Abstimmung

Limmattaler Wirtschaftsverbände: «Ecopop ist wohlstandsfeindlich»

Ecopop-Initiative zerstöre «das Erfolgsmodell Schweiz».

Ecopop-Initiative zerstöre «das Erfolgsmodell Schweiz».

Eine fixe Einwanderungsquote sei absurd, weil sie das Erfolgsmodell Schweiz gefährde. Das kritisieren Wirtschaftsverbände aus Dietikon, Schlieren und Spreitenbach – und nicht nur das.

Die Stellungnahme könnte angriffiger kaum sein: Diese Ecopop-Initiative sei «freiheits- und wohlstandsfeindlich» und zerstöre «das Erfolgsmodell Schweiz». Das schreiben der Industrie- und Handelsverein Dietikon (IHV), die Wirtschaftskammer Schlieren (WKS), die Vereinigung für Industrie, Dienstleistungen und Handel Spreitenbach und der Gewerbeverband Limmattal in einer gemeinsamen Mitteilung. Sie lehnen die am 30. November zur Abstimmung stehende Initiative rundweg ab.

Die Ecopop-Initiative möchte die Einwanderungsquote auf jährlich 0,2 Prozent beschränken. Zudem fordern die Initianten, dass jährlich 200 Millionen Franken für Verhütungsmittel in Entwicklungsländern eingesetzt werden sollen, um dort das Bevölkerungswachstum einzuschränken.

Für die Präsidenten der Verbände – Dietrich Pestalozzi, Andreas Geistlich, Fredi Pahr und Gregor Biffiger – sind beide Forderungen schlicht «absurd». Eine fixe Einwanderungsquote blockiere die Schweiz und schränke den Arbeitsmarkt zu stark ein. Die erfolgreichen Schweizer Unternehmen seien auf gut ausgebildete Fachkräfte auch aus dem Ausland angewiesen. Bereits heute fehlten in vielen Branchen gut ausgebildete Fachkräfte. Mit starren und rigiden Zahlenvorgaben würde die Initiative dieses Problem drastisch verschärfen.

Die fixen Zuwanderungsquoten hätten Verteilkämpfe um Fachkräfte zur Folge, in denen vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen oftmals den Kürzeren ziehen würden. Bereits die Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative stelle die Bilateralen Verträge mit der EU auf die Probe. Mit den «total restriktiven» Ecopop-Forderungen müssten die Bilateralen Verträge definitiv gekündigt werden und die Schweiz würde den bevorzugten Zugang zum europäischen Absatzmarkt verlieren. Das hätte gemäss den Limmattaler Verbänden dramatische Folgen. Immerhin gingen 50 Prozent der Schweizer Exporte in den europäischen Wirtschaftsraum. Ein Ja zur Initiative führe in die wirtschaftliche Isolation und sei Gift für den Werkplatz Schweiz, die KMU, aber auch für die liberale und offene Gesellschaft der Schweiz.

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