Dietikon
Limmattaler Flussschwimmer müssen sich weiter gedulden

Seit Jahren steht die Schaffung einer Flussbadi an der Limmat in den Legislaturzielen des Stadtrats. Doch auch diesen Sommer wird der Traum nicht Wirklichkeit werden. Woran es hapert, ist nicht ganz klar.

Von Bettina Hamilton-Irvine
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Das Dietiker Limmatufer lädt zum Verweilen ein – ob bald auch mit einer Badi, ist noch unklar.

Das Dietiker Limmatufer lädt zum Verweilen ein – ob bald auch mit einer Badi, ist noch unklar.

Limmattaler Zeitung

Immerhin: Ganz aus seinen Legislaturzielen hat der Dietiker Stadtrat die Flussbadestelle an der Limmat noch nicht gestrichen. Doch seit Jahren schon wird das Projekt, das ursprünglich 2008 hätte realisiert werden sollen, immer wieder nach hinten geschoben. Zuletzt im vergangenen Dezember, als der Stadtrat seine Ziele anpasste und das Datum für die Schaffung einer Flussbadi von 2012/2013 auf 2013/2014 korrigierte.

Badesaison: Limmattaler Badis erwarten grossen Ansturm

Die Freibäder der Region freuen sich, dass der Sommer nun endlich doch noch beginnt. Arthur Vögeli, Betriebsleiter der Badi «Im Moos» in Schlieren, und sein Team sind bereit: «Wir hatten bei diesem Regenwetter schliesslich lange genug Zeit, uns vorzubereiten», sagt Vögeli. Die Anzahl der Besucher habe in dieser Woche angezogen und die Leute freuten sich, endlich in die Badi zu können. Dank der Heizung liege die Wassertemperatur bei warmen 23 Grad. Auch die Badi «Geren» in Birmensdorf erwartet viele Badegäste. «Es brauchte zwei, drei Sonnentage, bis die Leute sich in die Badi trauten», sagt Chefbademeister Süri Markovic. Jetzt lade das Wasser aber mit angenehmen 22 Grad zum Schwimmen ein. Kühler ist es im Schwimmbecken der Badi «Zwischen den Hölzern» in Oberengstringen. Die Wassertemperatur liegt momentan bei 18 Grad. Die Betriebsleiterin, Doris Hängärtner, sagt aber: «An jedem Sonnentag steigt die Wassertemperatur um ein Grad.» Diese Saison habe man mit 14 Grad die niedrigste Wassertemperatur überhaupt gemessen. Sie hoffe, dass das schöne Wetter nun beständig bleiben werde. Dass sich die angekündigten Gewitter verziehen, wünscht sich auch Bruno Sahrni, Bademeister der Badi «Weihermatt» in Urdorf. «Es wird heute sicher kein Spitzentag werden, wie das üblich wäre kurz vor den Sommerferien. Aber wir erwarten dennoch einige Gäste», so Sahrni. In den letzten Tagen hätten die Wiesen der Badi noch recht leer ausgesehen. «Die Einheimischen wissen, dass die Wiesen noch feucht sind», erklärt der Bademeister. Jetzt trocknen die Rasenflächen und auch die Wassertemperatur steigt. Momentan misst das Thermometer im Wasser 22 Grad. (GEP)

Doch auch dieses Jahr wird es nicht so weit kommen, wie Stadtpräsident Otto Müller auf Anfrage bestätigt. Ganz gestorben ist das Projekt, für das die Stadt die Gegend bei der Überbauung Limmatblick in der Nähe des Bahnhofs Glanzenberg in Betracht zieht, aber noch nicht.

Laut Müller ist die Planung jedoch schwierig, da das Flussufer im Besitz des Kantons ist. Der Stadtpräsident verweist zudem auf die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), deren nahes Kraftwerk zurzeit im Bewilligungsverfahren für eine Neukonzessionierung steckt. Auch davon sei das Projekt abhängig.

Flussbad hat mit EZK nichts zu tun

Die EKZ winken auf Anfrage jedoch ab. Zwar befinde man sich tatsächlich seit 2012 im Verfahren für die Konzessionserneuerung, wozu auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung gehöre, sagt Mediensprecher Marc Mouci. Doch: «Die Erstellung eines Flussbades hat mit der Erteilung einer Neukonzession für das Kraftwerk Dietikon durch die Baudirektion des Kantons Zürich nichts zu tun.» Darüber zeigt sich Müller erstaunt: Dass die Schaffung eines Flussbades losgelöst sei von der Neukonzessionierung der EKZ, sei ihm neu, so der Stadtpräsident.

Auch generell stehen die EKZ der Idee offener gegenüber, als auch schon. Noch vor einem Jahr betonte Mediensprecherin Priska Laïaïda, man habe «ernsthafte Bedenken» bezüglich Sicherheit und befürworte das Projekt daher nicht.

Das sieht heute etwas anders aus: «Die EKZ sind nicht generell gegen ein Flussbad an der Limmat», sagt Mouci. Man lehne es jedoch aus Haftungsgründen im Bereich des Kraftwerks ab. Vorstellen könnte man sich allenfalls ein Bad mit fixen Absperrungen, analog dem Limmatbad in Zürich-Letten. Dies würde die Sicherheit für die Badenden erhöhen, so Mouci. «Es darf aber nicht vergessen werden, dass die Strömung der Limmat in Dietikon um einiges stärker ist als bei der Lettenbadi.»

Kanton ist informiert

Allein über das Flussbad entscheiden kann die Stadt Dietikon aber trotzdem nicht: Das letzte Wort hat der Kanton. Dieser kennt die Pläne der Stadt, wie Wolfgang Bollack, Sprecher des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) bereits vor einem Jahr bestätigte. Man werde jedoch erst Stellung dazu nehmen, wenn konkrete Pläne der Stadt Dietikon vorliegen.

Wann dies der Fall sein wird, ist heute noch unklar. Für diesen Sommer zumindest verweist Stadtpräsident Müller auf das neu gestaltete Freibad Fondli, das Mitte Juli wieder offen sein soll. Dieses biete als Ersatz «eine flussähnliche Badesituation mit hoffentlich viel Spass» an, so Müller.

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