Obergericht
Limmattaler «Peske-Prügler» kassiert Geld- statt Freiheitsstrafe

Der Limmattaler Logistiker, der den bekannten Zürcher Grünliberalen Alexander Peske spitalreif geprügelt hat, muss nicht mehr ins Gefängnis. Dafür setzte es eine happige Geldstrafe ab.

Attila Szenogrady
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Das Zürcher Obergericht verurteilte den Limmattaler zu Geldstrafen. (Symbolbild)

Das Zürcher Obergericht verurteilte den Limmattaler zu Geldstrafen. (Symbolbild)

Keystone

Es war am 8. Oktober 2011, als auf dem Zürcher Bahnhofplatz mehrere Jugendliche den bekannten Zürcher Grünliberalen Alexander Peske aus einem nichtigen Anlass attackierten und brutal verprügelten, indem sie noch auf das am Boden liegende Opfer mit ihren Füssen eintraten. Peske erlitt dabei ein erhebliches Schädel-Hirn-Trauma.

Die geschnappten Jugendlichen mussten sich in der Folge im Sommer 2014 zuerst am Bezirksgericht Zürich verantworten. Da gleich drei junge Schweizer aus dem Zürcher Oberland umfassende Geständnisse ablegten, rückte ein heute 23-jähriger Logistiker aus dem Limmattal in den Vordergrund der Verhandlung. Einerseits galt er laut Anklage als Rädelsführer der beschuldigten Gruppe. Andererseits stritt der aus dem Kosovo stammende Schweizer alles ab und machte eine Verwechslung geltend.

Zuerst Freiheitsstrafe kassiert

Im Herbst 2014 verurteilte das Gericht alle fünf Beschuldigten. Auch den nicht geständigen Limmattaler, der von mehreren Augenzeugen glaubhaft belastet worden war. Er kassierte wegen versuchter schwerer Körperverletzung und weiteren Delikten eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Wobei er zehn Monate davon absitzen sollte. Der Beschuldigte legte Berufung ein und verlangte vor Obergericht erneut Freisprüche vom Hauptvorwurf. «Ich habe mit dem Vorfall nichts zu tun», erklärte er erneut.

In seinem kürzlich eröffneten Urteilsdispositiv hat das Obergericht den Beschuldigten nun ebenfalls verurteilt. Allerdings nicht mehr wegen versuchter schwerer Körperverletzung, sondern wegen Angriffs, was eine bedingte, jedoch sehr hohe Geldstrafe von 340 Tagessätzen zu 110 Franken, also insgesamt 37 400 Franken nach sich zog.

Zudem wurde er solidarisch verpflichtet, dem Privatkläger Peske einen Schadenersatz von 3750 Franken sowie eine Genugtuung von 2000 Franken zu bezahlen. Nicht zuletzt wurden ihm drei Viertel der Berufungskosten von 5000 Franken auferlegt. Nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung könnte der Verteidiger allerdings noch Beschwerde beim Bundesgericht einlegen.