Die meisten Limmattaler Gemeinden würden eine Erhöhung der Asylaufnahmequote ohne grössere Probleme verkraften. Dies ergibt eine Umfrage der Limmattaler Zeitung. Erst im vergangenen April wurden die Zürcher Gemeinden von der kantonalen Sicherheitsdirektion dazu aufgefordert, Vorkehrungen für eine mögliche Erhöhung der Quote von aktuell 0,7 Prozent auf bis zu 1 Prozent zu treffen.

Im vergangenen November wurde die Quote letztmals angepasst. Neu müssen die Gemeinden nun nicht mehr fünf Asylsuchende pro 1000 Einwohner aufnehmen, sondern sieben. Dies stellte diverse Gemeinden vor Herausforderungen: In den Städten Schlieren (plus 35 Asylsuchende auf neu 126) und Dietikon (plus 50 Asylsuchende auf neu 180) mussten die Menschen gar unterirdisch untergebracht werden. Während in Schlieren inzwischen alle Asylsuchenden in Wohnungen oder Unterkünften einquartiert werden konnten, ist die Luftschutzanlage in Dietikon noch in Betrieb.

«Das ist machbar»

In Birmensdorf ist man vorbereitet auf eine mögliche Erhöhung: «Eine Quote von einem Prozent ist für uns machbar», sagt Sozialvorsteherin Annegret Grossen-Gabriel (FDP). Momentan sind 42 Asylsuchende in der Gemeinde wohnhaft, einerseits in der bestehenden Containerunterkunft und andererseits in angemieteten Wohnungen. Ein Ausbau der bestehenden Containerunterkunft sei nicht vorgesehen. Die bisherigen Erfahrungen mit den Flüchtlingen seien positiv: «Wir haben hauptsächlich afrikanische und afghanische Männer. Bisher verlief die Unterbringung problemlos und alle verhalten sich kooperativ», so Grossen-Gabriel. «Auch seitens der Dorfbewohner erfolgt eine Unterstützung, indem sich einige für den freiwilligen Deutschunterricht zur Verfügung stellen.»

Auch in Weiningen ist der Rückhalt der Bevölkerung gross. «Wir haben in den Gemeindenachrichten bekannt gegeben, dass Wohnraum für Asylsuchende benötigt wird. Das Echo war sehr positiv», sagt Sozialvorsteher Reto Beutler (FDP). Die 40 Asylsuchenden konnten untergebracht werden, vergangene Woche musste Beutler sogar ein Wohnungsangebot ablehnen, der Bedarf sei derzeit abgedeckt. «Ab August steht uns noch ein altes Bauernhaus zur Verfügung, dieses bietet für zehn bis zwölf Personen Platz. Sollte die Aufnahmequote erhöht werden, sind wir bereit», sagt Beutler.

Schwierige Suche

In Unterengstringen sind 24 Asylsuchenden untergebracht. Für eine allfällige Erhöhung der Aufnahmequote wird nach Möglichkeiten gesucht. «Wir sind derzeit alle Optionen am Prüfen, es liegen noch keine konkreten Lösungen vor», sagt Gemeindeschreiber Jürg Engeli. In Urdorf sucht man derzeit nicht nach neuem Wohnraum. «Wir verfügen aufgrund der Notunterkunft über genügend Wohnraum für Asylsuchende», sagt Olivier Buchs (FDP), Sozialvorstand Urdorf.

Geroldswil hat mit der Aufnahme von 34 Asylsuchenden seine derzeitige Quote erfüllt. Beat Meier, Gemeindeschreiber, sagt aber: «Die Suche nach neuem Wohnraum ist eher schwierig, auch wenn immer wieder ein Vermieter seine Wohnräume anbietet.» Man bleibe dran, um so auf eine allfällige Erhöhung auf 1 Prozent vorbereitet zu sein. Auch in Oberengstringen hält man die Augen nach günstigem Wohnraum offen. Die Suche gestalte sich nicht einfach, denn die Entscheidung liege beim Vermieter, ob er seine Wohnung den Asylsuchende zur Verfügung stellt, sagt Kurt Leuch (Politisches Forum Engstringen), Sozialvorsteher von Oberengstringen. «Wenn die Quote auf ein Prozent erhöht wird, sind wir mit unseren Kapazitäten am Anschlag.» Problematisch seien die laufenden Veränderungen bezüglich des Aufnahmestatus der Personen. «Wenn ein Asylsuchender eine Aufnahmebewilligung erhält, fällt er zwar aus dem Kontingent, aber er bleibt trotzdem in Oberengstringen», so Leuch.