Um den Tieren aber dennoch zu helfen, tue sie das, was sie am besten könne, so die Marketingfachfrau. Sie kommuniziere zum Wohl der Tiere.

Weitere Infos zur Tierschutzstiftung auf www.tierbotschafter.ch

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