Weiningen

Limmattaler Tierschützer übertreffen ihr Ziel – jetzt kommt die nächste Hürde

Silvia Zihlmann und ihr Mann werden in Rumänien Hunde gesundpflegen und vermitteln.

Silvia Zihlmann und ihr Mann werden in Rumänien Hunde gesundpflegen und vermitteln.

Die Sammelaktion der Hunde-Aktivisten Josef und Silvia Zihlmann hat alle Erwartungen übertroffen.

Damit hätten die Weininger Hunde-Aktivisten Josef und Silvia Zihlmann nicht gerechnet: Ganze 200 000 Euro sind dank eines selbst organisierten Crowdfundings für ihr Hundeheim «Dog Town» in Rumänien zusammengekommen. Dabei war ihr ursprüngliches Ziel lediglich, 167 000 Euro bis zum 31. Januar zu sammeln. Dieses haben sie schon letzten Donnerstag erreicht – drei Tage früher als erwartet.

Die erste Hürde für ihr Projekt meisterten die Zihlmanns bereits am 21. Januar: 114 000 Euro waren schon beisammen. Mit diesem Geld hätten drei Monatsmieten sowie die nötigen Reparaturen des Hundeheims bezahlt werden können. «Die 86 000 zusätzlichen Euro sind als Geschenk noch dazugekommen», sagt Zihlmann, ehemaliger Dietiker Bezirkstierarzt. Damit kann jetzt in Gheorgeni nahe der rumänischen Hauptstadt Bukarest das Areal betriebsbereit gemacht und das Personal rekrutiert werden.

Dort befand sich bereits ein Tierheim, dessen gut erhaltene Gebäude seit November 2014 leer stehen. Deshalb beschlossen die Zihlmanns Mitte Dezember 2015, mit der deutschen Tierschützerin Jasmin Ellger und dem rumänischen Tierrechtler Claudiu Dumitriu dieses wieder zu eröffnen. Das Ziel ist es, Platz für bis zu 3000 Tiere zu schaffen, die kastriert, geimpft, gesundgepflegt und nach spätestens zwei Monaten vermittelt werden sollen. Um dies finanziell zu ermöglichen, starteten sie mit ihrem Verein «Starromania» auf der Plattform «Startnext» eine europaweite Sammelaktion. Nun ist das Geld beisammen. «Wir sind zwar erleichtert, aber auch gefordert. Denn wir tragen eine immens grosse Verantwortung», so Zihlmann.

Leiter vor Ort gesucht

Um das Geld bestmöglich einzusetzen, reist er am Donnerstag nach Bukarest, um mit dem Besitzer der Anlage einen realisierbaren Miet- oder Kaufpreis zu verhandeln. Zudem muss eine geeignete Person gefunden werden, die das Hundeheim vor Ort koordiniert. Mit den Zihlmanns wird dieser Leiter in ständigem Kontakt stehen. Zu Beginn müssen sie relativ häufig vor Ort sein, um zu prüfen, ob ihr Projekt so läuft, wie sie es sich vorstellen. «Der verantwortliche Chef muss ein Rumäne sein, der Deutsch und Englisch spricht und ein Organisationstalent ist» sagt Zihlmann. Ausserdem wird diese Person mit der Suche von Tierärzten, Tierpflegern und weiterem Fachpersonal für «Dog Town» beauftragt. «Bei der Auswahl der Person müssen wir vorsichtig sein. In Rumänien ist Korruption noch immer Realität», betont Zihlmann. Damit diese keinen Eingang ins Hundeheim findet, achten die Zihlmanns darauf, dass ihre Leute vertrauenswürdig sind und ein einwandfreies Leumundszeugnis vorweisen können.

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