Sommerwetter

Limmattaler Metzger verkauften mehr Würste dank schönem Wetter

Würste gingen besonders gut vom Ladentisch.

Würste gingen besonders gut vom Ladentisch.

Der Juli stand im Zeichen einer Schönwetterperiode. Die Metzgereien profitieren vom schönen Wetter – das Geschäft ihres Lebens machen sie aber nicht.

Es ist amtlich: Der Juni und Juli dieses Jahres sind die heissesten Monate aller Zeiten. Während manche Mühe haben, die Hitze verfluchen und bereits sehnlichst den Herbst herbeisehnen, kann es anderen gar nicht lange genug warm bleiben. Zu gross ist für viele die Freude über das perfekte Grillwetter.

Von der Bräteln profitieren auch die Metzgereien im Limmattal. Erich Gnehm von der Metzgerei Gnehm in Geroldswil registriert eine grössere Nachfrage in den letzten Monaten. Laut ihm hänge dies mit dem guten Wetter und der Grillsaison zusammen. «Ich merke schon, dass vermehrt auch jüngere Leute und nicht nur Stammkunden ihr Fleisch bei mir einkaufen.» Das Geschäft seines Lebens mache er aber deswegen noch lange nicht. «Eine Umsatzsteigerung findet statt, aber nicht in einem frappanten Mass.» Die Branche sei generell gefährdet. Die Erklärung für den generellen Kundenrückgang liefert Gnehm gleich mit: «Die älteren Leute, sprich die Stammkunden, essen immer weniger und die jungen Leute kaufen lieber Fertigprodukte.» Das schöne Wetter sorge daher nur kurzfristig für einen Anstieg der sonst eher niedrigen Nachfrage.

Die Hitze hat aber auch ihre Nachteile. Gnehm verzeichnete von einigen Lieferanten einen Preisaufschlag von bis zu 15 Prozent. Dies hänge vermutlich damit zusammen, das die Weiden zu trocken sind und die Tiere bereits mit Heu gefüttert werden müssten. «Diese Preisentwicklung wälze ich jedoch nicht auf die Kunden ab.» Da er verschiedene Lieferanten habe, betreffe dies sowieso nicht alle. «Ich beziehe jeweils von jedem Lieferant sein bestes Fleisch.» Dem Geroldswiler sei Qualität wichtiger als günstige Einkaufspreise.

Grillartikel meistens teurer

Auch Werner Steiner von der Steiner Metzgerei in Birmensdorf bemerkt einen deutlichen Anstieg der Nachfrage auf Grillartikel seit Beginn der Hitzeperiode. «Grillartikel, aber auch kalte Sachen wie Aufschnitt, laufen gerade sehr gut.» Auch ihm ist aufgefallen, dass zurzeit öfters junge Leute bei ihnen einkaufen als sonst. Der Hauptgrund sei die stabile Wetterlage und die damit verbundenen besseren Chancen auf einen Grillanlass. Da zudem viele Artikel, wie beispielsweise Entrecôtes eher teurere Grilladen seien, wirke sich die Saison stärker auf einen positiven Umsatz aus. Doch auch Steiner mahnt zu Realismus. «Man darf das nicht überbewerten.» Schliesslich verzeichne er bereits erste Nachfragerückgänge aufgrund der Ferienzeit.

Das Fleisch bezieht die Metzgerei vorzugsweise von den Bauern aus der Region. Sollten diese in gewissen Sortimenten nicht für genügend Nachschub sorgen können, kauft Steiner bei Grossmetzgereien zu. «Ich teile das den Kunden dann auch ehrlich mit.»

Von erhöhten Einkaufspreisen bei den Lieferanten, aufgrund der trockenen Weiden, merke der Birmensdorfer noch nichts. «Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis das zu uns durchdringt.» Diese Problematik betreffe die Metzgereien nicht direkt, für die Bauern sei es jedoch ein grosses Problem. «An Fleisch wird es aber garantiert nicht mangeln», sagt Steiner. Zu wenig Futter könne auch bedeuten, dass mehr Tiere geschlachtet werden. «Schlussendlich gleicht sich alles aus.»

Würste sehr gefragt

Bei der Migros verkaufen sich laut Mediensprecher Francesco Laratta Wurstwaren derzeit überdurchschnittlich gut. Trotz Hitzewelle sei die Nachfrage aber mit anderen schönen Sommern vergleichbar. Auswirkungen auf den Einkauf, beziehungsweise Verkauf aufgrund von trockenen Weiden, gebe es zudem keine. Genau wie Menschen würden Tiere in Hitzeperioden weniger Hunger verspüren und somit auch weniger Nahrung benötigen.

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