Das Limmattal soll an Gewicht zulegen – zumindest auf dem politischen Parkett. Das ist das Ziel der Strategischen Allianz Limmattal (SAL). Oder anders gesagt: Es reicht.

Die oft übergangene Region zwischen den Städten Zürich und Baden mit ihren über 150 000 Bewohnern soll ihren Anliegen endlich Gehör verschaffen. Und zwar bis auf die höchste politische Ebene in Bern. Gelingen kann dies nur, wenn das Limmattal geeint, mit einer Stimme spricht. Denn nur gemeinsam ist man stark, so die Idee hinter der SAL. Deshalb sind auch Kantons- beziehungsweise Grossräte aus allen grösseren Parteien des Limmattals in der Lobbyorganisation vertreten.

Gebildet wird das Kernteam der SAL von den Limmattaler Kantonsräten Rochus Burtscher (SVP), Andreas Geistlich (FDP), Rolf Steiner (SP), Josef Wiederkehr (CVP), Alt-Kantonsrat Andreas Wolf (Grüne), den Aargauer Grossräten Josef Bütler (FDP) Ruth Jo. Scheier (GLP) sowie Alt-Grossrat Gregor Biffiger (SVP). Zudem sind die BDP, die EVP und die EDU im Netzwerk ebenfalls eingebunden.

Aus der Vogelperspektive

Am Mittwochabend erlebte die SAL im Dietiker Stadthaus ihre Taufe anlässlich der Präsentation einer Charta, die von verschiedenen Parlamentariern, von Vertretern von Exekutiven sowie von Industrie, Gewerbe und Handel unterzeichnet wurde. Sie fasst in fünf Schwerpunktbereichen die Anliegen der SAL zusammen.

Neu sind diese nicht. Der Wunsch nach dem Erhalt von Freiräumen und Grünflächen, die Forderung nach einem möglichst raschen Ausbau der Zürcher Nordumfahrung oder das Eintreten für die Limmattalbahn werden schon seit geraumer Zeit geäussert. Die «Chance Gubrist» oder die «Allianz Pro Limmattalbahn» haben sich diese Forderungen auf die Fahnen geschrieben. Andere Akteure wie die Standortförderung Limmattal rücken in erster Linie das Potenzial der Region in den Vordergrund.

Neu ist, dass nun die Gesamtheit dieser Anliegen in den Fokus rückt, quasi die Vogelperspektive eingenommen wird. «Wir betrachten das gesamte Limmattal», sagte Rolf Steiner. Ihren Ursprung hatte die Idee zur SAL in den prekären Verkehrsverhältnissen im Limmattal. «Doch rasch kamen weitere Themen hinzu», erklärte Rochus Burtscher. Das Ergebnis in Form der Charta «ist als kleinster gemeinsamer Nenner zu verstehen, auf den wir uns einigen konnten», hielt Josef Bütler fest.

Der Verkehr bleibt aber ein wichtiges Thema. Nicht zuletzt deshalb, weil die Diskussionen um das Gateway und den Ausbau des Gubristtunnels «das erste Mal dazu führten, dass im Limmattal über die Gemeindegrenzen hinaus zusammengearbeitet wurde», so Josef Wiederkehr. Aber auch das Thema Arbeit darf nicht zu kurz kommen. «Denn die Wirtschaft braucht gute Rahmenbedingungen, weil die Unternehmen wichtige Steuerzahler sind», erklärte Andreas Geistlich. Von Bedeutung sei aber auch der Erhalt von Freiraum, so Andreas Wolf. Ziel des Limmattals müsse überdies sein, dass sich die Einwohner wohlfühlen, ergänzte Ruth Jo. Scheier.

Neben den Belastungen, die das Limmattal ertragen müsse, wolle man auch das grosse Potenzial der Region herausstreichen und erreichen, dass dies auf kantonaler wie nationaler Ebene besser wahrgenommen wird, erklärt Burtscher. Dass es nicht einfach werden wird, die verschiedenen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Haltungen unter einen Hut zu bringen, ist ihm bewusst. «Wir werden deshalb mit allen Akteuren wie ‹Vorwärts Limmattal›, ‹Gemeindeallianz›, Wirtschaftsverbände, Gemeinden, oder der Standortförderungen Gespräche führen und ihre Anliegen aufnehmen, um dann mit einer Stimme für das Limmattal aufzutreten.» Denn «den Damen und Herren National- und Ständeräten sowie Bundesrätinnen und Bundesräten soll bewusst gemacht werden, dass das Limmattal nicht mehr bereit ist, alles ohne Reaktion entgegenzunehmen», wie es seitens der SAL heisst.