Dietikon

Limmattaler Politikerinnen vernetzen sich beim Frauenabendessen

Was in Affoltern bereits Tradition ist, wird nun in Dietikon das erste Mal durchgeführt: Im Herbst wird ein Treffen aller weiblichen Behördenvertreter veranstaltet, sodass sich Limmattaler Politikerinnen vernetzten können. (Symbolbild)

Was in Affoltern bereits Tradition ist, wird nun in Dietikon das erste Mal durchgeführt: Im Herbst wird ein Treffen aller weiblichen Behördenvertreter veranstaltet, sodass sich Limmattaler Politikerinnen vernetzten können. (Symbolbild)

Im Herbst wird das erste alljährliche Frauenabendessen für Exekutivmitglieder im Bezirk Dietikon durchgeführt. Initiantin Janine Vannaz (CVP) liess sich von Nachbar Affoltern inspirieren.

2019 jährt sich das Ja des Zürcher Stimmvolks für das Frauenstimmrecht auf kommunaler Ebene zum 50. Mal. Ein Blick in die Limmattaler Exekutiven zeigt aber, dass von einer Gleichverteilung der Geschlechter nicht die Rede sein kann. In sämtlichen Gremien sitzen weniger Frauen als Männer, im Dietiker Stadtrat regieren gar nur Männer. Der Anteil weiblicher Parlamentarier stieg anlässlich der letzten Gesamterneuerungswahlen von März und April nur marginal. In Schlieren etwa um zwei Sitze. Dort kommen die Frauen nun auf 11 der insgesamt 36 Mandate. Im Dietiker Parlament, das gleich viele Sitze wie jenes in Schlieren zählt, kommen die Frauen mit 12 Sitzen auf einen Drittel. «Dies ist ein Unding», sagt die Aescher Sozialvorsteherin Janine Vannaz (CVP) und verweist darauf, dass Handlungsbedarf bestehe. «Ziel muss ganz klar sein, dass Männer und Frauen in der Limmattaler Politik gleich präsent sind», sagt sie.

«Resonanz war hervorragend»

Um dieses Ziel zu erreichen, liess sich Vannaz vom Nachbarsbezirk Affoltern inspirieren. «Dort wird jedes Jahr ein Treffen aller weiblichen Behördenvertreter veranstaltet. Stets organisiert es eine andere und es findet jeweils in einem anderen Lokal statt. Bei einem Abendessen – auf eigene Kosten – kann man sich in einem lockeren Rahmen austauschen», so Vannaz. Sie und ihre Kolleginnen aus Birmensdorf und Aesch waren ebenfalls eingeladen, als «freundliche Geste» gegenüber den Nachbargemeinden. Der Austausch mit den Gemeinderätinnen des Bezirks Affoltern sei hervorragend gewesen. «Politik stand überhaupt nicht im Zentrum, viel eher fand ein zwischenmenschlicher Austausch statt.» Nun organisiert Vannaz selber einen solchen «Frauenabend». Die Restaurant-Reservation ist gemacht, und bis auf zwei Gemeinde- oder Stadträtinnen haben alle ihre Zusage bereits gegeben. «Die Resonanz war sehr gross. Die Damen freuen sich», sagt Vannaz. Bereits früher habe es unter den weiblichen Exekutivpolitikern einen solchen Abend gegeben, wie die 48-Jährige vernommen hat. «Dieser muss aber irgendwann versandet sein – leider.»

Im Umfeld nach Frauen suchen

Doch was bringt ein gemeinsames Abendessen bezüglich der Frauenförderung? «Wir Politikerinnen erhalten die Gelegenheit, uns über die Gemeindegrenzen hinaus zu vernetzen. Das ist sehr wichtig», sagt Vannaz. Die Privatkundenberaterin bei einer Bank macht sich aber keine Illusionen. Das alljährliche Treffen werde die Frauenquote in Limmattaler Exekutiven wohl nicht markant in die Höhe treiben lassen. «Die Verantwortung liegt bei den Parteien.

Dass diese keine valablen Kandidatinnen – ob für den Dietiker Stadtrat oder eine Rechnungsprüfungskommission einer kleinen Gemeinde – finden, glaube ich schlichtweg nicht.» So ging Vannaz mit gutem Beispiel voran. Als in Aesch ein Sitz für die Rechnungsprüfungskommission frei wurde, machte sie sich gezielt auf die Suche nach einer Frau. In der parteilosen Patrizia Nyffenegger wurde sie fündig. «Man muss in seinem eigenen Umfeld nach fähigen Frauen suchen und sie ermutigen, sich für ein politisches Amt aufstellen zu lassen», so Vannaz. Sie selber habe sich im Vorfeld zu ihrer Wahl in den Aescher Gemeinderat 2014 selber gemeldet, sei aber von ihrer Vorgängerin, Susanne Burla (parteilos), für das Amt begeistert worden.

Bereits im kommenden Jahr werden die Limmattaler erneut an die Urne gebeten, um den Kantons- und Regierungsrat zu wählen. Auch hier zeigt sich ein eindeutiges Bild. Von den elf dem Bezirk Dietikon zustehenden Kantonsrats-Mandaten werden lediglich zwei von Frauen, Rosmarie Joss (SP) und Sonja Gehrig (GLP), belegt. Vannaz könnte an dieser Untervertretung gleich selbst etwas ändern. Sie geht auf dem zweiten Listenplatz ins Rennen für die CVP.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1