Der Ärger im Limmattal war gross, als der Bundesrat im Juni 2013 aufzeigte, wie er sich die Verteilung der Gelder für die Agglomerationsprogramme vorstellt. Zwar war er bereit, das von den Kantonen Zürich und Aargau geplante Limmattaler Programm mit einem Beitragssatz von 35 Prozent zu unterstützen. Für rote Köpfe sorgte aber die Tatsache, dass der Bund die Strecke der Bahn dreiteilte und unterschiedlich priorisierte, wobei der Abschnitt von Dietikon bis Killwangen im Beschluss nicht einmal erwähnt wurde. Die Kantone Zürich und Aargau kritisierten den Entscheid als «inakzeptabel» und forderten höchste Priorität für die ganze Strecke.

Ganz wurde dieser Wunsch zwar nicht erfüllt. Trotzdem kommt der Bundesrat in seiner gestern veröffentlichten Botschaft zu den Agglomerationsprogrammen den beiden Kantonen ein grosses Stück entgegen. Das Projekt Limmattalbahn wird nun gesamtheitlich anerkannt und hat insgesamt an Priorität gewonnen. Zwar wird nach wie vor erst der Abschnitt von Zürich Altstetten bis Schlieren in die höchste Priorität A eingestuft, was bedeutet, dass dafür Gelder im Zeitraum von 2015 bis 2019 gesprochen werden. Neu spricht der Bund aber nicht nur dem Mittelteil von Schlieren bis Dietikon, sondern auch dem Aargauer Teil von Dietikon bis Killwangen die Priorität B zu. Damit sind diese Strecken für einen Beitrag in der Folgeperiode nach 2019 vorgemerkt. Dies passt zu den Bauphasen der Limmattalbahn, die vorsehen, dass der Teil zwischen Altstetten und Schlieren zuerst gebaut werden soll.

Allianz fordert rasche Realisierung

Entsprechend angetan zeigten sich die beiden Kantone gestern. Regierungsrat Ernst Stocker sei besonders erfreut darüber, dass die Limmattalbahn nun teilweise höher priorisiert werde, heisst es in einer Medienmitteilung der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion. Auch das Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt begrüsst es, dass die Limmattalbahn nun als Gesamtprojekt anerkannt wird. «Die Umsetzung ist jetzt im Realisierungshorizont des aktuellen und des nächstfolgenden Agglomerationsprogramms eingereiht», heisst es in einer Mitteilung.

Etwas skeptischer äusserte sich gestern die Allianz Pro Limmattalbahn. Zwar stimme die Richtung der bundesrätlichen Botschaft, schreibt die Allianz in einem Communiqué. Doch sei die finanzielle Unterstützung nach wie vor in zwei Prioritäten eingestuft. Der Bund müsse die Finanzierung für die ganze Strecke sicherstellen. Die Kantone Aargau und Zürich hätten das Agglomerationsprogramm Limmattal gemeinsam eingereicht, schreibt die Allianz: «Die Stadtbahn soll auch als gemeinsames Gesamtprojekt realisiert werden.» Es sei wichtig, dass die Limmattalbahn so schnell wie möglich realisiert werden könne.

Mit den Agglomerationsprogrammen will der Bund die Verkehrsinfrastrukturen von Städten und Agglomerationen verbessern. Im Jahr 2006 hat er dafür sechs Milliarden Franken aus dem Infrastrukturfonds bereitgestellt. Zurzeit geht es um Gelder für die Agglomerationsprogramme der zweiten Generation. Gestern hat der Bundesrat entschieden, dem Parlament zu beantragen, 36 Programme ab 2015 mit insgesamt 1,68 Milliarden Franken zu unterstützen.