Bezirksgericht Dietikon
Limmattaler Pizzabäcke mangels Beweisen freigesprochen

Laut Anklage hat ein Limmattaler Pizzabäcker wiederholt seine Frau vergewaltigt und versucht, ihren Kopf in einen brennenden Ofen zu stecken. Mangels Beweisen hat das Bezirksgericht Dietikon den Mann am Montag freigesprochen.

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Zudem wurde dem Mann für die 382 Tage, die er zu Unrecht inhaftiert war, eine Genugtuung von 38'200 Franken zugesprochen. Der türkische Pizzabäcker sass seit September 2011 in Haft. Ausserdem erhielt er Schadenersatz von 6175 Franken.

Vor dem Bezirksgericht Dietikon musste er sich wegen mehrfacher Vergewaltigung, Drohungen, Körperverletzungen sowie Tätlichkeiten verantworten. Es drohte ihm eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren und eine Busse von 1000 Franken.

Laut Anklage soll der Beschuldigte seine Ehefrau über mehrere Monate hinweg heftig drangsaliert, geschlagen und mehrfach gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

Heisser Ofen als Tatwaffe

Die grausamste Tat soll der Mittdreissiger im Oktober 2010 begangen haben. Damals hielt er sich mit seiner Frau an seinem Arbeitsort in einem Kebabstand an der Zürcher Langstrasse auf. Als der Beschuldigte bemerkte, dass seine Ehefrau neben dem Vorhang in den Barbereich des Betriebes schaute, packte er sie am Hals und führte sie zum heissen und geöffneten Ofen.

Er sagte, er werde jetzt ihren Kopf verbrennen. Beim Ofen angelangt, gelang es ihr in letzter Sekunde, die Ofentüre zu schliessen. Dabei verbrannte sie sich die rechte Hand. Der Beschuldigte soll die Ehefrau zudem wiederholt kräftig verprügelt und bedroht haben.

Aussage gegen Aussage

Die Vorwürfe der Anklage basierten ausschliesslich auf den Belastungen der türkischen Staatsangehörigen, die ihren Mann im Spätsommer 2011 bei der Polizei verzeigt hatte. Da der Mann alle Vorwürfe als erfundene Geschichten darstellte, standen vor Gericht Aussage gegen Aussage. Auch hatte die Frau mittlerweile ihr Desinteresse am ganzen Fall mitgeteilt.

Vor Gericht verlangten der Angeklagte und sein Verteidiger mangels Beweisen Freisprüche. Mit Erfolg, da die Dietiker Richter keinen schlüssigen Schuldnachweis erkennen konnten. Die Aussagen der Geschädigten hätten nicht nur Ungereimtheiten aufgewiesen, sondern seien auch zu widersprüchlich ausgefallen.