Weihnachtsspeck

Limmattaler stürmen nach Festtagen die Fitnesscenter

Gemeinsam kämpft es sich leichter gegen den Winterspeck. Ob Schwimmen, Hanteln stemmen oder Spinning, spielt dabei keine Rolle (Symbolbild).

Gemeinsam kämpft es sich leichter gegen den Winterspeck. Ob Schwimmen, Hanteln stemmen oder Spinning, spielt dabei keine Rolle (Symbolbild).

Mit Hanteln den Festtagsspeck wegdrücken – Anfang Jahr setzen viele auf Sport.

Sind die Festtage vorbei, sitzt bei vielen Menschen das eine oder andere Pfund mehr auf den Hüften. Doch nach den Festessen folgen die Neujahrsvorsätze. Einer ist besonders beliebt: Abspecken. Nun werden also nicht länger Weihnachtsguetzli verdrückt, sondern Gewichte gestemmt. Man tauscht Wollpulli und Sofa gegen T-Shirt und Hantelbank.

Dass viele Personen zumindest Anfang Jahr auf Sport setzen, kommt den Fitnesscentern zugute: «Der Januar ist unser Lieblingsmonat», sagt Raphaela Müller, Inhaberin des Mrs. Sporty in Schlieren, ein Fitnessklub für Frauen. Um die 50 neuen Mitglieder starten jeweils im Januar. Das seien mehr als doppelt so viele wie in einem normalen Monat. Doch halten die Neuzugänger das ganze Jahr durch? Nicht alle, meint Müller. «Einige jedoch beginnen knallhart und lassen nach dem Sommer bis ende Jahr etwas nach.» Dann aber gehe es wieder los.

Zu viel gesündigt über die Festtage?

Zu viel gesündigt über die Festtage?

Mit diesen drei Übungen werden Sie den Weihnachtsspeck wieder los.

Wenn der Frühling bevorsteht

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden, will man offenbar eher sitzen als schwitzen. Doch spätestens nach dem Jahreswechsel wird so manchem Sportmuffel bewusst, dass schon bald der Frühling bevorsteht, dass etwas für die Figur getan werden müsste. Davon profitiert auch das Activfitness in Dietikon. Lorenzo Danti, der Geschäftsführer, sagt, dass im Januar besonders viele Neukunden ein Jahresabonnement lösen. Das sei jedes Jahr so. Täglich kämen nun neue Mitglieder dazu, sagt er. Bereits mit dem Geld in der Hand ständen diese dann am Tresen und meinten, sie müssten jetzt dringend mit Fitness beginnen. Nur: Die anfängliche Begeisterung währt oft nicht lange.

Laut Lorenzo trainieren viele Leute, die auf das neue Jahr hin beginnen, anfangs ziemlich engagiert, doch bereits nach einem Monat sei der Pfupf draussen. Diese Kunden sehe man oft erst im nächsten Januar – wenn sie wieder ein neues Abonnement lösten.

Neue Abonnenten hat auch das David Gym in Schlieren dazugewonnen. Der grosse Ansturm werde allerdings nun mit den neuen Öffnungszeiten kommen, sagt Pascal Castillo, ein langjähriger Mitarbeiter. Seit dieser Woche kann in Schlieren von fünf Uhr morgens bis um ein Uhr in der Nacht trainiert werden. Wem testosterongeladene Muckibuden nicht zusagen, fühlt sich womöglich im Schwimmbad besser aufgehoben. Bekanntlich ist Schwimmen für Gelenke und Muskulatur eine der gesündesten Sportarten überhaupt. Wird daher das Hallenbad ähnlich mit Neukunden überschwemmt? Im Dietiker Hallenbad Fondli kämen im Januar auch Neuabonnenten dazu, sagt Oskar Schildknecht, der Betriebsleiter. Jedoch nicht so viele wie in den Fitnesscentern. «Vor allem kehren vermehrt Stammgäste zurück, die mit ihrem Training nun wieder Vollgas geben.»

Fitness allein reicht nicht

Um den gewünschten Strandkörper zu erlangen, reicht oft Fitness allein nicht aus. Auch die Ernährung muss stimmen. Die Ernährungsberaterin Ursula Baumgartner erhält denn im Januar auch mehr telefonische Anfragen als sonst. Andererseits sei das Thema Ernährung ohnehin ein Dauerbrenner.

Doch was empfiehlt sie? Eine fundierte Ernährungsberatung erfolge sehr individuell, sagt Baumgartner. Aber: Die schlechten Fette und die sogenannt schnellen Kohlenhydrate, etwa Mehl, Zucker oder auch Fruchtsäfte, solle man im Auge behalten. Fruchtsäfte? Ja, denn diese enthielten oft viel Zucker, wodurch Insulin ausgeschüttet werde, was wiederum den Hunger anrege. Laut Ursula Baumgartner ist es ebenfalls wichtig, beim Essen einen Rhythmus zu haben – also nicht ständig etwas zwischendurch zu naschen. Mehr als drei Mahlzeiten am Tag seien nicht notwendig. Jedoch: Man müsse satt sein und solle sich auch nicht alles verbieten.

Restaurants laufen trotzdem

Wenn also die Limmattaler besonders im Januar fleissig schwimmen und Gewichte stemmen, setzen sie denn in Restaurants auch auf eine ausgewogenere Ernährung? Beim Rolli’s Steakhouse in Schlieren zumindest stellt man keine Veränderung fest. Auch nicht beim Restaurant Heimat in Dietikon. Martina Meier, die Wirtin, geht zwar davon aus, dass manche Leute im Januar besonders auf die Ernährung achten. Allerdings laufe bei ihnen gerade Bratwurst mit Pommes frites besonders gut. In letzter Zeit seien währschafte Menüs sehr gefragt, sagt sie.

Anders im Restaurant Tomate in Dietikon: Halil Corca, der Inhaber, sagt, dass im Januar die grossen Menüs weniger gut liefen. Die Gäste bestellten eher Salate und Suppen. Er kann gut verstehen, dass manche Leute zu Jahresbeginn etwas mehr auf ihre Linie achten. Auch er mache nun wieder mehr Sport; Velofahren und Joggen. Am liebsten draussen in der Natur.

Umfrage: Die Festtage sind vorbei – ändern Sie im Januar Ihre Angewohnheiten?

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