Wie die umtriebige Gastgeberin, die sie an diesem Abend ist, zirkuliert Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) durch den mit Limmattaler Behördenvertretern gefüllten Raum. Das Giardino Verde in Uitikon dient als Austragungsort der Feier zum Legislaturstart der Exekutiven des Bezirks Dietikon, die von Fehrs Justizdirektion ausgerichtet wird. Sie hält einen Schwatz hier, regt eine Diskussion an dort. Es sei ein interessanter Austausch mit den Limmattaler Behördenvertretern entstanden, sagt Fehr. «Neben Themen wie der Integration wurde auch der tiefe Frauenanteil in den Exekutiven an mich herangetragen», so Fehr weiter.

Im Vorfeld kritisierten vorwiegend rechte Politiker den Anlass, den Fehr in elf Zürcher Bezirken durchführt. Es handle sich um eine unnötige Feier auf Befehl, monierte etwa die SVP. «Auch dass Fehr Wahlkampf auf Kosten des Steuerzahlers betreibe, war im Vorfeld zu hören», wie der Oberengstringer Gemeindepräsident und SVP-Kantonsrat André Bender sagt. «Ich finde den Anlass aber schön, denn es ist gut, wenn sich Exekutivpolitiker des Bezirks untereinander kennenlernen», so Bender weiter.

Gleich sieht dies auch Benders Parteikollege Roger Bachmann. Der designierte Dietiker Stadtpräsident fand den Anlass sehr interessant, da man sich im informellen Rahmen von einer anderen Seite kennenlerne. «Viele sagen, das Milizsystem sei ein Auslaufmodell. Heute Abend sieht man, dass dem nicht so ist», sagt Bachmann.

Ein sehr grüner Ort

So sieht dies auch Bachmanns neuer Stadtratskollege Lucas Neff (Grüne): «Solche Anlässe, an denen sich Führungsverantwortliche austauschen können, sind sehr wertvoll.» Zudem erfreue es ihn, dass man mit dem Giardino Verde einen sehr grünen Ort ausgewählt habe, fügt er schmunzelnd an.

Die Aescher Sozialvorsteherin Janine Vannaz (CVP) verweist darauf, dass es im Bezirk Dietikon zahlreiche Möglichkeiten für die jeweiligen Ressortvorstände gebe, sich zu treffen. So seien beispielsweise die Finanz-, Bau- oder Sozialvorsteher in engem Kontakt untereinander. «An diesem Anlass bietet sich aber die Möglichkeit, über den Tellerrand des eigenen Ressorts zu blicken und den eigenen Horizont zu erweitern», so Vannaz.

Auch der parteilose Geroldswiler Gemeindepräsident Michael Deplazes findet lobende Worte für den Apéro. «Die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und dem Kanton läuft immer besser, wenn man miteinander spricht. An Abenden wie diesen kommt man miteinander ins Gespräch», so Deplazes. Zudem erhalte man auch Wertschätzung, was erfreulich sei.

Der designierte Birmensdorfer Gemeindepräsident Bruno Knecht (parteilos) befindet das Legislaturstart-Fest ebenfalls als wertvoll für den Erfahrungsaustausch unter den Behördenvertretern. «Es wäre sogar schön, wenn man ein solches Treffen alle Jahre machen würde», sagt er.