Claudia Voci (37), Dietikon

«Für meine Tochter und meinen Sohn habe ich einen Adventskalender gebastelt. Jeden Tag können sie ein Türchen öffnen und finden dahinter Schokolade und kleine Geschenke wie Filzstifte, Gummibälle oder Autos. DVDs können sie gemeinsam anschauen.

Claudia Voci

Claudia Voci

 An Adventssonntagen kocht meine Mutter für alle, dann kommen auch meine Schwester und ihre Familie. Kurz vor Weihnachten schmücke ich mit meinem Mann und den Kindern den Baum. Das ist immer sehr entspannt. Mit unseren Familien feiern mein Mann und ich den Heiligabend und Weihnachten. Dann gibt es ein mehrgängiges Menü: Lachsbrötchen, Pasta mit Thonsauce, gefüllte Calamares, frittierte Riesencrevetten und Tiramisu. Fisch an Weihnachten ist nämlich eine italienische Tradition. Das Schönste ist, zusammen zu essen und zu lachen und die Vorfreude der Kinder auf die Bescherung.»

Walburga Krall (53), Weiningen

Früher habe ich in der Adventszeit tonnenweise Guetzli gebacken, um sie der Familie, den Verwandten, Freunden und Bekannten zu schenken. Seit längerer Zeit hat ein Blechlebkuchenrezept aber das Guetzle etwas abgelöst. Vorletztes Jahr produzierte ich davon 33 Kilogramm Lebkuchen. Dieses Jahr bin ich bis jetzt bei 15 Kilogramm.

Walburga Krall

Walburga Krall

Mit meinen zwei Töchtern guetzle ich auch, aber jede experimentiert auch für sich selbst. So habe ich letztes Jahr Orangenplätzli und glutenfreie Spitzbuben ausprobiert. Für den Adventskalender benutzen meine Tochter und ich die vielen Küchenschranktüren als Kalenderfenster. Da sie bei den Verkehrskadetten ist und ich dort Fahrdienst mache, feiern wir etwas verkürzter die Adventssonntage. Weihnachten verbringe ich mit Familie, Verwandten, Freunden und Bekannten. Das Schönste ist, mit den Menschen, die mir wichtig sind, Zeit zu verbringen.»

Werner Lippert (56), Geroldswil

«Mit meiner Frau und meinem zwölfjährigen Sohn feiern wir Adventssonntage ganz schlicht. Meine Frau bastelt jeweils einen Kranz und wir zünden die Kerzen darauf an. Dann musizieren wir. Sie spielt Geige und ich Cello.

Werner Lippert

Werner Lippert

Alle drei singen wir auch Weihnachtslieder. Zudem backen wir zusammen Vanillekipferl, Spritzgebäck und Lebkuchen nach den Rezepten meiner Mutter. Weihnachten und Heiligabend feiern wir im Schnee in den Bergen. Vor der Tür hat es dort einen Tannenbaum, den wir gemeinsam schmücken. Am 24. Dezember gehen wir zuerst Langlaufen, danach gibt es Fondue chinoise mit selbst gemachten Saucen, auch nach den Rezepten meiner Mutter. An Weihnachten kommen die Schwiegereltern. An beiden Abenden musizieren wir und beschenken uns gegenseitig. Am besten gefällt mir das Langlaufen und Fondue-Essen. Diese Tradition kannte ich schon als Kind.»

Gioia Gagliardi (12), Schlieren

Meine zwei älteren Schwester und ich bekommen fast immer einen oder mehrere Adventskalender. Mein Vater füllt ihn mit Süssigkeiten und Geld. Meine Eltern sind seit zwei Jahren getrennt. Wie mein Vater habe ich auch keine Religion. Da meine Mutter katholisch ist, geht mein Vater mit mir an Adventssonntagen in den katholischen Gottesdienst. Dort singen und beten wir, was sehr schön ist.

Gioia Gagliardi

Gioia Gagliardi

Weihnachten feiere ich beim Grossvater mütterlicherseits. Da erzählen wir uns gegenseitig, wie es uns geht. Meine Grosseltern väterlicherseits feiern eigentlich keine Geburtstage oder Weihnachten. Dieses Jahr wollen sie eine Ausnahme machen. Ich freue mich schon und bin gespannt. Als Geschenk habe ich für alle Kissen und Turnsäcke genäht. Am schönsten finde ich Heiligabend mit der Familie, weil fast alle zusammen sind, sich Mühe geben und Zeit füreinander haben.»

Denisse De Casali (24), Schlieren

«Vor 13 Jahren zog ich mit meinen Eltern und meiner Schwester aus Argentinien in die Schweiz. In Argentinien feiert man keinen Advent, nur Heiligabend und Weihnachten. Das haben wir so beibehalten. Den Baum schmückt man jeweils am 8. Dezember und räumt ihn am 7. Januar wieder ab.

Denisse De Casali

Denisse De Casali

Am Heiligabend feiern wir alle zusammen mit Onkel, Cousinen und Grossmutter, die auch in der Schweiz leben. Mein Vater ist fürs Fleisch zuständig und meine Mutter für die Salate. Die Grossmutter macht einen Panettone und meine Schwester bringt Alfajores, eine argentinische Spezialität. Das ist eine Art Kuchensandwich mit Caramel. Das Schönste ist Heiligabend, der bei uns wie eine Familienparty ist. Um Mitternacht stossen wir an und feiern bis drei Uhr weiter. Selbst die Kinder können so lange aufbleiben. Wir tanzen zu Pop-Musik, die mein Vater auflegt. Er war früher DJ.»

Naoual Roumié (19), Dietikon

Obwohl ich Muslimin bin, feiere ich auch Advent und Weihnachten, und zwar mit meinen Freunden. Früher lebte ich im Jugendheim und ging an den Adventssonntagen jeweils zu meiner älteren Schwester. Diese Tradition haben wir nicht mehr weitergeführt, seit ich erwachsen bin. Meine Mutter ist an Weihnachten immer in ihrer Heimat in Marokko.

Naoual

Naoual Roumie

Naoual Roumie

Vorletztes Jahr habe ich mit einer Kollegin Party an Weihnachten gemacht und ein Foto auf Instagram gepostet. Dafür hagelte es Kritik, weil wir Weihnachten nicht mit der Familie feierten. Dieses Jahr werde ich wahrscheinlich Weihnachten mit der Familie meines besten Kollegen verbringen. Schon letztes Jahr assen wir zusammen und tauschten Geschenke aus. Singen und Kerzen an Heiligabend kenne ich bis jetzt noch nicht. Ich hoffe, dass Weihnachten mit meinem Kollegen zu meiner neuen Lieblingstradition wird.»

Michèle Staudenmann (39), Weiningen

Weil ich das Restaurant Löwen führe, arbeite ich auch an den Adventssonntagen. Doch für den Advent nehmen mein Partner und ich uns etwas Zeit füreinander. Zu Hause habe ich ein Adventsfenster dekoriert. Wir sitzen dann vor unserem Cheminée und trinken ein gutes Glas Wein.

Michele Staudenmann

Michele Staudenmann

Seit neun Jahren haben wir denselben Christbaum, den wir eine Woche vor Weihnachten aufstellen. An Heiligabend muss ich arbeiten. Wenn ich abends nach Hause komme, liegt sein Geschenk für mich schon unter dem Baum. Seines lege ich morgens hin, wenn er vor mir aus dem Haus geht. Wenn ich spät heimkomme, stossen wir noch an und beschenken uns. Am nächsten Morgen gehen wir gemütlich spazieren. Danach ruft wieder die Arbeit. Am liebsten sind mir die Adventssonntage vor dem Cheminée, weil mein Partner und ich sonst wenig gemeinsame Zeit haben.»

Dimitri Papalazaru (59), Urdorf

«Um Sport an der ETH zu studieren, kam ich als 20-Jähriger in die Schweiz. Dass man die Adventszeit so zelebriert, das habe ich erst in Zürich kennen gelernt. In Griechenland liegt der Fokus vor allem auf dem 25. Dezember selber. Doch auch bei mir hat die Adventstradition mit Kranz und Kerzen mit der Zeit Einzug gehalten.

Dimitri Papalazaru

Dimitri Papalazaru

Seit 2006 bin ich mit einer Griechin verheiratet. Zusammen mit unserem achtjährigen Sohn sitzen wir jeweils an den Adventssonntagen zusammen. Meine Frau macht auch immer einen Adventskalender für unseren Sohn. Seit ich verheiratet bin, feiere ich Weihnachten immer in meinem Heimatdorf Dipotamos mit meiner Familie und meinen Verwandten. Dort gibt es nur an Weihnachten ein ganzes Spanferkel. Am schönsten finde ich jedoch die weihnachtliche Stimmung an Weihnachtsmärkten und die Beleuchtungen auf den Strassen.»

Sabine Barth (53), Oetwil

Die Adventszeit geniesse ich mit meinem Mann. Wir nehmen uns dann Zeit für uns, trinken Glühwein, schlendern durch Weihnachtsmärkte oder geniessen eine Fahrt im Fondue-Tram.

Sabine Barth

Sabine Barth

Beim Guetzlen bestreicht er Zimtsterne mit Zucker, Mailänderli mit Ei oder er bestreut Guetzli mit Hagelzucker. Für den Rest bin ich zuständig. Am Samichlaustag backe ich mit meinen beiden Töchtern Guetzli und Grittibänzen. Seit fünf Jahren ist der Schwiegervater der jüngeren Tochter jeweils der Samichlaus für die Kinder, der vorbeischaut, während wir gemütlich Nüsse und Mandarinen schlemmen. Gegen Weihnachten lade ich meine Nachbarn zu einem Glühwein-Apéro ein. Heiligabend feiern mein Mann und ich mit unseren Töchtern, ihren Ehemännern und Kindern. Dann gibt es Fondue chinoise und die Bescherung. Der Heiligabend ist deshalb für mich das absolute Highlight.»

Annegret Bortlik (51),  Dietikon

«Mit meinem Mann und unseren vier Kindern im Schulalter feiern wir den Advent ausführlich. Zum ersten Mal hat mein ältester Sohn mir geholfen, den Adventskalender zu füllen. An Sonntagen besuchen wir den Gottesdienst in der reformierten Kirche. Manchmal zünden wir am Adventsnachmittag die Kerzen vom Kranz an und singen Adventslieder oder musizieren.

Annegret Bortlik

Annegret Bortlik

Mittlerweile backen meine Kinder schon selbstständig Guetzli und Grittibänzen. Bei uns gibt es einen Christbaum mit richtigen Kerzen, den wir jeweils am Tag vor Heiligabend schmücken. Da mein Mann und ich Pfarrer und Pfarrerin sind, feiern wir Weihnachten beim Gottesdienst. Danach gibt es ein feierliches Essen. Was es gibt, wird jedes Jahr neu verhandelt. Tischgrill gewinnt meistens. Meine schönsten Erinnerungen sind die Jahre, als alle vier Kinder zusammen beim Krippenspiel mitgemacht haben.»