Schlieren

Limmattaler Start-ups beweisen sich vor der 15-köpfigen Jury

Nach dem Pitch-Day in Schlieren stehen die drei besten Limmattaler Jungunternehmen fest. Sie werden sich an der 20. Ausgabe des Wirtschaftspodium vorstellen.

Das beste Limmattaler Jungunternehmen wird in diesem Jahr zum ersten Mal mit einer Trophäe, die eine geschwungene Welle darstellt, geehrt. Die Welle widerspiegelt das Limmattal analog dem Wipo-Logo. Vergeben wird der Preis vom Wirtschaftspodium Limmattal (Wipo). Gemeinsam mit dem Institut für Jungunternehmen (IFJ) wird nach der besten Geschäftsidee gesucht. Ein wichtiges Kriterium ist, dass die Firma nach dem 1. Januar 2014 gegründet wurde und im Limmattal domiziliert ist. Nach der ersten Auswahl aus fünfzig Bewerbungen wurde am Donnerstag im Startup Space in Schlieren ein Pitch-Day durchgeführt, bei dem sich sieben ausgewählte Jungunternehmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, vorstellen konnten. Bewertet wurden sie von einer 15-köpfigen Jury.

Den Einstieg machte Daniel Christen, CEO der eigenen im September 2018 gegründeten System Credit AG. Das Unternehmen will Kleinunternehmen einen schnellen Zugang zu Krediten ermöglichen. Zehn Minuten standen Christen für die Präsentation zu Verfügung. Danach wurden die Fragen einzelner Jurymitlieder beantwortet, bevor sich diese wiederum im Plenum für eine kurze Beratung austauschten. Min Vitisvorakarn stellte die Derma2go AG vor. Der Dienst der Firma gewährleistet eine schnelle Hautdiagnose ohne physische Konsultation mithilfe digitaler Bilder von Hauterkrankungen, die von einem Dermatologen begutachtet werden.

Ein nächstes ambitioniertes Projekt zeigte Gilbert Wittwer mit seiner Firma Wondercrow GmbH auf. Er möchte, dass jedes zweite getrunkene Bier in einem Gasthof ein Schweizer Craft Bier ist. Den Hofläden auf Bauernhöfen und den Konsumenten einen Mehrwert bringen, das will Remo Furrer mit dem Start-up Wastee KIG. «Es ist eine tolle Erfahrung und wir sind gespannt, weil wir von der Konkurrenz nichts wissen», sagte Furrer. Es sei aber schon toll, als eines von fünfzig Unternehmen ausgewählt worden zu sein.

Das Geheimnis der drei Bestplatzierten ist gelüftet

«Nun sind die Würfel gefallen», sagte Brigitte Becker, Organisatorin des Wirtschaftspodium Limmattal. Die Jury hat die drei besten Jungunternehmen gewählt, wobei die genaue Rangfolge erst am Mittwoch im Rahmen der Jubiläumsausgabe des Wirtschaftspodiums bekannt gegeben wird. Dies, weil neben dem Preisgeld von 7000 Franken der dortige Auftritt zum Gewinn gehört. Die Chance, sich am 6. November beim 20. Wirtschaftspodium Limmattal den rund tausend Anwesenden vorzustellen, gilt auch für den Zweit- und Drittplatzierten, die 2000, respektive 1000 Franken erhalten. «Dank dieser Plattform erhalten drei Jungunternehmen Publizität», sagte André Brühlmann, Geschäftsführer des Instituts für Jungunternehmen.

Raphaela Cusati aus Wettingen überzeugte die Jury mit ihrer Innovation. Sie träumte von einem eigenen Unternehmen, nur fehlte ihr die Idee, bis ihre Tochter in die Kindertagesstätte (Kita) kam. Ihre im Juli 2017 gegründete Nubana AG ermöglicht den digitalen Informationsaustausch zwischen Eltern und Kita mittels einer App: «Es ist das erste Mal, dass ich die Firma der Öffentlichkeit präsentiere und diese Chance bestätigt mir, dass ich mit der Idee auf dem richtigen Weg bin.» Sie erfuhr erst gestern von ihrem Erfolg, denn die Gewinner wurden einen Tag nach dem Pitch-Day informiert.

Genauso wie Cusati konnte Michael Waldner die Jury überzeugen. Er ist Mitgründer der Pexapark AG. Dieses Unternehmen stellt Investoren und Betreibern von erneuerbarer Energie Daten zum neuen Markt bereit, um diese besser zu managen und die Risikofaktoren einschätzen zu können. Ebenfalls unter den Gewinnern ist Reto Naef, der in Schlieren seine Topadur Pharma AG führt. Er war über viele Jahre für die Novartis tätig und forscht mit seinem Team an Medikamenten gegen chronische Wunden sowie Erkrankungen, wie Gehörverlust oder Haarausfall, die mit vorgeschrittenem Alter auftreten.

Grosses Lob für das gesamte Auswahlverfahren und die Hintergründe gab es von Jury-Mitglied Albert Schweizer, Standortförderer der Stadt Schlieren: «Ich muss sagen, die Professionalität rechtfertigt diesen Preis und es soll ihn wieder geben». Er sei zunächst skeptisch gewesen, weil er oftmals nichts von solchen neuen Preisausschreibungen hält. Aber diese habe ihn überzeugt.

Die 15 Jurymitglieder haben ein grosses Know-how

In der Bewertung solle die Jury den visionären Gedanken, die Zusammenstellung des Teams und das Marktpotential prioritär bewerten, führte Brühlmann weiter aus. Schlussendlich entscheide auch immer noch das Bauchgefühl. Die Wahrheit entstünde dadurch, dass der Mittelwert der Bewertungen von 15 Jurymitglieder mit grossem Know-how schliesslich den richtigen Gewinner ausmache.

Annemarie Widmer, Inhaberin der Louis Widmer SA in Schlieren, sagte zum Schluss: «Es war extrem spannend und mir gefielen die Gespräche über die Ideen, die weitergeführt werden. Ich bin immer für die Haltung ‹Ja, und› anstelle von ‹Ja, aber› und das wurde durch die Diskussion ermöglicht.» Denn diese Einstellung bringe Innovation.

Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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