«Wir haben mit unserem Vorhaben ein gewaltiges Echo ausgelöst, und genau da wollen wir anknüpfen», sagt der Dietiker Bezirkstierarzt Josef Zihlmann an einer Informationsveranstaltung vom Dienstag in Dietikon zum Thema «Humane, nachhaltige und professionelle Tierhilfe in Rumänien».

Viele Leute würden sich laufend zur Verfügung stellen, um gegen das Hundetöten in Rumänien vorzugehen, jetzt sollen konkrete Pläne her. Aber Zihlmann warnt: «Wir wollen jetzt nicht einfach nach Rumänien losmarschieren.» Zunächst sei es wichtig, dass gesetzliche Grundlagen, lokale Partner sowie die Möglichkeiten vor Ort abgeklärt würden.

Darüber hinaus sei das Stichwort «vernetzen» von zentraler Bedeutung: «Ich führe derzeit Verhandlungen mit diversen Organisationen», so der Dietiker Bezirkstierarzt. Das Ziel sei, möglichst viele Tierärzte im Limmattal zu mobilisieren, schliesslich die Aktion auf den Kanton auszuweiten bis hin zu einem nationalen Aufruf.

Rumänien im Fokus

Ende September verabschiedete das rumänische Verfassungsgericht ein Gesetz, das die Tötung von Strassenhunden gutheisst. Demnach dürfen streunende Hunde getötet werden, falls sie im Tierheim nach 14 Tagen nicht adoptiert werden. Die Gesetzesänderung sei eine Reaktion auf eine jahrzehntelange, unkontrollierte Vermehrung der Strassenhunde: «Tötungen haben zwar einen Soforteffekt.

Langfristig lässt sich das Problem so jedoch nicht lösen», erklärt Esther Geisser. Als Juristin verantwortet sie schon seit Jahren mit ihrer Tierschutzorganisation NetAP Kastrationsprogramme in Rumänien. «Massenkastrationen verhindern die schnelle Vermehrung und die Tiere würden die Reviere weiterhin besetzen, so würden auch keine neuen Hunde nachkommen», erklärt Geisser vor den Anwesenden. Eine Kastration wäre für den Staat sogar günstiger. Aber: Zu viele Personen verdienen mit beim Einfangen und Töten der Hunde.

Auch die Korruption sei ein Problem: «Öffentliche Gelder, die der Staat eigentlich für Tierschutz zur Verfügung stellt, werden zweckentfremdet», behauptet die Juristin. Und: «Rumänien hat sein eigenes Tierschutzgesetz - ob dies vollzogen wird, ist allerdings fraglich.»

Handeln, aber richtig

Trotz viel Kritik - in Rumänien gebe es durchaus viele Tierfreunde und engagierte Tierärzte: «Bloss wissen sie teilweise nicht, wie eine Kastration durchgeführt werden muss», so Geisser. Für eine nachhaltige Zusammenarbeit mit lokalen Tierärzten, planen die Schweizer Kollegen deshalb auch Schulungen. «Wir müssen alle am selben Strick ziehen», so Zihlmann. Spendengelder seien daher sehr willkommen, um das Projekt, das von den Limmattaler Tierärzten losgetreten wurde, wie geplant durchzuziehen.