«Es gibt Anfragen aus anderen Kantonen für einen Platz bei uns. Diese Personen müssen wir aber vertrösten», sagt Christoph Schwemmer, Leiter des Alters- und Gesundheitszentrums Dietikon. Man führe eine lange Warteliste und die Einwohner aus Dietikon hätten Vorrang bei der Belegung von freien Plätzen. Aus diesem Grund stelle sich die Frage zur Zeit auch nicht, ob man Personen aus anderen Kantonen aufnehme oder nicht.

Das scheint allerdings nicht überall der Fall zu sein. Mit der Einführung der neuen Pflegefinanzierung im Januar 2011 kommt es offenbar immer häufiger vor, dass Pflegeheime ausserkantonale Bewohnerinnen nicht mehr aufnehmen – aus Kostengründen (Limmattaler Zeitung von gestern). So sagte der Leiter eines privaten Pflegeheims im Kanton Zürich gegenüber dieser Zeitung, dass er nur noch Zürcher Senioren aufnehme, solange die Ursprungskantone nicht bereit seien, die Zürcher Ansätze zu übernehmen.

Das Problem besteht darin, dass den Pensionären in gewissen Fällen der Kantonswechsel verwehrt wird. Wenn aber Pflegebedürftige keine Möglichkeit haben den Wohnsitz in einen anderen Kanton zu verlegen, dann sind sie auf die finanzielle Unterstützung ihres Wohnkantons angewiesen, wenn sie einen ausserkantonalen Heimplatz wollen. Weigert sich der Wohnkanton aber, die höheren Kosten im anderen Kanton zu tragen, wird der Interessent vom Heim in aller Regel wegen der fehlenden Kostendeckung abgewiesen.

Im Limmattal scheint dieses Phänomen jedoch kaum bekannt zu sein. «In unserem Tageszentrum haben wir auch Personen aus anderen Kantonen, beispielsweise aus dem Kanton Aargau. In diesen Fällen läuft die Finanzierung problemlos ab», so Schwemmer.

Zahl der Anfragen ist marginal

In Urdorf kennt man Anfragen aus anderen Kantonen kaum. «Diese sind marginal», sagt Alfred Sigrist, Bereichsleiter Alterszentrum. Es gebe allerdings Anfragen aus anderen Zürcher Gemeinden. In diesen Fällen würden mit den zuständigen Stellen sämtliche finanziellen Abklärungen getroffen. «Das läuft alles unproblematisch ab», so Sigrist.

Auch in Schlieren sind ausserkantonale Anfragen für einen Platz im Pflegeheim nicht bekannt. «Bei uns wohnen fast ausschliesslich Schlieremerinnen und Schlieremer. Anfragen aus anderen Kanton gibt es eigentlich nicht», sagt Beatrice Appius, Leiterin Haus für Betagte Sandbühl.