Dietikon

Limmattaler Rocker griff Autofahrer an und drohte mit den Hells Angels

Ein Limmattaler Rocker drohte mit den Hells Angels (Symbolbild)

Ein Limmattaler Rocker drohte mit den Hells Angels (Symbolbild)

Ein Limmattaler Rocker-Typ hatte in Dietikon einen anderen Autolenker angegriffen. Nun muss er dafür bezahlen. Das Bezirksgericht verurteilte ihn unter anderem wegen Drohung, Tätlichkeiten und mehrfache Verkehrsdelikte zu einer Geldstrafe.

Der eingeklagte Vorfall ereignete sich im Feierabendverkehr vom 6. September 2013. Damals fuhr ein kräftig gebauter Rocker-Typ mit seinem Personenwagen in Urdorf über die Bernstrasse in Richtung Mutschellen. Nach der Verzweigung der Autobahnausfahrt wendete der heute 31-jährige Türke plötzlich sein Fahrzeug und überfuhr dabei auch eine Sperrfläche. Zum Ärger eines vom Mutschellen herkommenden Autolenkers, der nur durch eine Vollbremsung eine Kollision verhindern konnte. Der heute 69-jährige Schweizer machte seinem Unmut Luft, indem er dem Verkehrssünder den gestreckten Mittelfinger zeigte. Ein Fehler, wie sich bald herausstellen sollte.

So steht fest, dass der kräftige Limmattaler auf die eindeutige Geste aufgebracht reagierte und den Senior bis nach Schlieren verfolgte. Dort musste der Geschädigte bei der Verzweigung zur Zürcherstrasse vor einem Rotlicht anhalten. Worauf der Beschuldigte ebenfalls stoppte und sein Fahrzeug verliess: «Ich wollte von ihm nur wissen, was ich verbrochen hatte», erklärte der Beschuldigte kürzlich vor dem Bezirksgericht Dietikon.

Allerdings fiel die Fragestellung reichlich rabiat aus. Nachdem der Angreifer vergeblich versucht hatte, die Autotüre zu öffnen, schlug er mit seinen Fäusten heftig gegen das Blech der Fahrertüre und richtete in der Form von mehreren Beulen einen Sachschaden für rund 2900 Franken an.

Als der Geschädigte ausstieg, um seinen Personenwagen zu besichtigen, wurde er vom Beschuldigten auch noch körperlich attackiert. Dieser schlug rund zehn Mal auf den Senior ein. Der 69-Jährige konnte sich mit Händen und Armen schützen, flog aber zum Schluss gegen sein Fahrzeug.

Als ein jüngerer Autolenker dem bedrängten Rentner beistehen wollte, verlegte sich der kräftige Mann auf verbale Drohungen. Er sagte dem heute 33-jährigen Schweizer: «Pass auf, ich habe im Fall deine Nummer und bin von den Hells Angels», zitierte ihn die Anklageschrift. Dann setzte sich der Beschuldigte vom Tatort ab. Kürzlich stand der verzeigte Limmattaler vor dem Dietiker Bezirksgericht und musste wegen Drohung, Sachbeschädigung, Tätlichkeiten sowie groben Verkehrsdelikten mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten rechnen. Er wies abgesehen von einem Verkehrsdelikt die Vorwürfe zurück. Auch sein Verteidiger verlangte diverse Freisprüche und verwies darauf, dass der Senior mit dem «Stinkefinger» zuerst provoziert habe. Zudem sei der zuständige Staatsanwalt mit dem Rentner privat befreundet, plädierte er.

Geldstrafe und Busse

In seinem nun eröffneten Urteil ist das Dietiker Gericht in den meisten Punkten der Anklage gefolgt. Es verurteilte den türkischen Staatsangehörigen aufgrund der glaubhaften Belastungen der beiden Zeugen wegen Drohung, Sachbeschädigung, Tätlichkeiten sowie mehrfachen Verkehrsdelikten zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 200 Franken sowie zu einer Busse von 2500 Franken. Die Probezeit wurde auf vier Jahre festgelegt. Eine schriftliche Urteilsbegründung liegt noch nicht vor. Der Beschuldigte kann Berufung gegen das Urteil einlegen.

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