Ein 5-Gang-Menü im glamourösen Saal mit 200 Gästen und Silberbesteck war gestern. Heute wollen sich Paare das Ja-Wort lieber in schlichtem Rahmen geben. Das Fest soll individuell auf das Brautpaar abgestimmt sein. Nicole Hugentobler von der Geroldswiler Hochzeitsplanerfirma Traumfest sagt dazu: «Die Zeiten, in denen möglichst viel Rahmenprogramm in eine Hochzeit gepackt werden musste, sind vorbei. Die Location wird dafür aber immer wichtiger.»

Location soll Paar repräsentieren

Der Ort, an dem der schönste Tag im Leben des Brautpaares gefeiert wird, soll speziell sein: «Brautpaare suchen sich meist Orte aus, die noch nicht so bekannt sind und die vor allem nicht alle Hochzeitsgäste schon kennen», sagt Hugentobler.

Die Firma A.R.T. AG aus Unterengstringen lichtet schon seit über 20 Jahren Brautpaare ab und erlebt viele Paare, die beispielsweise in einer Waldhütte oder unter freiem Himmel heiraten wollen.

Auch in Bezug auf die gewünschten Fotos sei diese Tendenz zu erkennen, sagt Doris Lauber, Geschäftsleiterin der A.R.T. AG: «Die klassisch-kitschigen Hochzeitsfotos, auf denen das Paar mit Rosenblättern vor der Kirche steht, sind seit ein paar Jahren weniger gefragt.» Mittlerweile seien individuelle, pfiffige Fotos dafür sehr hoch im Kurs. So möchten viele Brautpaare laut Lauber beispielsweise vor einer Graffiti-Wand oder einem Fabrikgebäude fotografiert werden.

Weniger Paare wählen die Kirche

Die Tendenz zu individuelleren Locations bringt auch weniger kirchliche Trauungen mit sich. «Mittlerweile kann eine standesamtliche Trauung zu einem gewissen Teil mitgestaltet werden», sagt Lauber. Deshalb würden sich viele für das Standesamt mit anschliessendem Fest in kleinem Rahmen entscheiden.

Hugentobler erkennt diese Tendenz auch: «Ein schönes Ambiente ist den Kunden wichtig. Viele wollen ihre Trauung im Freien – an einem Ort, der dem Brautpaar etwas bedeutet.»

Blumen müssen zum Kleid passen

Auch das Urdorfer Blumengeschäft Aurora stellt eine Individualisierung der Kundenwünsche fest: «Die Anfragen gehen von natürlichem Blumenschmuck bis zu runden Brautsträussen mit Perlen und Swarovski-Steinen», sagt Esther Ciprian von «Aurora». Da auch die Brautkleider nicht mehr nur weiss seien, werde es anspruchsvoller, die Farbe der Sträusse auf das Kleid abzustimmen. Ciprian weiss sich aber zu helfen: Sie lässt sich das Brautkleid einfach im Vorfeld zeigen und wählt dann passende Blumen aus. Ciprian: «In der heutigen Zeit ist es wichtig, auf die Kunden eingehen zu können.»