Sommeraushilfe
Limmattaler Schüler suchen vergebens nach Ferienjobs

Betriebe vergeben kaum Aushilfsstellen an Schüler – es gibt jedoch Alternativen.

Janine Gloor
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Am 3. September sagt die Jubla Dottikon Danke für die Unterstützung, die sie vom Dorferhält. Dabei ist es den Mitgliedern egal, ob sie putzen…Archiv/Hansruedi Aeschbacher

Am 3. September sagt die Jubla Dottikon Danke für die Unterstützung, die sie vom Dorferhält. Dabei ist es den Mitgliedern egal, ob sie putzen…Archiv/Hansruedi Aeschbacher

Hansruedi Aeschbacher

Rasen mähen, im Supermarkt an der Kasse tippen oder im Lager Ware einräumen. Klassische Ferienjobs, mit denen sich Schüler in den langen Sommerferien ihr erstes Geld verdienen können. Olivier Alves aus Dietikon hat bereits einmal mitgeholfen beim Schulhausputz. «Das hat mir gefallen und ich konnte in einer Woche ein gutes Sackgeld verdienen», sagt der 17-Jährige. Im Herbst beginnt er eine Lehre, deshalb sucht er diesen Sommer keinen Ferienjob. Viele seiner Kollegen hätten gern eine Aushilfsstelle, sind aber nicht fündig geworden. «Es hat zu wenig Ferienjobs», sagt er. Dieser Meinung ist auch Arabella. Die Schülerin aus Dietikon würde in den Ferien auch gern Geld verdienen, doch die wenigen Stellen, von denen sie wusste, seien schon vergeben gewesen. Eine ihrer Kolleginnen hat eine Stelle am Badikiosk ergattert. Wie sieht die Ferienjob-Situation im Limmattal aus?

Einarbeiten braucht Zeit

Viele Betriebe und Fabriken sind froh um Aushilfen, wenn ihre Mitarbeiter in den Ferien sind. Nicht immer jedoch greifen sie dabei auf Schüler zurück. «In der Hauptferienzeit von Juli bis September beschäftigen wir jedes Jahr ungefähr zwei bis vier Aushilfen», sagt Cristina Tamò, Personalverantwortliche bei Louis Widmer. «Dabei handelt es sich ab und zu auch um Schüler, die mit Mitarbeitenden verwandt sind und relativ spontan einspringen können.» Die Schlieremer Kosmetikfirma arbeitet bei der Besetzung von Aushilfsstellen auch mit dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum zusammen. Schüler helfen gemäss Tamò im Bereich der Verpackung aus, ihr Lohn ist nach Alter und Fähigkeit abgestuft.

So klappt es mit dem Ferienjob

Last-minute-Ferienjob für die Sommerferien?
– Auf Internetplattformen suchen (www.ferienjob.ch, schuelerjobs-uitikon.ch);
– in der Nachbarschaft fragen, ob jemand Hilfe im Garten oder mit Haustieren braucht.

Nicht alle Betriebe wollen jeden Sommer Zeit für das Einarbeiten von neuen Aushilfskräften aufwenden. In der Spreitenbacher Niederlassung der Lagerhäuser Aarau greift man in den Sommerferien regelmässig auf Schüler zurück. Die Lagerhäuser sparen Zeit, indem sie erfahrene Ferienjöbbler auf Abruf haben. «Wir haben eine Stammmannschaft von ungefähr vier bis fünf Schülern und Studenten, die wir aufbieten können. Unser Bedarf ist abhängig vom Arbeitsvolumen und den Aufträgen, die wir bekommen», sagt Angela Attenhauser, Leiterin des Logistikcenters. Auch im Lager von Dosenbach in Dietikon werden nur sehr selten Schüler eingesetzt. «Während der Sommerferien gibt es grundsätzlich weniger zu tun. Sollte trotzdem einmal mehr Arbeit anfallen, kann intern Personal verschoben werden», teilt die Pressestelle des Unternehmens mit.

Geheimtipp für Ferienjobs

Bei manchen Betrieben ist auch mit Arbeitserfahrung nichts zu machen, so stellt beispielsweise das Alters- und Gesundheitszentrum der Stadt Dietikon gar keine Schüler an. Auch im Produktionsbetrieb von Sprüngli in Dietikon gibt es keine Ferienjobs. «Bei uns ist im Winter Hochsaison, deshalb haben wir im Sommer keinen Bedarf für Aushilfen», erklärt Personalleiterin Tina Truog. Die Ikea Spreitenbach und die Migros in Dietikon verzichten ebenfalls auf Sommeraushilfen. Sie setzen auf ganzjährige Aushilfen mit einem kleinen Pensum.

Ferienjobs in den regionalen Betrieben sind rar, doch Birger Oldorff vom Elternforum Uitikon kennt eine vielversprechende Alternative: «In den Privathaushalten hat es genug Arbeit.» Das Elternforum Uitikon vermittelt mit einer Onlineplattform Sackgeldjobs an Schüler. «Es gibt viele Leute, die um Hilfe im Haushalt froh wären», sagt er. Gerade ältere oder verletzte Menschen seien dankbar, wenn ihnen im Haus oder im Garten jemand zur Hand gehen könnte. Das Elternforum will deshalb vermehrt Private dazu bringen, Angebote auf der Plattform aufzuschalten. «Diese Jobs gibt es und die Jugendlichen freut es.»