Seit Mittwoch kämpft der aus dem Limmattal stammende Ex-FCB-Star Nenad Savic vor Obergericht gegen eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren an. Laut Anklage war der teilgeständige Savic mit einem Cousin und einem IT-Berater an einem schwunghaften Kokainhandel beteiligt.

Es war im März vor einem Jahr, als die einst glanzvolle Karriere des langjährigen Fussballprofis Nenad Savic einen Tiefpunkt erreichte. Noch zehn Jahre zuvor hatte der Dietiker mit dem FC Basel den Schweizer Meistertitel gefeiert. Nun wurde er vom Bezirksgericht Zürich wegen des Handels mit rund 1,2 Kilogramm Kokain zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Zehn Monate davon sollte der serbisch-schweizerische Doppelbürger absitzen.

15 Monate bedingt verlangt

Savic legte Berufung gegen das Urteil ein und erschien am Mittwoch persönlich vor dem Zürcher Obergericht. Allerdings verweigerte er jegliche Aussage und überliess die Verteidigung seinem Rechtsanwalt Christoph Hohler. Gemäss seinen Ausführungen wiederholte Savic sein früheres Teilgeständnis, wonach er rund 300 Gramm Kokaingemisch für 27 500 Franken an einen Abnehmer verkauft hatte.

Weitere Verkäufe von rund 900 Gramm Kokain an einen IT-Berater aus Adliswil stellte er dagegen in Abrede. Anwalt Hohler verlangte bei diesen Vorwürfen mangels Beweisen Freisprüche und eine deutliche Strafsenkung auf 15 Monate bedingt. Hohler liess dabei durchblicken, dass ein Gang ins Gefängnis für seinen Klienten eine Katastrophe wäre. Der heute 32-jährige Savic habe zwar inzwischen einen Job als Fussballer verloren, sich aber beruflich anderweitig wieder gefangen.

Adliswiler IT-Berater will vollen Freispruch

Anders als Savic forderte der mitbeschuldigte IT-Berater aus Adliswil weiterhin einen vollen Freispruch. „Ich hatte mit der Sache gar nichts zu tun und war über den aufgeflogenen Drogenhandel von Savic schockiert", erklärte er vor dem Zürcher Obergericht. Das Bezirksgericht Zürich hatte einen anderen Standpunkt eingenommen und den heute 33-jährigen Schweizer wegen Kokainhandels zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten verurteilt. Sechs Monate davon unbedingt. Die erste Instanz stützte sich auf Telefonkontrollen ab. Dabei hatte der Adliswiler seltsame und unlogisch erscheinende Gespräche über Kleingeld geführt. Was die Fahnder als codierte Drogengeschäfte entschlüsselten. Der IT-Berater erklärte dagegen, dass er am Telefon über völlig normale Verkäufe bezüglich der Internet-Plattform ricardo gesprochen habe.

Strafsenkung für Drogenchef verlangt

Am wenigsten zu diskutieren gab ausgerechnet die bedeutende Rolle eines Cousins von Savic. Der Limmattaler Autohändler hatte erstinstanzlich wegen des Handels mit rund 16 Kilogramm Kokain und betrügerischen Autoverkäufen eine hohe Freiheitsstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten kassiert. Der Verteidiger setzte sich nun infolge von Reue und Teilgeständnissen für eine Strafsenkung auf höchstens sieben Jahre Freiheitsentzug ein.

Urteile demnächst erwartet

Aufgrund der ausführlichen Parteivorträge kamen die Oberrichter am Mittwoch noch zu keinem Urteil. Sie werden die Entscheide jedoch demnächst eröffnen. Voraussichtlich bereits nächste Woche.