Immerhin: Ganz aus seinen Legislaturzielen hat der Dietiker Stadtrat die Flussbadestelle an der Limmat noch nicht gestrichen. Doch seit Jahren schon wird das Projekt, das ursprünglich 2008 hätte realisiert werden sollen, immer wieder nach hinten geschoben. Zuletzt im vergangenen Dezember, als der Stadtrat seine Ziele anpasste und das Datum für die Schaffung einer Flussbadi von 2012/2013 auf 2013/2014 korrigierte.

Doch auch dieses Jahr wird es nicht so weit kommen, wie Stadtpräsident Otto Müller auf Anfrage bestätigt. Ganz gestorben ist das Projekt, für das die Stadt die Gegend bei der Überbauung Limmatblick in der Nähe des Bahnhofs Glanzenberg in Betracht zieht, aber noch nicht.

Laut Müller ist die Planung jedoch schwierig, da das Flussufer im Besitz des Kantons ist. Der Stadtpräsident verweist zudem auf die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), deren nahes Kraftwerk zurzeit im Bewilligungsverfahren für eine Neukonzessionierung steckt. Auch davon sei das Projekt abhängig.

Flussbad hat mit EZK nichts zu tun

Die EKZ winken auf Anfrage jedoch ab. Zwar befinde man sich tatsächlich seit 2012 im Verfahren für die Konzessionserneuerung, wozu auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung gehöre, sagt Mediensprecher Marc Mouci. Doch: «Die Erstellung eines Flussbades hat mit der Erteilung einer Neukonzession für das Kraftwerk Dietikon durch die Baudirektion des Kantons Zürich nichts zu tun.» Darüber zeigt sich Müller erstaunt: Dass die Schaffung eines Flussbades losgelöst sei von der Neukonzessionierung der EKZ, sei ihm neu, so der Stadtpräsident.

Auch generell stehen die EKZ der Idee offener gegenüber, als auch schon. Noch vor einem Jahr betonte Mediensprecherin Priska Laïaïda, man habe «ernsthafte Bedenken» bezüglich Sicherheit und befürworte das Projekt daher nicht.

Das sieht heute etwas anders aus: «Die EKZ sind nicht generell gegen ein Flussbad an der Limmat», sagt Mouci. Man lehne es jedoch aus Haftungsgründen im Bereich des Kraftwerks ab. Vorstellen könnte man sich allenfalls ein Bad mit fixen Absperrungen, analog dem Limmatbad in Zürich-Letten. Dies würde die Sicherheit für die Badenden erhöhen, so Mouci. «Es darf aber nicht vergessen werden, dass die Strömung der Limmat in Dietikon um einiges stärker ist als bei der Lettenbadi.»

Kanton ist informiert

Allein über das Flussbad entscheiden kann die Stadt Dietikon aber trotzdem nicht: Das letzte Wort hat der Kanton. Dieser kennt die Pläne der Stadt, wie Wolfgang Bollack, Sprecher des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) bereits vor einem Jahr bestätigte. Man werde jedoch erst Stellung dazu nehmen, wenn konkrete Pläne der Stadt Dietikon vorliegen.

Wann dies der Fall sein wird, ist heute noch unklar. Für diesen Sommer zumindest verweist Stadtpräsident Müller auf das neu gestaltete Freibad Fondli, das Mitte Juli wieder offen sein soll. Dieses biete als Ersatz «eine flussähnliche Badesituation mit hoffentlich viel Spass» an, so Müller.